11.03.10 Anleihen / AIF

„Geschlossene Solarfonds, die in Freiflächenanlagen in Deutschland investieren, werden vom Markt verschwinden.“ - ECOreporter.de-Interview mit Erik Tröster, PT Erneuerbare Energien GmbH


Näheres über den Solarfonds des Unternehmens aus Neckersulm erfahren Sie im ECOreporter.de-Anlagecheck, zu dem Sie per Opens external link in new windowMausklick gelangen.

ECOreporter.de: Wie ist der Verkaufserfolg des PT Energiefonds Deutsche Solardächer; wie ist der Platzierungsstand?

Erik Tröster: Mit der Platzierung unseres PT Energiefonds Deutsche Solardächer sind wir sehr zufrieden. Der Fonds ist so gut wie ausplatziert. Lediglich ein sehr kleines Kontingent ist noch verfügbar. Die Nachfrage ist jedoch so groß, dass wir bereits mit Hochdruck am Nachfolgefonds „PT Energiefonds Deutsche Solardächer II“ arbeiten.

ECOreporter.de: Ursprünglich war Ihr Fonds als Blind Pool-Produkt angelegt. Können Sie nun nähere Angaben zu Projekten des Fonds machen?

Tröster: Aufgrund der ursprünglichen Blind-Pool-Konzeption konnten wir alle Vorteile der Marktentwicklung zu Gunsten der Anleger ausnutzen. Inzwischen wurden jedoch die Investitionsstandorte definiert und gesichert. Der PT Energiefonds Deutsche Solardächer wird Anlagen in Pforzheim, Ellefeld, Semlow, Bremen, Calw, Passau und voraussichtlich Malterdingen bei Freiburg errichten und betreiben.

ECOreporter.de: Bis wann werden die Projekte des Fonds ans Netz gebracht?

Tröster:  Alle Objekte werden noch im ersten Halbjahr 2010 ans Netz gehen. Die Standorte Passau, Calw und Pforzheim sind bereits im Bau und werden in den nächsten zwei Wochen ans Netz gehen. Bei den anderen Standorten laufen bereits vorbereitende Baumaßnahmen.

ECOreporter.de: Nach welchen Kriterien wählen Sie Projekte für den Fonds aus?

Tröster:  Auch hier gilt unsere Devise: Solide, sicher, ertragreich. Die Projekte werden jeweils unter Einbezug technischer, kaufmännischer und juristischer Spezialisten geprüft. Wesentlich für die Bestimmung des Kaufpreises ist ein durch uns vorgegebener Kaufpreisfaktor, nach dem sich der GU-Partner richten muss. Wir kaufen keine kWp-Preise, sondern Zielrenditen.

ECOreporter.de: Mit welchen Partnern arbeiten Sie bei den Solarprojekten zusammen?
Tröster:  Bei der Auswahl der Partner legen wir ebenfalls Wert auf Qualität. Unsere Partner sind i.d.R. RAL-zertifiziert oder unterwerfen sich einer sonstigen externen Qualitätskontrolle.

ECOreporter.de: Sehen Sie derzeit eher ein Überangebot oder eher eine Marktenge bei Erneuerbare Energie Projekten, die sich für geschlossene Fonds eignen?

Tröster:  Auf den ersten Blick gibt es genügend Projekte. Von einem Überangebot würde ich noch nicht sprechen. Bei genauerem Hinsehen jedoch sind aus unserer Sicht aus der Vielzahl der angebotenen Projekte nur wenige qualitativ gut.

ECOreporter.de: Wie beurteilen Sie die Bereitschaft von Banken, Projekte aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien für geschlossene Fonds zu finanzieren?

Tröster:  Die Bereitschaft ist im Gegensatz zu den Hochzeiten der Finanzmarkkrise durchaus wieder vorhanden. Einige Banken sehen sich derzeit jedoch mir einer Flut von Finanzierungsanfragen konfrontiert und sind daher nicht mehr für Finanzierungen zu gewinnen, die noch im ersten Halbjahr 2010 durchgeführt werden sollen.

ECOreporter.de: Die Preise für Solarmodule sind seit 2008 massiv gesunken. Ist das die Chance für Projekte, zu höheren Renditen zu kommen? Welche Auswirkungen werden die geplanten Kürzungen der deutschen Solarstromvergütung auf Ihren Fonds haben?

Tröster:  Natürlich führen die gesunkenen Preise zu attraktiven Renditen im PV-Bereich. Die geplanten Kürzungen der Solarstromvergütung berühren unseren jetzigen Fonds nicht, da alle Anlagen noch im ersten Halbjahr ans Netz gehen. Als zusätzliche Sicherheit wurden mit unseren Partnern zudem Preisgleitklauseln fixiert, die eine zusätzliche Senkung der Vergütung auffangen. Auch in unserem Nachfolgefonds werden wir derartige Sicherungsmechanismen einbauen.

ECOreporter.de: Wie werden sich die von den Regierungsparteien beschlossenen Kürzungen der Solarstromvergütung in Deutschland auf geschlossene Solarfonds auswirken?


Tröster:  Geschlossene Fonds, die in Freiflächenanlagen in Deutschland investieren, werden vom Markt verschwinden - es sei denn es gelingt dem Initiator, qualitativ hochwertige und dennoch rentable Bestandsanlagen zu erwerben. Auch Fonds, die in Aufdachanlagen in Deutschland investieren, werden tendenziell eher weniger werden. Dafür werden mehr Projekte im Ausland als geschlossene Fonds aufgelegt werden.

ECOreporter.de: Wo sehen Sie die attraktivsten Märkte für geschlossene Solarfonds? Welche Länder erscheinen Ihnen riskant?

Tröster:  Skeptisch sind wir nach wie vor mit Regionen wie Süd-Italien, Tschechien oder Bulgarien. In erster Linie zählen für uns nach wie vor der deutsche Markt sowie  „grenznah“ erreichbare Gebiete wie z.B. das Elsass, die Beneluxstaaten oder Südtirol.

ECOreporter.de: Werden Sie in diesem Jahr neue nachhaltige geschlossene Fonds auf den Markt bringen? Aus welchen Bereichen?

Tröster:  Wie werden in Kürze mindestens einen weiteren Solarfonds auflegen, der in ein Portfolio von Aufdachanlagen in Deutschland investiert. Daneben beschäftigen wir uns auch mit den Themenfeldern Contracting und energieeffiziente Immobilien.

ECOreporter.de: Wie schätzen Sie im Bereich der geschlossenen nachhaltigen Fonds die weitere Marktentwicklung ein; welche Trends sehen Sie für die nahe Zukunft?

Tröster:  Der Bereich der geschlossenen Nachhaltigkeitsfonds wird seine Dynamik beibehalten und in den nächsten Jahren weiter wachsen. Auch etablierte Anbieter aus anderen Bereichen der geschlossenen Fonds werden verstärkt nachhaltige Fonds anbieten und so mit zur weiteren Marktentwicklung und Etablierung dieser Assetklasse beitragen.

ECOreporter.de: Herr Tröster, wir danken Ihnen für das Gespräch.


Bildhinweis: Solarprojekt der PT Erneuerbare Energien GmbH. / Quelle: Unternehmen
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