Große Stromverbraucher profitieren doppelt von der deutschen Energiepolitik: Weil immer größere Anteile der Stromversorgung aus regenerativen Quellen gedeckt wird, sinken die Börsenstrompreise. Zugleich müssen sie sich nicht wie kleine Unternehmen über die EEG-Umlage an den Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien beteiligen. / Quelle: Fotolia.

  Erneuerbare Energie

Gerechtigkeitslücke bei der EEG-Umlage wächst weiter

Seit 2011 sind immer mehr deutsche Unternehmen ganz oder teilweise von der EEG-Umlage befreit worden. Auch in diesem Jahr setzt sich dieser Trend fort. Laut dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sind 2015 rund 2.150 Unternehmen von der EEG-Umlage befreit. 2014 waren es rund 2.100. Ihre Entlastung summiert sich in diesem Jahr voraussichtlich auf 4,8 Milliarden Euro. Das wäre gegenüber 2014 ein Rückgang um 300 Millionen Euro. Das wir dadurch möglich, dass die EEG-Umlage in 2015 erstmals geringer ausfällt als im Vorjahr. Sie wurde von 6,24 Cent pro Kilowattstunde (kWh) Strom in 2014 auf 6,17 Cent je kWh gesenkt, nach Einschätzung mancher Experten aber nicht stark genug (wir  berichteten).

Allerdings dürfte die EEG-Umlage in Zukunft wieder steigen. Auch weil die Bundesregierung plant, die Liste der Branchen, deren Unternehmen als stromintensiv gelten und von der EEG-Umlage befreit werden können, zu erweitern. Ohnehin gehen die deutschen Netzbetreiber laut ihrer Mittelfristprognose davon aus, dass sich die EEG-Umlage im Jahr 2016 erhöht, auf bis zu 7,27 Cent je kWh. Damit würde die Belastung der Stromverbraucher wieder ansteigen, die nicht wie industrielle Großverbraucher von der EEG-Umlage befreit sind.

Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, weist darauf hin, dass 2009 noch 401 Milliarden Kilowattstunden Stromverbrauch voll umlagepflichtig waren und sich diese Summe bis 2015 um 13 Prozent auf nur noch 351 Milliarden Kilowattstunden verringert hat. „Die EEG-Differenzkosten lasten also auf immer weniger Schultern. Betroffen sind vor allem Haushalte und mittelständische Unternehmen“, stellt Vohrer fest.
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