Der Vorstand der GLS Bank, gemeinsam mit Unternehmenssprecher Christof Lützel, auf der Pressekonferenz in der Jahrhunderthalle Bochum. / Quelle: ECOreporter.de

12.06.15 Finanzdienstleister

GLS Bank weiter auf Wachstumskurs - Vorstand sieht dennoch "große Herausforderungen" - Vorstandssprecher: "Wir müssen effizienter werden"

Im ersten Quartal hat die GLS Bank aus Bochum ein Kreditvolumen von 70 Millionen Euro erreicht und 2.000 neue Mitglieder gewonnen. Pro Monat kamen 1.400 Neukunden zu der nachhaltigen Bank. Das hat der Vorstand der Bochumer GLS Bank heute auf einer Pressekonferenz erläutert. Anlass ist die Generalversammlung der genossenschaftlich organisierten Nachhaltigkeitsbank, die am 12. und 13. Juni 2015 in der Jahrhunderthalle in Bochum durchgeführt wird.

„Das Kreditvolumen betrug Ende Mai 1,98 Milliarden Euro, ein Plus von 3,8 Prozent“, führte Finanzvorstand Andreas Neukirch aus. „Insbesondere in der ökologischen Landwirtschaft werden wir weitere Akzente setzen“. Zudem stiegen die Einlagen der GLS Bank auf 3,3 Milliarden Euro, ein Zuwachs um 6,2 Prozent. „Wir sind optimistisch, dass wir auch in Zukunft weiteren Zuspruch gewinnen können“, so Neukirch. Das Geschäftsguthaben legte ihm zufolge um 23 Millionen Euro auf 199,6 Millionen Euro zu. Die Bilanzsumme der GLS Bank erreichte 3,9 Milliarden Euro.

Foto: Finanzvorstand Andreas Neukirch. / Quelle: ECOreporter.de

Neukirch wies darauf hin, dass bei der Finanzierung von Erneuerbaren Energien die Konkurrenz für die GLS Bank deutlich gestiegen sei. Er sieht aber dennoch seine Bank in einer guten Position: „Wir sind aber stark in frühen Entwicklungen – auch im Bereich der Erneuerbaren Energien. Wir sind gefragt, wenn es um Neuausrichtung geht, z.B. bei Schulformen, bei Firmen, von Leben im Alter. Bei frühen Entwicklungen sind wir prüffähiger, was bedeutet, dass wir unsere Erfahrungen ausspielen können.“

Vorstandssprecher betont die Werteorientierung der GLS Bank

Vorstandssprecher Thomas Jorberg gab trotz des guten Wachstums im bisherigen Jahresverlauf zu bedenken, dass das extrem geringe Ninzniveau auch der GLS Bank zu schaffen macht. „Aus den Zinsmargen finanziert sich die Banktechnik, also die Bearbeitung und anderes, aber nicht die Kernleistung der Bank“ so Jorberg. „Wir überlegen, ob wir die Kernleistung anders finanzieren lassen. Wir müssen effizienter werden, weglassen, was nicht banktechnisch notwendig ist - aber nur bis zur Grenze der Werte bei uns“, stellt der Vorstandssprecher klar.

Foto: GLS-Vorstandssprecher Thomas Jorberg. / Quelle: ECOreporter.de

Jorberg sieht die Bankenwelt ist im Wandel: „Ihre vier großen Herausforderungen sind die gesellschaftliche Akzeptanz von Banken, Niedrigzins, Regulierung und Digitalisierung. Sein Unternehmen werde diese Herausforderung „erfolgreich meistern.“ Die GLS Bank trete dafür in Dialog mit Kunden und Mitgliedern, um zu erfahren, was ihnen die Kernleistungen der Bank wert sind. Zudem solle eine Zukunftswerkstatt aus Mitarbeitern in den nächsten Monaten zukunftsfähige Lösungen entwickeln. „Es ist uns wichtig, von Anfang an transparent zu sein und deutlich zu sagen: So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben“, betonte der Vorstandssprecher. Er kündigte an, dass die GLS Bank, die bislang bereits all ihre Kredite veröffentlicht, in der Transparenz noch einen Schritt weitergehen werde. „Wenn bisher die Finanzierung über die Zinsmarge erfolgte, waren dem Kunden die Kosten praktisch nicht bewusst. Das will die GLS Bank künftig ändern“, sagt Jorberg.

Er führte weiter aus, dass „diese Überlegungen zu einer ganz neuen GLS Bank führen werden. Das Ziel ist klar: Sozial-ökologische Geldanlagen sollen noch stärker gesellschaftliche Wirkung entfalten.“
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