10.06.10 Finanzdienstleister

GLS Bank weiter auf Überholspur – Vorstand zieht starke Zwischenbilanz

Nachhaltigkeitsbanken werden weiter von der aktuellen Finanzmarktkrise profitieren. Davon geht die Doppelspitze der Bochumer GLS Bank, Thomas Jorberg und Andreas Neukirch, aus. Bei der Pressekonferenz zur Halbjahresbilanz zog Vorstand Jorberg ein positives Fazit aus den vergangenen fünf Monaten. Demnach gelang es, die Bilanzsumme des Hauses um 24 Prozent auf 1,67 Milliarden Euro zu steigern und rund 7.000 Neukunden zu gewinnen. Gleichzeitig kletterte das Kreditvolumen um 56 Millionen Euro auf 763 Millionen Euro. „Unsere Kreditzusagen, die wir bis zum 31. März getätigt haben, sind mit 121 Millionen Euro bei weitem höher“, so Jorberg. Mit 54 Prozent entfiel der größten Anteil dieser Kreditzusagen auf ökologisch orientierte Unternehmen, 30 Prozent entfielen auf Sozial- und Bildungseinrichtungen wie frei Schulen oder Seniorenprojekte. 16 Prozent machten Wohnbaufinanzierungen aus.



Ebenfalls erneut steigern konnte die GLS Bank ihren Mitarbeiterstamm. "In den vergangenen fünf Monaten haben wir insgesamt 29 neue Mitarbeiter auf allen Ebenen hinzugewonnen“, so Jorberg. Zum Vergleich: im Gesamtjahr 2009 waren es 39 Neueinstellungen.


"10 bis 15 Millionen Menschen in Deutschland geben aktuellen Studien zufolge an, sich für den nachhaltigen Umgang mit ihren Geldanlagen zu interessieren. Das ist ein großes Potenzial für ein weiteres dynamisierendes Wachstum“, erklärte Jorberg zu den Zukunftsperspektiven der GLS Bank. Eine große Herausforderung sei es, der mit den Krisen am Finanzmarkt und fatalen Ereignissen wie der Ölkatastrophe am Golf weiter steigenden Nachfrage gerecht werden zu können, so der Vorstand. Dazu habe die GLS Bank ihr Nachhaltigkeitsprofil weiter geschärft und Zukunftsthemen wie Mobilität mit auf die Agenda gesetzt. „Das meint nicht nur Elektromobilität, sondern die die weitere Vernetzung von Technologie, Forschung und Entwicklung“, erklärte Jorberg.


Fortschritte macht die Bank nach eigenen Angaben bei der Schaffung des deutschlandweiten Mikrokredite-Netzwerk für Existenzgründer und Kleinunternehmer, dass im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) entstehen soll (ECOreporter.de Opens external link in new windowberichtete). „Wir haben bislang mehrere hundert Kredite vergeben in einer Größenordnung von rund 500.000 Euro“, bilanzierte Neukirch. Derzeit stehe man mit zahlreichen Mikrofinanzinstituten (MFIs) in Verhandlungen und sei zuversichtlich, bis zum Jahresende ein flächendeckendes Netz von bis zu 250 MFIs für Deutschland bereitstellen zu können.



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