17.03.10 Anleihen / AIF

„Für den sicherheitsorientierten Anleger ist Deutschland der bevorzugte Investitionsstandort für Solarprojekte.“ - ECOreporter.de-Interview mit Erik Waßmann, Primus Valor AG




ECOreporter.de: Wofür soll das bei Anlegern eingesammelte Kapital verwendet werden, können Sie konkrete Standorte nennen?

Erik Waßmann: Es werden zwei Freiland Solarparks gekauft. Ein Standort steht schon fest. Es wird ein Wechselrichterhaus aus dem Solarpark Pocking II erworben. Dabei handelt es sich um eine nachgeführte Anlage mit polykristallinen Modulen die bereits im Dezember 2009 ans Netz ging. Die zweite Anlage wird voraussichtlich auch in Bayern gebaut und im Juni ans Netz gehen.

ECOreporter.de: Mit welchen Partnern arbeiten Sie bei dem Fonds zusammen, welche Erfahrungen bringen diese ein?

Waßmann: Mit der Ranft Unternehmensgruppe aus Bad Mergentheim. Herr Huber und Herr Klindworth bringen jahrelange Erfahrung im Anlagenbau und Spezialkenntnisse im Bereich Solartechnologie mit. Entsprechende Lebensläufe können geliefert werden.

ECOreporter.de: Welche Erfahrungen hat Ihr Unternehmen mit Grünstrom-Projekten, welche mit geschlossenen Solarfonds?


Waßmann: Herr Huss, Geschäftsführer der Primus Valor Konzeptions GmbH, baut seit Jahren Dachanlagen, u.a. für den eigenen Bedarf. Zusätzlich hat die Primus Valor im letzten Jahr an dem Projekt Pocking II mitgewirkt und platziert.

ECOreporter.de: Wie ist der Verkaufserfolg des Solar Invest Deutschland 1; wie ist der Platzierungsstand?

Waßmann: Der Platzierungsstand liegt bei ca. 750.000 Euro.

ECOreporter.de: Interessieren sich auch mehr neue Anlagevermittler für Ihre nachhaltigen geschlossenen Fonds?

Waßmann: Der Fonds wurde in Kontingenten an bevorzugte Geschäftspartner vergeben. Insofern sind keine neuen Anlagevermittler zwingend nötig. Der ein oder andere Vermittler meldet sich jedoch und zweigt Interesse.

ECOreporter.de: Werden Sie in diesem Jahr weitere nachhaltige geschlossene Fonds auf den Markt bringen? Aus welchen Bereichen?

Waßmann: Voraussichtlich wird es im zweiten Halbjahr einen weiteren Solarfonds in Deutschland geben.

ECOreporter.de: Sehen Sie derzeit eher ein Überangebot oder eher eine Marktenge bei Erneuerbare Energie Projekten, die sich für geschlossene Fonds eignen?

Waßmann: Eher eine Marktenge, da derzeit die Förderkriterien noch nicht definitiv von der Politik festgezurrt wurden. Auch auf der Lieferantenseite und bei der Materialbeschaffung gibt es erhebliche Engpässe.

ECOreporter.de: Wie beurteilen Sie die Bereitschaft von Banken, Projekte aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien für geschlossene Fonds zu finanzieren?

Waßmann: Grundsätzlich nehmen sich die Banken der Projekte an, stellen aber einen strengen Forderungskatalog auf. Die meisten Anbieter von Solaranlagen können hier nicht mithalten, z.B. bei der Vorfinanzierung.

ECOreporter.de: Die Preise für Solarmodule sind seit 2008 massiv gesunken. Ist das die Chance für Projekte, zu höheren Renditen zu kommen? Welche Auswirkungen werden die geplanten Kürzungen der deutschen Solarstromvergütung haben?

Waßmann: Einige Modulhersteller haben ihre Preise auch erhöht! Auch ist derzeit viel an Ware zweiter Klasse, ergo mängelbehaftet, im Umlauf. Insofern muss man die Angebote genau prüfen. Die Kürzungen werden allenfalls aufgefangen, denn alles andere ist teurer geworden, z.B. Wechselrichter, etc …

ECOreporter.de: Wo sehen Sie die attraktivsten Märkte für geschlossene Solarfonds? Welche Länder erscheinen Ihnen riskant?

Waßmann: Attraktiv für wen? Für den sicherheitsorientierten Anleger ist Deutschland der bevorzugte Investitionsstandort. Für Anleger mit ein wenig mehr Risikobereitschaft bieten sich Länder wie Spanien, Italien und Frankreich an. In anderen EU Ländern gibt es wenig Aktivität und wenig Erfahrung – eher Unsicherheit!

ECOreporter.de: Wie schätzen Sie im Bereich der geschlossenen nachhaltigen Fonds die weitere Marktentwicklung ein; welche Trends sehen Sie für die nahe Zukunft?

Waßmann: Den Schwerpunkt bei den nachhaltigen geschlossenen Fonds sehen wir im Bereich Solar. Die restlichen Bereiche stellen Nischenprodukte dar.

ECOreporter.de: Herr Waßmann, wir danken Ihnen für das Gespräch.
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