Der Sitz der PNE Wind AG befindet sich in Cuxhaven. / Foto: Unternehmen

14.07.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Führungsstreit der PNE Wind AG sorgt für Unmut unter Aktionären

Der Konflikt an der Spitze des Cuxhavener Windkraftprojektierers hat die Führungsgremien des Unternehmens Vertrauen bei den Aktionären gekostet. Das legen zumindest die nicht rechtskräftigen Ergebnisse der jüngsten Hauptversammlung nahe, die die PNE Wind AG jetzt nachträglich veröffentlichte.

Die jüngste Hauptversammlung der PNE Wind AG brachte das Unternehmen eine Menge Negativschlagzeilen ein. Nach der Veranstaltung, die offiziell ergebnislos abgebrochen worden war, waren Polizisten angerückt, um die Abstimmungsergebnisse vorrübergehend zu beschlagnahmen (ECOreporter.de   berichtete).  Nach diesem Eklat, der den vorläufigen Höhepunkt eines anhaltenden Streits zweier Lager innerhalb der Führung des Unternehmens markierte, war klar, dass die Hauptversammlung wiederholt werden muss. Wann das sein wird, bleibt nach wie vor offen.

Auslöser des Streits waren Unstimmigkeiten, die im Zusammenhang  mit der Übernahme der Husumer  WKN AG durch die PNE Wind AG aufgekommen waren. Vor dieser Transaktion war der PNE Aufsichtsrat Volker Friedrichsen größter Einzelaktionär der WKN AG. Streitpunkt zwischen der darüber in zwei Lager entzweiten Führung ist der Kaufpreis, den die PNE Wind AG für WKN bezahlte. Der Vorstandsvorsitzende Martin Billhardt äußerte öffentlich den  Verdacht, dass Friedrichsen dafür gesorgt habe, dass PNE einen überhöhten Preis gezahlt hat. Friedrichsen, der auch größter Einzelaktionär der PNE Wind AG ist wehrte sich entschieden und warf Teilen der Führung seinerseits vor, überhöhte Vergütungen für ihre Tätigkeiten innerhalb der PNE Wind AG einzustreichen. Lesen Sie dazu dieses   Interview mit Volker Friedrichsen und diesen  Beitrag zur Lage der Dinge bei der PNE Wind AG.

Die nicht bindenden Beschlüsse der denkwürdigen Hauptversammlung vom 16. Juni spiegeln den Unmut der Aktionäre gegenüber der zerstrittenen Führung wider. Das gilt besonders für den Aufsichtsrat. Fünf der sechs Aufsichtsräte wären demnach nicht entlastet worden, wenn auch überwiegend mit knapper Mehrheit. Lediglich Peter Baron von Le Fort hatte 65,6 Prozent Ja-Stimmen für seine Entlastung. Die beiden zerstrittenen Lager in der Führung hatten jeweils die Abwahl ihrer Widersacher beantragt. Das führte dazu, dass vier der sechs Aufsichtsräte der PNE Wind AG abgewählt worden wären, wenn die Ergebnisse der Versammlung vom 16. Juni rechtskräftig gewesen wären. Lediglich Astrid Zielke und Peter Baron von Le Fort erhielten jeweils knappe Mehrheiten gegen ihre Abwahl.

„Wir haben die Ergebnisse zur Kenntnis genommen. Wir werden diese in Ruhe analysieren und den Ausgang der kommenden Gremiensitzungen abwarten“, ließ die Volker Friedrichsen Beteiligungs-GmbH dazu verlauten. „In jedem Fall sind die Ergebnisse ein klares Zeichen dafür, dass tiefgreifende Veränderungen in Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft notwendig sind“, so das Unternehmen weiter. Der PNE-Vorstand erklärte seinerseits, dass es nun darum gehe, „einen unabhängigen Aufsichtsrat zu nominieren, der das vollständige Vertrauen der Aktionäre genießt.“

Deutlich wurde auch, dass die PNE Wind AG wohl nicht umhin kommt, ihr Vergütungssystem für die Aufsichtsräte innerhalb der Firmengruppe umzustellen. Dafür hatte bei der Versammlung am 16. Juni eine Mehrheit von 63,4 Prozent gestimmt. Dies wolle die PNE Wind AG aufnehmen, hieß es: „Die Verwaltung möchte den Anregungen von Aktionären entgegenkommen und daher eine Änderung der Aufsichtsratsvergütung vorschlagen. Anstelle der bisherigen fixen und variablen Vergütung will die Verwaltung vorschlagen, die Aufsichtsratsvergütung zu reduzieren und künftig eine ausschließlich fixe Vergütung an den Aufsichtsrat zu zahlen.“ Ein entsprechender Vorschlag werde auf die Tagesordnung der kommenden Hauptversammlung gesetzt, kündigte der PNE-Vorstand an.

PNE Wind AG:  ISIN DE000A0JBPG2 / WKN A0JBPG
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