Produktionsstätte von German Pellets. / Foto: Unternehmen

  Anleihen / AIF

German Pellets: Droht Totalverlust für die Anleihegläubiger?

In Anleihen von German Pellets haben Anleger insgesamt rund 280 Millionen Euro investiert. Laut Ausführungen der Insolvenzverwalterin ist die Gefahr groß, dass sie kaum etwas von ihrem Geld zurückerhalten werden.

Am Dienstag hat die Gläubigerversammlung für die Gläubiger der ersten Anleihe von German Pellets stattgefunden. Drei weitere Gläubigerversammlungen folgen bis Ende der Woche. Auf den Versammlungen geht es zunächst nur um die Wahl eines gemeinsamen Anlegervertreters. Als der Gemeinsame Vertreter der Anleger jener Anleihe, die als erste im April fällig gewesen wäre, wurde der Kölner Anwalt Daniel Vos von der gestrigen Gläubigerversammlung gewählt.

Die laut Presseberichten im Umfeld der nicht öffentlichen Versammlung getätigten Aussagen lassen für die Anleger Schlimmes befürchten. Die Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde von der Kanzlei White & Case wird mit der Aussage zitiert, dass nur 4,4 Millionen Euro Masse für die Gläubiger verfügbar sei. Anleger hatten rund 280 Millionen Euro über Anleihen und Genussscheine in German Pellets investiert.

Über den Verbleib des Anlegergeldes gibt es noch keine Klarheit. Nach Recherchen der Wiener Zeitung und dem Handelsblatt soll ein Großteil des Geldes über Wien in die USA geflossen sein. ECOreporter.de hatte schon mehrfach über die komplexen Geschäftsverflechtungen von German Pellets in den USA  berichtet (Link entfernt).

Die düsteren Aussichten der Anleger spiegelt sich auch in den Kursen der börsennotierten Wertpapiere von German Pellets wider. Ihr Wert tendiert gegen null. Drei Anleihen und ein Genussrecht werden an der Börse gehandelt. Heute notieren diese Wertpapiere an der Börse bei Kursen unter 1,0 Prozent vom Nominalwert (100 Prozent).

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