Ökostrom-Anlagen sollen in Deutschland künftig komplett über Ausschreibungen der Bundesnetzagentur vergeben werden. Der fünfte Testlauf dazu startet. Dabei geht es um Freiflächensolaranlagen. Im Bild ein Solarkraftwerk der Wattner AG, die bereits mehrere Zuschläge bei deutschen Solarauktionen erhalten hat. / Foto: Unternehmen

07.06.16 Erneuerbare Energie

Fünfte deutsche Solarauktion gestartet - offen bis 1. August

Die deutschen Ausschreibungen für Photovoltaikanlagen auf Freiflächen gehen in die nächste Runde. Einmal mehr geht es um die Vergabe von Photovoltaik-Bauvorhaben mit 125 Megawatt (MW) Gesamtkapazität. Bieter müssen ihre Gebote bis zum 1. August 2016 einreichen.

Zum fünften Mal überhaupt und zum zweiten Mal im laufenden Jahr führt die Bundesnetzagentur Ausschreibungen zur Vergabe von Photovoltaikbauvorhaben durch. An den Voraussetzungen und Rahmenbedingungen ändert sich der Behörde zufolge im Vergleich zur ersten Runde 2016 wenig: Schon in der ersten Runde 2016 hatte die Bundesnetzagentur 125 MW als Ausschreibungskontingent ausgelobt. Allerdings können Photovoltaikprojekte auf Ackerflächen an der zweiten Solarauktion 2016 nicht wieder teilnehmen.

Photovoltaik-Ausschreibung beginnt bei 11,09 Cent pro Kilowattstunde

Bei der Auktion werden die Tarife ermittelt, die die Betreiber dann für 20 Jahre für den Strom aus den Freiflächenanlagen erhalten. Die Ausschreibungen beginnen erneut bei dem verordneten Maximalgebot von 11,09 Cent pro Kilowattstunde Solarstrom. Den Zuschlag erhalten diejenigen Bauherren, die diesen Wert am weitesten unterbieten. In der ersten Runde 2016 lagen die Zuschläge zwischen 6,94 und 7,68 Cent pro Kilowattstunde. 21 Angebote bekamen letztlich den Zuschlag. Gleich bleibt auch das Gebotsverfahren selbst: Der im niedrigste Gebot genannte Wert, bekommt den Zuschlag. Dann folgen die nächsthöheren Gebote, bis das gesamte ausgeschriebene Kontingent vergeben ist. Dass diesmal keine Bauvorhaben auf Ackerflächen ausgeschrieben werden, hat einen einfachen  Grund. Der Ausbau auf solchen landwirtschaftlichen Flächen ist streng limitiert und das Kontingent wurde bereits in der ersten Ausschreibungsrunde ausgeschöpft.

122 Zuschläge erteilte die Bundenetzagentur bisher – gebaut ist davon wenig

Die Photovoltaikausschreibungen führt die Bundesnetzagentur seit 2015 durch. Bislang hat die Bundesnetzagentur in den vier gelaufenen Runden 122 Bauvorhaben vergeben. Weil die Bauherren nach dem Zuschlag zwei Jahre Zeit haben, um die Anlagen zu realisieren, ist erst ein kleiner Teil dieser Anlagen tatsächlich gebaut. Künftig sollen auch Dachanlagen, die größer sind als 750 Kilowatt (kW) über Ausschreibungen vergeben werden. So sieht es die jüngste EEG-Reform vor, die nach dem Willen der Bundesregierung noch vor der politischen Sommerpause endgültig auf den Weg gebracht werden soll (mehr zur Reform lesen Sie  hier).

EEG-Vergütung für Erneuerbare soll durch Ausschreibungen komplett ersetzt werden

Die Bundesregierung will die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelte, feste Einspeisevergütung für Ökostrom komplett durch Ausschreibungsverfahren ersetzen. Damit werde der Ausbau der Ökostromleistung in Deutschland besser steuerbar und möglichst kostengünstig vorangebracht, so die Argumente der Großen Koalition. Faktisch ist besonders der Ausbau der Photovoltaikleistung in Deutschland mit den EEG-Reformen seit 2012 immer stärker zum Erliegen gekommen. Somit hat Deutschland die selbst gesteckten Ausbauziele in diesem Bereich mehrfach verfehlt (mehr lesen Sie  hier).  Ab 2017 soll das Verfahren auch beim Ausbau der Windenergie angewandt werden.
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