Aufgrund starker Kürzungen bei den Solarstromtarifen kommt in Deutschland immer weniger Photovoltaik ans Netz. Vor allem Großprojekte, die für geschlossene Solarfonds in Frage kommen, lohnen sich immer weniger: Photovoltaikprojekt der S.A.G. Solarstrom AG, die immer stärker aufs Ausland setzt. / Quelle: Unternehmen

  Anleihen / AIF

Gesetzesänderung hat Run auf Solarfonds ausgelöst

Starke Einschnitte bei den Solarstromtarifen und Unsicherheiten über die Gestaltung des neuen Kapitalanlagesetzbuches (KAGB) hatten in den letzten Quartalen dafür gesorgt, dass immer weniger Anlegerkapital in geschlossene Solarfonds geflossen ist. Doch im 2. Quartal hat sich dieser Negativtrend spektakulär gewendet. Das geht aus den aktuellen Marktzahlen des bsi Bundesverband Sachwerte und Investmentvermögen e.V. hervor. Nach seinen Angaben flossen von April bis Juni 2013 96,5 Millionen Euro an Investitionen in geschlossene Solarfonds. Gegenüber dem Vorjahresquartal ist das ein Plus von satten 304 Prozent. Im 1. Quartal hatten geschlossene Solarfonds ganze 12,2 Millionen Euro eingesammelt.

Dagegen ist die Nachfrage für geschlossene Windfonds laut dem Verband im 2. Quartal gesunken. Gegenüber dem Vorjahresquartal gingen hier die Investitionen der Anleger um 37 Prozent auf 81,9 Millionen Euro zurück. Allerdings lagen die Zuflüsse im 2. Quartal damit weit über den drei Quartalen zuvor, in denen Anleger höchstens insgesamt sechs Millionen Euro in geschlossene Windfonds investiert hatten.

Das neue KAGB ist am 22. Juli in Kraft getreten und hat die Spielregeln für Direktbeteiligungen verändert (wir berichteten darüber). Experten erwarten, dass sich viele Initiatoren von Direktbeteiligungen aufgrund des neuen KAGB von geschlossen Fonds als Anlageform abwenden und statt dessen auf Bürgerbeteiligungen, Anleihen oder Genussrechte ausweichen werden.
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