Teakholz- und Kautschukplantagen in Costa Rica betreiben Töchtergesellschaften der insolventen Green Planet AG. Die Verwertung der Insolvenzmasse ist noch am Anfang. / Foto: Fotolia

17.08.15 Anleihen / AIF , Wachhund

Fortschritte im Insolvenzverfahren der Green Planet AG: „Gespräche mit seriösen Interessenten“

Ungeachtet der jüngsten Störfeuer aus dem Kreis der Gläubiger ist der Verkaufsprozess der Beteiligungen der insolventen Frankfurter Waldinvest-Firma Green Planet AG offenbar weiter in Gang gekommen. Insolvenzverwalter Miguell Grosser erklärte jetzt, es gebe Gespräche mit „seriösen Interessenten“ Ungeachtet dessen ist noch nicht klar wie viel die Forstwirtschaftsbetriebe und Plantagen in Costa Rica wirklich wert sind. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft soll das klären. Den 780 Gläubigern macht der Insolvenzverwalter Hoffnung.

Die Insolvenzverwaltung der Green Planet AG hat Gespräche mit potenziellen Investoren für die Beteiligungen des Unternehmens in Costa Rica aufgenommen. Diese seien im Einklang mit dem Gläubigerausschuss begonnen worden, betont Insolvenzverwalter Grosser. Das Gremium habe sich einstimmig hinter seine Marschroute gestellt, so Grosser weiter. Diese Einigkeit zu betonen ist für den Insolvenzverwalter auch deshalb wichtig, weil sich jüngst Widerstand aus dem Kreis der Gläubigerschaft regte. Einzelne Gläubiger setzen sich sogar für die Abwahl von Grosser als Insolvenzverwalter ein (ECOreporter.de  berictete (Link entfernt)).

Wirtschaftsprüfer sollen Unternehmenswerte in Costa Rica erst noch bestimmen

Wenngleich es Grosser zufolge erste „Gespräche mit seriösen Interessenten“ am eigenständig fortlaufenden Forstwirtschaftsbetrieb von Green Planet gab, so ist noch ungeklärt, wie viel die Bestände in Costa Rica wert sind. Laut Grosser unterhielt die Green Planet AG zwei Tochtergesellschaften in Costa Rica, die ihrerseits 1.200 Hektar Land mit insgesamt 41 Plantagen und eine Finca in Costa Rica bewirtschaften – vornehmlich geht es um Teakholzanbau. „Der Zustand der Plantagen ist höchst unterschiedlich. Aus einigen Pflanzungen sind frühestens in einigen Jahren Erträge zu erwarten“, betont Grosser nach seiner jüngsten Inspektionsreise nach Costa Rica. Ein Wirtschaftsprüfer habe damit begonnen. einen Businessplan zu erstellen. Dieser Plan beinhalte eine detaillierte Analysen de Teak- und Kautschuk-Bäume und der Böden, auf denen sie wachsen.

Insolvenzverwalter: „Behauptungen über Plünderungen entbehren jeder Grundlage“


Die Kritiker der Insolvenzverwaltung hatten Grosser ihre bemängelt, die Bestände in Costa Rica könnten bereits geplündert worden sein. Dem widerspricht der Insolvenzverwalter: In den vergangenen Wochen hätten einzelne Gläubiger, „die offensichtlich dem wegen Betruges angeklagten ehemaligen Vorstand nahe stehen, immer wieder Falschinformationen gestreut“, so der Insolvenzverwalter (Das Gerichtsverfahren, von dem der Insolvenzverwalter hier spricht, startete im Mai 2015. Mehr zum Prozess lesen Sie  hier): Die Green Planet Costa Rica S.A. sei ein „funktionierender forstwirtschaftlicher Betrieb, der „grundsätzlich in der Lage ist, rentabel zu arbeiten“, sagt Grosser. Dieser werde aktuell mit 15 Mitarbeitern fortgeführt. „Behauptungen über Plünderungen oder Verwahrlosung entbehren jeder Grundlage“, so Grosser weiter. Der dortige Betrieb werde „ohne Beeinträchtigungen“ fortgeführt.

Zarte Hoffnung auf eine Insolvenzquote

Insolvenzverwalter Grosser zufolge haben 780 Gläubiger Forderungen in Höhe von 21 Millionen Euro gegenüber Green Planet angemeldet. 15 Millionen Euro davon entfallen auf Anleger, denen die Green Planet AG Urkunden verkauft hatte, auf denen costa-ricanische Teak- beziehungsweise Kautschuk-Baumbestände verzeichnet sind. Diesen Anlegern macht der Insolvenzverwalter jetzt ein wenig Hoffnung darauf, dass ihr Investment für sie nicht mit dem Totalverlust endet: „Wir kommen mit der Verwertung des Vermögens der Green Planet AG gut voran, obwohl das rechtliche Procedere anders und langwieriger ist, als wir dies in Deutschland gewohnt sind“, sagt Grosser. Deshalb könnten die Gläubiger darauf hoffen, „zumindest einen Teil ihres Geldes zurückzubekommen“. Wie viel das sein kann und bis wann die Gläubiger erste Zahlungen erwarten können, bleibt weiter offen. Erst kürzlich hatte der Insolvenzverwalter gegenüber ECOreporter.de erklärt, dass das gesamte Verfahren wohl noch Jahre dauern werde, auch wegen des Strafverfahrens gegen den Ex-Vorstandschef und Gründer des Unternehmens.
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