Der Gewinn des chinesischen Windrad-Herstellers Goldwind könnte im ersten Halbjahr 2017 deutlich einbrechen. Aber sind die Aussichten für Anleger wirklich so düster? / Foto: Xinjiang Goldwind Science & Technology

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Goldwind kappt Gewinnprognose: Wie Anleger reagieren sollten

Die chinesische Wind-Aktie Goldwind steht seit längerem unter Druck:  Vor gut einer Woche hatten wir geraten, die Beteiligung zu halten und zunächst neue Geschäftszahlen abzuwarten.  Nun hat das Unternehmen die Gewinnprognose für das erste Halbjahr 2017 korrigiert.

Goldwind (der vollständige Name lautet Xinjiang Goldwind Science & Technology) ist der mit Abstand größte Windkraftanlagen-Hersteller in China. Allerdings hatte der Konzern aufgrund von Problemen im Heimatmarkt zuletzt Probleme. Er konnte in diesem Jahr bislang nicht im selben Tempo wachsen wie noch in 2016.

Nun hat die Unternehmensführung ihre Gewinnprognose korrigiert: Der Gewinn von Goldwind soll im ersten Halbjahr 2017 nur noch zwischen 1,015 und 1,450 Milliarden chinesischen Renminbi Yuan liegen. Das sind umgerechnet zwischen 130 und 186 Millionen Euro. Als Grund nannte das Management "Differenzen hinsichtlich der Vertragsbedingungen" zwischen ihm und dem IT-Riesen Apple. Offenbar haben diese Differenzen die Geschäfte der beiden Partner verzögert. Apple hatte Ende 2016 in vier Goldwind-Töchter investiert, die Windparks betreiben. Der IT-Konzern will seine eigenen Standorte in China zunehmend mit Ökostrom versorgen. Im dritten Quartal 2017 sollen die Deals mit Apple aber abgeschlossen sein, teilte Goldwind mit.

Ende April 2017 hatte Goldwind noch einen Gewinn zwischen umgerechnet 186 und 279 Millionen Euro angekündigt, das wäre ein Plus von bis zu 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewesen. Die neue Prognose könnte einen deutlichen Gewinnrückgang im Vergleich zum Vorjahr bedeuten. Bei dieser erwarteten Bandbreite wäre sogar ein Einbruch von bis zu 30 Prozent möglich.

Starke Kursverluste von Goldwind nach ECOreporter-Warnung

Aktuell notiert die Wind-Aktie von Goldwind im deutschen Handelssystem Tradegate nur noch bei 0,95 Euro. Auf Jahressicht bedeutet das einen Kursverlust von fast 24 Prozent (Stand: 18. Juli).  Als ECOreporter.de im Februar in einem Aktientipp vom Investment in Goldwind abriet, wurde die Aktie noch mit 1,6 Euro gehandelt.

Dennoch kann es sich für bereits investierte Anleger langfristig lohnen, die Beteiligung zu halten. Die Geschäfte mit Apple werden sich laut Goldwind nur verzögern. Das heißt: die daraus entstehenden Umsätze und Gewinne werden voraussichtlich ins dritte Quartal 2017 verlagert. Zudem weist Goldwind weiterhin einen starken Auftragsbestand auf und baut das margenstarke Projektgeschäft immer mehr aus, wie wir bereits im letzten Aktientipp erläutert haben.

Von einem Kauf der Aktie raten wir jedoch angesichts der anhaltenden Unsicherheiten nach wie vor ab. Anleger sollten beobachten, wie erfolgreich Goldwind die geplanten Geschäfte und erteilten Aufträge tatsächlich umsetzen kann.

Xinjiang Goldwind Science & Technology Co: ISIN CNE100000PP1 / WKN A1C0QD
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