Bus mit Bordrechner der init AG. Sie bietet unter anderem Hard- und Software für Verkehrslenkungssysteme an. Weil die Geschäfte zuletzt schlechter liefen, sackte der Aktienkurs deutlich ab. Für 2016 ist keine Besserung zu erwarten. / Foto: Unternehmen

24.03.16 Aktientipps

Gewinneinbruch der init AG – Aktie weiter im Kurskeller

Mit einem zuversichtlichen Ausblick auf mögliches Wachstum ab 2017 hat die init innovation in traffic systems AG ihren Aktienkurs nur vorübergehend belebt. Sie sprang kurz nach der Bilanzpressekonferenz des IT-Dienstleisters für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) im Xetra um vier Prozent auf 15,2 Euro. Um 11 Uhr notiert sie am heutigen Donnerstag aber mit 14,9 Euro nun 34 Prozent unter dem Vorjahreskurs.

Vor einem halben Jahr wurde die init-Aktie noch mit über 25 Euro gehandelt. Doch dann musste der Vorstand des Unternehmens aus Karlsruhe die Gewinnprognose für 2015 kassieren (wir  berichteten). Diese verringerten Erwartungen hat die init AG erfüllt, wie die nun veröffentlichte Jahresbilanz für 2015 zeigt. Demnach brach das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ein. Von 18,7 Millionen Euro im Vorjahr auf 10,8 Millionen Euro in 2015. Ursprünglich hatte die init AG ein EBIT von 17 Millionen bis 19 Millionen Euro angestrebt, diese Prognose aber im Herbst auf 10 bis 12 Millionen Euro gekappt. Der Gewinn pro Aktie sackte von 1,20 Euro auf 0,75 Euro ab.

Der init-Gründer und Vorstandsvorsitzende Dr. Gottfried Greschner erklärte das deutlich verschlechterte Ergebnis unter anderem mit negativen Wächrungseffekten, etwa mit dem Kursverfall des kanadischen Dollars. Auch Aufwendungen für die Markterschließung in Asien und teilweise höhere Personalkosten hätten das Ergebnis belastet. Zugleich erreichte die init AG nach 103 Millionen Euro in 2014 mit 105,3 Millionen Euro in 2015 einen neuen Umsatzrekord.

Der Jahresgewinn wird 2016 wohl weiter sinken

Der Ausblick des Vorstands für 2016 fällt verhalten aus. Ende 2015 lag der Auftragseingang mit 67,2 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahrswert von 78,1 Millionen Euro. Vorstandschef Greschner verwies auf verschlechterte weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen und die „politischen wie ökonomischen Turbulenzen in vielen Ländern“. Ihm zufolge wurden „Ausschreibungen verschoben oder neu aufgesetzt und Projekte verzögerten sich“. Laut Greschner will die init AG „bei einer leicht rückläufigen Marge“ im Jahresverlauf 2016 einen stabilen Umsatz von 100 Millionen Euro erwirtschaften. Das EBIT werde vorausssichtlich weiter auf „etwa acht Millionen Euro“ sinken.

Immerhin rechnet der Vorstand für 2016 wieder mit einem deutlich stärkeren Auftragseingang im Konzern von rund 110 Millionen Euro. "Wir haben innerhalb von wenigen Wochen jetzt zwei Großaufträge im Gesamtvolumen von mehr als 30 Millionen Euro erhalten. Das bestätigt unsere Einschätzung, dass insbesondere multimodale Fahrgeldmanagementsysteme weltweit bei den Verkehrsbetrieben immer stärker gefragt sind. Hier haben wir uns eine führende Marktposition erarbeitet, die uns entsprechende Wachstumschancen eröffnet", sagte Greschner. "In Nordamerika haben wir im abgelaufenen Jahr neue Kunden dazu gewonnen und rechnen mit weiteren Aufträgen. Auch auf anderen Kontinenten kommen große Ticketing-Ausschreibungen, weil die Verkehrsbetriebe auf breiter Front erkannt haben, welchen Nutzen sie davon haben. Wenn es uns zudem gelingt, die Idee integrierter Systeme, also Leitsystem kombiniert mit Ticketing, voranzutreiben, dann eröffnet uns dies neue Wachstumspotentiale", so Greschner weiter.

Laut dem Vorstandschef bleibt zunächst Nordamerika ein wichtiger Wachstumsmarkt für init. Für die Zukunft sieht er das größte Potential für neue Aufträge aber in Asien, wo für die init Ag bislang vor allem Kosten anfielen, um dort überhaupt einen Marktzugang zu erhalten. Greschner dazu: "Es ist dort ein harter und steiniger Weg zum Erfolg, vorerst stehen den Kosten noch keine nennenswerte Erlöse gegenüber. Doch wir rechnen bei einem positiven Verlauf mit einer ähnlich dynamischen Entwicklung wie in Nordamerika, wo sich innerhalb weniger Jahre die Umsätze für uns vervielfacht haben."

Anleger sollten vorsichtig sein

ECOreporter.de empfiehlt, trotz des niedrigen Kurses zunächst nicht in die Aktie der init AG zu investieren. Anleger sollten zunächst die weitere Entwicklung abwarten. Das Unternehmen ist zwar aussichtsreich aufgestellt, aber es schürt schon seit längerem Hoffnungen auf eine steigende Nachfrage aus Asien, hat diese aber bislang immer enttäuscht.

init innovation in traffic AG:  ISIN DE0005759807 / WKN 575980
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