Prokon hat rund 1,4 Milliarden Euro von Anlegern eingesammelt, um Windräder in Deutschland und Polen zu errichten. / Quelle: Fotolia

  Anleihen / AIF, Wachhund

Geschasster Gründer ringt weiter um Einfluss auf Prokon

Carsten Rodbertus, Gründer und lange geschäftsführender Gesellschafter des Windkraftprojektierers Prokon, kann offenbar nicht stillhalten. Erst vor vier Wochen hatte der vorläufige Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin ihn vor die Tür gesetzt. Der hatte damit darauf reagiert, dass Rodbertus über die Gründung einer auf ihn zugeschnitten Genossenschaft versuchte, sich für die Zukunft des Unternehmens zu positionieren (hier  erfahren Sie mehr darüber). Auch potentielle Interessen für die Genossenschaft, etwa der Verein "Freunde von Prokon", war damals von Rodbertus abgerückt, der seither das Projekt Genossenschaft nicht mehr engagiert vorantreibt. Die Internetseite dafür war zuletzt nicht mehr verfügbar.

Laut einem Bericht des „Weser Kurier“ soll der geschasste Prokon-Gründer nun den Aufbau eines neuen Unternehmens in Form einer Aktiengesellschaft vorbereiten. Er habe bereits eine „Vorrats-Aktiengesellschaft“ gekauft, was ihm den Aufwand für die eigene Registrierung einer AG erspare. Anleger könnten laut Rodbertus Anteilsschein zu 50 Euro je Stück erhalten. Auch schwebe ihm vor, Nachrangdarlehen anzubieten. Das erklärte er dem Bericht zufolge im Anschluss an eine Veranstaltung des Bremer Lokalverbandes der 'Freunde von Prokon'.

Dabei erhob Rodbertus laut dem Artikel auch schwere Vorwürfe gegen den vorläufigen Insolvenzverwalter.„Sie werden sich die Augen reiben, wie ihr Geld vernichtet wird“, zitiert ihn das Blatt. Nach seiner Darstellung sei die kolportierte Insolvenzquote von 70 Prozent des Vermögens viel zu niedrig, und daran seien die drei vom vorläufigen Insolvenzverwalter beauftragten Gutachter-Firmen Schuld. Die haben laut Penzlin Prokon als zahlungsunfähig erklärt (wir berichteten). Das zuständige Amtsgericht dürfte in wenigen Tagen eine Entscheidung über den Insolvenzantrag treffen. So hatte es der vorläufige Insolvenzverwalter angekündigt. Wie der „Weser Kurier“ berichtet, hat Rodbertus auf der Veranstaltung vorgeschlagen, dass man Penzlin als Insolvenzverwalter in der Gläubigerversammlung absetzen könne.
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