Afrika stemmte sich im ersten Quartal gegen den Trend. Vor allem in Südafrika wurde laut BNEF stärker in erneuerbare Energie investiert als im Vorjahreszeitraum. / Quelle: Nuon

  Erneuerbare Energie

Globaler Mittelzufluss für erneuerbare Energien wird dünner

Der weltweite Investitionsboom, der im Bereich der erneuerbaren Energien das vergangene Jahr geprägt hat, setzt sich 2015 bislang nicht fort – mit einer Ausnahme. Das zeigen Marktzahlen, die Bloomberg New Energy Finance (BNEF) veröffentlicht hat. Demnach sank das Investitionsvolumen im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf rund 50,5 Milliarden US-Dollar. Seit dem ersten Vierteljahr von 2013 war nicht mehr so wenig neu investitert worden.

Dazu trug bei, dass in China, zuletzt der Wachstumsmotor im Markt für regenerative Energie, die Investitionen in diesem Sektor um 24 Prozent geringer ausfielen als noch im ersten Quartal 2014. Sie erreichten laut BNEF nur elf Millionen Dollar. Noch höher fiel der Einbruch in Europa mit einem Rückgang von 30 Prozent aus. Die Europäer fallen offenbar im laufenden Jahr noch weiter zurück, nachdem hier die Investitionen in erneuerbare Energien 2014 stagnierten, während andere Weltregionen massiv Geld in deren Ausbau steckten (wir haben darüber  berichtet). Dagegen stemmten sich die USA im ersten Quartal gegen den Negativtrend, hier steigen die Investitionen in saunere Energie laut BNEF um zwei Prozent auf 9,6 Milliarden Dollar. In Indien steigen die Investitionen sogar massiv an, um 59 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar. Hier legt die die neue Regierung einen ihrer Schwerpunkte auf den starken Ausbau der regenerativen Energien.

Bei einer Betrachtung der einzelnen Sektoren fällt auf, dass die Investitionen in Photovoltaik im ersten Quartal 2015 gegen den Trend gesteigen sind. Sie erhöhten sich nach den Erhebungen von BNEF um sieben Prozent, während für Windkraft um 30 Prozent weniger Kapital bereitgestellt wurde als im Eröffnungsquartal des Vorjahres. Noch stärker fiel der Einbruch bei den Biotreibstoffen aus. Hier führte wohl vor allem der stark gesunkene Ölpreis dazu, dass die globalen Investitionen um fast zwei Drittel auf nur noch 447 Millionen Dollar einbrachen.
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