Green Planet verkaufte Anlegern Besitzurkunden für Teakbäume von Plantagen in Costa Rica. Im Bild: Ein Teakbaum. / Foto: pixbay

13.01.16 Anleihen / AIF , Wachhund

Green-Planet-Skandal: Neuer Betrugs-Prozess gestartet

Am Landgericht Frankfurt wurde ein weiterer Prozess wegen Betruges gestartet. Einmal mehr geht es dabei um die Green Planet AG, die ECOreporter.de in der  Wachhund-Rubrik (Link entfernt)  führt. Der Angeklagte trat allerdings bei dem Unternehmen nicht offiziell in Erscheinung. Gleichwohl war im Verlauf des Prozesses gegen den Gründer und Geschäftsführer der Green Planet AG 2015 dieser in Untersuchungshaft genommen worden.

Es ist bereits der zweite Betrugs-Prozess im Skandal um die insolvente  Edelholz-Investmentanbieterin Green Planet AG. Das Landgericht hatte erst Mitte Dezember den Gründer und Geschäftsführer des Frankfurter Unternehmens zu sechs Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Allerdings ist dieses Urteil noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung hat in diesem Fall Revision eingelegt (ECOreporter.de  berichtete).

Neuer Angeklagter ein „Hauptnutznießer“ des mutmaßlichen Betruges?

Der nun in einem neuen Prozess Angeklagte steht ebenfalls wegen Betruges vor Gericht. Er war im August 2015 in Untersuchungshaft genommen worden, knapp drei Monate nachdem der Gerichtsprozess gegen den Green-Planet-Geschäftsführer gestartet war. Zwar trat dieser Angeklagte nicht offiziell im Zusammenhang mit Green Planet in Erscheinung. Allerdings soll er die Geschäftsidee gehabt haben. Er gilt laut der Anklage als ein finanzieller „Hauptnutznießer“, heißt es in einem Bericht der Frankfurter Rundschau.
Die Green Planet AG betrieb über Tochterfirmen 40 Teakbaumplantagen und eine Kautschukplantage auf insgesamt 1.200 Hektar Landfläche. Anlegern verkaufte das Unternehmen Besitzurkunden für die Bäume. Dazu warb das Unternehmen damit, dass der Verkauf von Edelholz und Kautschuk bis zu 13 Prozent Rendite einbringen könne. Laut der Insolvenzverwaltung der Green Planet AG haben 760 Anleger 22,6 Millionen Euro investiert. Allerdings soll nur ein Teil davon nach Costa Rica gegangen sein (mehr dazu lesen Sie  hier).   Dem Strafverfahren gegen den Gründer und Chef der Green Planet AG war eine Razzia der Staatsanwaltschaft und die Sperrung der Unternehmenskonten vorausgegangen (ECOreporter hatte  berichtet).

Insolvenzverfahren produziert Schlagzeilen

Das Insolvenzverfahren selbst sorgte ebenfalls für Schlagzeilen, weil eine Interessengemeinschaft von Anlegern, dem Insolvenzverwalter Miguel Grosser vorwirft, die Plantagen in Costa Rica möglicherweise unter Wert zu verkaufen und die Anleger unzureichend zu informieren. Der Insolvenzverwalter hatte die Kritik zurückgewiesen. Lesen Sie dazu  Waldinvest-Pleite Green Planet AG: Anleger gegen Insolvenzverwalter – was wirklich als Wert noch in Costa Rica vorhanden ist.  Über das Insolvenzverfahren berichtete ECOreporter unter anderem hier:  Holzinvestment-Pleite: Kommen die Green-Planet-Anleger mit einem blauen Auge davon?
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