18.07.08 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Geduldsprobe - Wann kann die Solarvalue AG die Großproduktion von Silizium starten?

Entgegen der ursprünglichen Planung wird die Berliner Solarvalue AG erst zum Ende dieses Jahres die Produktion von Solarsilizium im slowenischen Ruse starten können. Das räumte heute ein Firmensprecher auf Nachfrage von ECOreporter.de ein. In Ruse will das börsennotierte Unternehmen aus Berlin Solarsilizium aus metallurgischem Silizium herstellen. Ursprünglich war der Produktionsbeginn für das erste Halbjahr 2008 anvisiert worden, dann im Februar für das 2. Halbjahr. Nun werde man 2008 wohl nur kleine Mengen herstellen und erst 2009 mit der Großproduktion beginnen, so Unternehmenssprecher Maximilian Fischer gegenüber ECOreporter.de.
Mit dem Ausbleiben von Erfolgsmeldungen aus Ruse erklärte er auch den Kursverfall der Aktie des Unternehmens. Der Anteilsschein notiert aktuell in Frankfurt mit 28,55 Euro rund 60 Prozent unter dem Vorjahreskurs. Natürlich sei das Wertpapier in den generellen Abwärtstrend mit einbezogen worden, auch andere Solarwerte hätten stark an Wert verloren. Zudem sei die Solarvalue vor dem Niedergang mit Kursen um 80 Euro im Dezember 2007 auch sehr hoch bewertet gewesen. Fischer geht davon aus, dass die Aktie sich erholen wird, sobald es Erfolgsmeldungen von Solarvalue gibt. Er äußerte „Verständnis für die Skepsis oder Ungeduld mancher Aktionäre“. Aber es sei absehbar, dass die Produktion in Gang komme. Überdies befinde man sich in "aussichtsreichen Verhandlungen" mit potentiellen Kunden.
Wie der Sprecher der 2005 gegründeten Solarvalue AG im Gespräch mit ECOreporter.de ausführte, wurden zum Teil bereits Vorverträge abgeschlossen. Es gebe weiter ein großes Interesse an dem Silizium, das man ja über ein zwar neuartiges, doch sehr kostengünstiges Verfahren herstellen wolle. Die Testanlage in den USA habe zuletzt große Fortschritte auf dem Weg hin zu den Reinheitsgraden erlangt, die man benötige, um solarfähiges Silizium herzustellen. Sehr positiv werde sich die Erklärung der Q-Cells AG, von der kanadischen Becancour Silicon Inc. metallurgisches Silizium einzukaufen, auf die Geschäftsaussichten der Solarvalue auswirken, so Fischer. Wenn ein derart prominenter Solarzellenhersteller davon ausgehe, dass auf diese Weise hergestelltes Silizium höchsten Ansprüchen genüge, räume das auch bei anderen Interessenten für das Produkt noch bestehende Zweifel aus.

Der Firmensprecher glaubt nicht, dass wie von etlichen Experten prognostiziert ab Ende 2009 der weltweite Engpass bei der Siliziumversorgung aufgehoben wird. Zum einen sei nicht zu erwarten, dass die etablierte Verfahren einsetzenden Hersteller des Rohstoffs ihre Produktion alle so stark steigern können wie angekündigt. Zum anderen wird nach seiner Einschätzung die Nachfrage stärker steigen als erwartet. Ferner gab Fischer zu bedenken, dass weiterhin Langfristverträge über Silizium abgeschlossen werden dürften, zu festen Preisen auf anhaltend recht hohen Niveau. Da die Solarvalue AG sehr kostengünstig produzieren könne, sei sie imstande, selbst bei fallenden Preisen für den Rohstoff noch gute Geschäfte machen. Zumal die steigenden Energiepreise für das Unternehmen kein Problem darstellten, da sein Produktionsverfahren vergleichsweise wenig Energieeinsatz erfordere.

Solarvalue AG: ISIN DE000A0B58B4 / WKN A0B58B

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