Umweltanleihen können Investoren eine vergleichsweise hohe Sicherheit bieten. ECOreporter.de erläutert Anlagerisiken, stellt aber auch ein Beispiel für eine börsennotierte Anleihe vor, die nachhaltig ist und solide. Im Bild ein Windpark von Energiekontor, die eine Reihe von nachhaltigen Anleihen auf den Markt gebracht hat. / Foto: Unternehmen

  Anleihen / AIF

Fünf Prozent Rendite: die Öko-Anleihe

Sind Öko-Anleihen eine sichere Alternative zu Umweltaktien? Wie funktionieren sie? Worauf müssen Anleger hier Acht geben? ECOreporter.de beantwortet diese sowie weitere Fragen zum Thema nachhaltige Schuldverschreibungen.

Sicherheit und hohe Zinsen – die Traumkombination. Viele Anleihen versprechen genau das. Und obendrauf Nachhaltigkeit. Also zugreifen? Zunächst einmal sollte man sich vor Augen führen, wer überhaupt alles Anleihen herausgibt. Das sind in erster Linie Staaten, Banken und Konzerne. Das Problem bei allen: Deren Anleihen mögen recht sicher sein – aber Rendite bringen sie heute wenig bis gar keine. Bleibt ein Bereich übrig: Mittelstands-Anleihen. Die sind für mittelständische Unternehmen eine Alternative dazu, einen Bankkredit aufzunehmen. Anleihen sind rechtlich sogenannte Schuldverschreibungen und damit wird klar: Das Unternehmen schuldet dem Anleger Geld. Anders als Aktionäre werden die Anleihe-Anleger also nicht Teilhaber, sondern Gläubiger eines Unternehmens. Ob eine Anleihe an der Börse gehandelt werden soll oder nicht, legt das Unternehmen selbst fest. Es entscheidet auch, wofür es das Geld einsetzt. Die formulierten Ziele können vage sein, zum Beispiel „Wachstum“. Oder sehr konkret, etwa „Kauf eines Windparks“.

Schlachtfeld Mittelstandsanleihen

Anleger können heute aus mehreren Dutzend „grünen“ Unternehmensanleihen mittelständischer Firmen auswählen. Aber Vorsicht: Zins ist nicht dasselbe wie Rendite. Denn der Zins einer Anleihe bezieht sich immer auf den sogenannten Nominalwert. Der Kurswert kann höher oder niedriger sein, dann unterscheidet sich die Rendite vom Zins. Am Ende der Laufzeit erhält man den Nominalwert zurück. Feste Zinsen, feste Rückzahlung – sind Anleihen also schlicht sicher? Nicht immer. Mit etlichen grünen Anleihen haben Anleger viel Geld verloren. Der Grund: Die Unternehmen meldeten Insolvenz an oder sie schrammten so gerade eben an einer Pleite vorbei, zahlten aber zeitweise keine Zinsen. Verlustbringer waren beispielsweise der Windkraftprojektierer Windreich GmbH, die Biogasspezialistin BKN Biostrom AG, die SolarWorld AG und viele andere. Trotz „fester Zinsen“ sind Anleihen bei Weitem nicht so sicher wie Sparbücher mit Einlagensicherung der Bank. Denn das Sparbuchguthaben übersteht auch die Pleite einer Bank. Bei der Anleihe ist das Geld zumindest größtenteils – wenn nicht gar komplett – weg, wenn das Unternehmen insolvent wird. In vielen Fällen gibt es von ein und demselben Unternehmen sowohl Aktien als auch Anleihen. Geht es den Unternehmen richtig gut, dürfte die Aktie ertragreicher sein, weil der Kurs stark steigt. Läuft es im Unternehmen schlecht, können Anleihe und Aktie im Wert bis auf Null zurückfallen. Vorteile bietet die Anleihe gegenüber der Aktie dann, wenn das Unternehmen kriselt, aber nicht insolvent wird: Dann sinken zwar sowohl der Aktien- als auch der Anleihenkurs, aber der Anleger kann bei der Anleihe bis zum Ende der Laufzeit abwarten und den Nominalwert Energiekontor-Windpark 47 zurückerhalten, also den 100-Prozent-Kurs. Und in der Zwischenzeit erhält er dazu die versprochenen Zinsen.

Sicherheiten sind möglich

Nur: Ob das alles so hinkommt, weiß man erst im Nachhinein. Besser also, man schaut nach Anleihen, die Sicherheit bieten. Die ECOreporter-Internetredaktion kommentiert und beobachtet durchgängig eine Reihe solider grüner Anleihen. Eine besondere Anleihe stellen wir hier vor: Es ist die Stufenzins-Anleihe V der Energiekontor Finanzanlagen GmbH & Co. KG. Sie bietet jährliche Zinsen von 6 Prozent bzw. 6,5 Prozent (ab 2019) – bezogen auf den Nominalwert der Anleihe. Tipp: Haben Sie etwas Geduld, bis Sie zum Zug kommen; legen Sie beim Kauf der Anleihe ein Limit bei 102 oder 103. Die wirkliche Rendite liegt dann bei etwa 5,5 bis 6 Prozent. Achtung: Es gibt eine ganze Reihe weiterer Stufenzinsanleihen von Energiekontor, die ähnlich aufgebaut sind. Bei ECOreporter.de finden Sie zu fast allen einen  ECOanlagecheck (Link entfernt)  –  einfach „Stufenzinsanleihe“ in die Suchmaske eingeben.  Hier  lesen Sie den  ECOanlagecheck zur jüngsten Stufenzins-Anleihe von Energiekontor.

Das Geld der Anleger finanziert bei der Stufenzins-Anleihe V nicht das Unternehmen Energiekontor, sondern drei Windparks in Niedersachsen, die teilweise bereits seit Ende der 90er Jahre Strom liefern. Als Sicherheiten dienen der Emittentin der Stufenzins-Anleihe V die Kommanditanteile der Windparks und Dienstbarkeiten, die im Grundbuch eingetragen sind. Sollte einmal etwas schief gehen, kann die Emittentin der Anleihe die Gesellschaftsanteile verwerten. Die Windenergieanlagen samt der Infrastruktur der Windparks und eventuelle Nutzungsrechte sind Eigentumswerte der Gesellschaften. Der Verwertungserlös könnte dann die Forderungen der Anleger erfüllen. Denn es soll sich kein weiteres (vorrangiges) Fremdkapital in den Betreibergesellschaften befinden, so dass die Anleihegläubiger der Stufenzinsanleihe erstrangig bedient werden könnten. Vor allem aber liegen der Finanzkalkulation Erträge aus der Stromproduktion zugrunde. Die Windkraftanlagen erhalten für den Strom die im Erneuerbare-Energie-Gesetz festgelegten Strompreise bis 2019 (ältester Windpark) und länger. Die Nutzungsrechte für die Flächen laufen teilweise bis weit über 2020 hinaus.

So kaufen Sie diese Anleihe

Anleger brauchen ein Depot bei ihrer Bank, um Anleihen zu kaufen, die bereits an der Börse notiert sind (neue Anleihen kann man dagegen oft direkt beim herausgebenden Unternehmen zeichnen). Neben der Frankfurter Börse haben beispielsweise auch die Börsen in Stuttgart, Düsseldorf, Hamburg und Hannover Handelssegmente für Anleihen. Wie bei Aktien müssen die Anleihen und ihre Emittenten bestimmte Voraussetzungen für den Börsenhandel erfüllen: Unter anderem ein Bonitätsrating, das die Unternehmen bei Ratingagenturen einkaufen müssen. Außerdem müssen die Unternehmen innerhalb festgelegter Fristen Geschäftszahlen veröffentlichen. Der Börsenhandel einer Mittelstandsanleihe ist allerdings nicht zu vergleichen mit dem Handel einer Aktie, etwa der der  Dividendenkönig-Aktien. Solchen Aktien mit hohem Umschlag an der Börse sind Sekunden nach der Order verkauft. Bei einer Energiekontor-Stufenzinsanleihe kann es durchaus einige Tage bis zum Verkauf dauern.

Name: StufenzinsAnleihe V
Emittentin: Energiekontor Finanzierungsdienste GmbH & Co. KG
Start: 1.7.2013
Laufzeit bis: 30.6.2023
WKN: A1TM21
ISIN: DE000A1TM219
Tatsächliches Emissionsvolumen: 23 Mio. Euro
Börse: Frankfurt
Zinsen: 6 %, ab 2019: 6,5 %
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