19.12.11 Nachhaltige Aktien , Meldungen , Fonds / ETF

Gibt es noch aussichtsreiche Klimaschutz-Aktien? - Klimafondsmanager gibt Einblick in seine Anlagestrategie



Allerdings gebe es unter den nachhaltigen Geldanlagen derzeit auch Branchen, bei denen ein Investment wenig aussichtsreich sei, räumt der Fondsmanager dieses europäischen Aktienfonds mit Schwerpunkt Klimawandel ein. „Mit Solarwerten, Elektro-Automobilen und LED-Technologie ist derzeit kein Geld zu verdienen“, erklärt Keidel. Hier habe sich der Wettbewerb verschärft, es seien viele neue Unternehmen auf den Markt gekommen. Der Konkurrenzdruck und die geringe Kapazitätsauslastung drückten auf die Margen der Unternehmen. „Aus diesem Grund sind wir in diesen Bereichen nicht engagiert“, stellt Keidel klar. Sollten sich hier wieder Chancen ergeben, sei allerdings ein Einstieg denkbar.

Eine grundsätzlich intakte Nachfrage sieht der Fondsmanager bei energieeffizienten Zwischenprodukten wie zum Beispiel nach Dämm- und Isolierstoffen, Leichtbaustoffen und Vorprodukten für Erneuerbare Energien. Aber hier rechnet Keidel mit einer Erholung erst ab März 2012. Zum geeigneten Zeitpunkt will er dann auch wieder Positionen aufbauen.

Die Entwicklung in der Chemiebranche habe ihn während der vergangenen Jahre positiv überrascht, merkt Keidel ferner an: „Hier hat sich das Thema Klimaerwärmung zu einem echten Wachstumsmarkt entwickelt“. Zuletzt habe er allerdings  Aktien aus dem Chemiesektor verkauft, ohne in andere Titel zu wechseln. „Der Chemiesektor spielt zwar eine ganz bedeutende Rolle beim Kampf gegen den Klimawandel, jedoch stimmt das wirtschaftliche Umfeld skeptisch“, sagt der Fondsmanager. Die Kunden vieler Chemieunternehmen seien derzeit dabei, ihre Lagerbestände abzubauen und so weniger zu bestellen als bisher. „Das führt zu sinkenden Materialpreisen und dürfte Spuren in den Q4-Zahlen vieler Chemieunternehmen hinterlassen“, erwartet Keidel.


Er hält nach eigener Aussage derzeit ganz bewusst einen signifikanten Liquiditätsanteil: „Wir wollen nicht in Aktien investieren, von denen wir nicht restlos überzeugt sind“, so Keidel. „Derzeit gibt es nur wenige interessante Titel am Markt“.

Großes Potenzial sieht der Fondsmanager im Thema Erdgas. Erdgas sei ein CO2-armer Energieträger, der sich bei der Verstromung sehr gut als Element für den Energiemix mit erneuerbaren Energien eigne. So könnten beispielsweise Gaskraftwerke sehr flexibel genutzt werden, um etwa in windstillen Phasen Energie aus Windkraftanlagen zu ersetzen. „Unternehmen, die im Kraftwerksbau aktiv sind, verfügen über sehr gute Zukunftsaussichten, da die Nachfrage nach Gasturbinen oder Mikrokraftwerken stark steigen dürfte“, erwartet Keidel.
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