Nachhaltige Aktien, Meldungen

Großauftrag für REpower AG – Rekordergebnis für SMA SolarTechnology AG – Biopetrol Industries AG in Finanznot

In der vergangenen Woche stürzte der DAX fast unter die Marke von 4.000 Punkten. Er fiel um neun Prozent auf ein Vierjahres-Tief von 4.014 Punkten. Der US-amerikanische Dow Jones eröffnete am Freitag so niedrig wie seit Oktober 2002 nicht mehr. Auf Wochensicht fiel er um 6,2 Prozent auf 7.366 Punkte. Der japanische Nikkei verlor nicht ganz so stark. Er büßte 3,15 Prozent ein auf 7.416,38 Punkte. Öl hat sich verbilligt. Der Preis für ein Barrel der Sorte "Brent Crude Oil" sank um 9,2 Prozent auf 41,20 US-Dollar. Auch Kupfer (Copper Grade A) verlor an Wert. Eine Tonne (Copper Grade A) verbilligte sich um 6,35 Prozent auf 3.191 Dollar. Der Euro hielt sich stabil bei 1,28 Dollar.

Windaktien
Bis zu 250 Offshore-Windenergieanlagen mit fünf bis sechs Megawatt (MW) Leistung soll die REpower Systems AG an die RWE Innogy GmbH liefern. Die Tochter der RWE AG will die Windräder überwiegend in dem Windpark Innogy Nordsee 1 einsetzen. Die Lieferung der Anlagen soll von 2011 bis 2015 erfolgen.
Der US-amerikanische Windkraftzulieferer Zoltek Companies hat an die Gurit Holding AG aus der Schweiz Schadensersatzzahlungen in Höhe von 23,5 Millionen Dollar geleistet. Die mittlerweile als Gurit (UK) firmierende  Gurit-Tochtergesellschaft Structural Polymer Group hatte mit Erfolg geklagt, dass Zoltek einen Liefervertrag nicht erfüllt habe.


Solaraktien
Für die SMA Solar Technology AG war 2008 das erfolgreichste Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte. Der Hersteller von Wechselrichtern für Solaranlagen aus Niestetal konnte den Umsatz nach vorläufigen Zahlen auf rund 680 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (EBIT) sprang um rund 170 Prozent auf über 160 Millionen Euro. Die EBIT-Marge wurde von 18 Prozent in 2007 auf über 24 Prozent verbessert. Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung die Zahlung einer Dividende von 1,00 Euro je Aktie vorschlagen.
Einen Rahmenvertrag über die Lieferung von rund 100 MW Wechselrichterleistung hat die SMA Solar mit der Q-Cells International GmbH unterzeichnet. Die Tochtergesellschaft der Q-Cells SE ist ein international tätiger Projektentwickler von Solarkraftwerken.

Die aleo solar AG hat nach vorläufigen Zahlen im Geschäftsjahr 2008 einen Umsatz von 360,5 Millionen Euro erzielt. Der Vorjahresumsatz wurde damit um 48,9 Prozent gesteigert. Das EBIT verbesserte der Oldenburger Hersteller von Solarmodulen und Anbieter von Solarsystemen von 15,7 auf 23,8 Millionen Euro. Der Vorstand der aleo solar bekräftigte das Ziel von mindestens 380 Millionen Euro Umsatz für 2009.

Die centrotherm photovoltaics AG aus Blaubeuren hat einen Auftrag im Wert von 60 Millionen Euro erhalten. Die Hamburger Illies Renewables GmbH hat eine 50 MW-Produktionslinie für Dünnschichtmodule für ihren Produktionsstandort in Magdeburg-Rothensee bestellt. Die Auslieferung soll im ersten Halbjahr 2010 beginnen.
Weiter meldete das Unternehmen Großaufträge mit einem Volumen von rund 320 Millionen Euro aus Asien und Europa. Auftraggeber seien unter anderem ein Siliziumproduzent, ein Elektronikkonzern sowie eine Projektentwicklungsgesellschaft. Bestellt wurde Einzelequipment für die Siliziumfertigung und Produktionslinien für die Produktion von Solarzellen und Dünnschichtmodulen. Der Auftragsbestand belief sich zum 31. Dezember 2008 auf 990 Millionen Euro. Etwa 60 Prozent der Aufträge werden nach Angaben des Unternehmens voraussichtlich in 2009 umsatz- und ergebniswirksam. Für 2009 geht centrotherm photovoltaics AG von einem deutlich zweistelligen Wachstum aus und erwartet einen Umsatz von 500 bis 550 Millionen Euro.

Der norwegischen Solarkonzern Renewable Energy Corp. (REC) meldete für das 4. Quartal einen Umsatzanstieg um 27 Prozent auf 2,38 Milliarden Norwegischen Kronen (NOK). Das sind umgerechnet rund 269 Millionen Euro. Im Gesamtjahr wurde der Umsatz um 23 Prozent auf 8,19 Milliarden NOK gesteigert (926 Millionen Euro). Beim EBIT verzeichnete der Solarkonzern im 4. Quartal einen Zuwachs von 677 Millionen auf 696 Millionen NOK (78,7 Millionen Euro). Im Gesamtjahr sank das EBIT dagegen um zwei Prozent auf 2,53 Milliarden NOK (286,1 Millionen Euro). Die Gewinnmarge sank im Quartal von 36 auf 29 Prozent.

Der chinesische Solarkonzern Suntech Power Holdings hat seine endgültigen Geschäftszahlen für das 4. Quartal und das Geschäftsjahr veröffentlicht. Demnach kletterte der Quartalsumsatz im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent auf 414,4 Millionen Dollar. Im Gesamtjahr wurde ein Zuwachs um fast 43 Prozent auf 1,92 Milliarden Dollar erreicht. Das Unternehmen erlitt im 4. Quartal einen Nettoverlust von knapp 66 Millionen Dollar oder 42 Dollarcents je Aktie. Im Gesamtjahr gelang ihm ein Nettogewinn von 111 Millionen Dollar oder 66 Dollarcents je Aktie. Die Auslieferungen stiegen in 2008 um 36 Prozent auf 497,5 Megawatt. Die Gewinnspanne betrug 17,8 Prozent. Die Nettoverschuldung konnte Suntech im 4. Quartal deutlich verringern, um rund 274 Millionen Dollar auf rund 1,12 Milliarden Dollar.
Für das 1. Quartal 2009 rechnet Suntech mit einer verringerten Gewinnspanne und stellte 12 bis 15 Prozent in Aussicht. Beim Umsatz visiert der Solarkonzern 340 Millionen bis 380 Millionen Dollar an.
Für rund 8,1 Millionen Dollar hat sich Suntech bei der Asia Silicon aus dem chinesischen Qinghai eingekauft. Damit will der Konzern seine Lieferbeziehung zu der Siliziumproduzentin festigen. Vor kurzem hatte Suntech mit der Asia Silicon einen Vertrag mit siebenjähriger Laufzeit über die Lieferung von Solarsilizium im Wert von 1,5 Milliarden Dollar abgeschlossen.

Die chinesische Waferproduzentin LDK Solar hat ihre Umsatzprognose für das 4. Quartal erneut gekappt. Das Unternehmen aus Xinyu rechnet nun nur noch mit einem Quartalsumsatz von 415 Millionen bis 425 Millionen Dollar. Vor sechs Wochen hatte sie die Umsatzprognose für das 4. Quartal von 555 Millionen bis 565 Millionen Dollar auf 425 Millionen bis 435 Millionen Dollar verringert. Zudem warnte die Waferproduzentin vor einem Bruttoverlust. Es drohe für das 4. Quartal ein Minus von 135 Millionen bis 145 Millionen Dollar. Aufgrund des Preisverfalls für Solarwafer LDK habe man Abschreibungen in Höhe von 210 bis 220 Millionen Dollar vorgenommen. Für das Gesamtjahr 2008 stellte das Unternehmen einen Nettogewinn von 145 Millionen bis 155 Millionen Dollar in Aussicht, ferner einen Umsatz von 1,63 Milliarden bis 1,64 Milliarden Dollar.
Zudem gab LDK Solar weitere Verzögerungen des Kapazitätsausbaus bekannt. Bei der Waferproduktion werde man bis Ende 2009 erst 2,0 Gigawatt erreichen, die angestrebten 2,3 Gigawatt ein Quartal später als geplant. Auch bei der Siliziumproduktion tritt die Gesellschaft auf die Bremse. Hier sollten Ende 2009 in einer großen Anlage 15.000 Metrische Tonnen erreicht werden. Nun soll diese Menge erst 2010 erreicht werden. Zusammen mit dem Ausbau einer kleineren Anlage strebt LDK Solar bis zum Ende 2009 eine Produktion von Solarsilizium von 12.000 Tonnen an. Ursprünglich waren 16.000 Tonnen anvisiert worden.

Der Solarkonzern Trina Solar aus dem chinesischen Changzhou kann seine Umsatzprognosen für das 4. Quartal und das Gesamtjahr 2008 erfüllen. Das gab das Unternehmen bekannt. Es produziert Ingots, Wafer und Solarzellen. Trina Solar geht nach vorläufigen Zahlen davon aus, dass im 4. Quartal ein Umsatz von 190 Millionen bis 210 Millionen Dollar erreicht wurde. Im Gesamtjahr habe man die angestrebten 800 Millionen bis 850 Millionen Dollar umgesetzt.
Allerdings musste Trina Solar nach eigenen Angaben Rückgänge bei der Marge hinnehmen. Das führt die Solarproduzentin unter anderem auf eine Neubewertung der Siliziumbestände zurück. Deren Wert sei durch den Preisverfall für den Rohstoff deutlich gesunken. Im 4. Quartal werde sich die Marge nur auf 9 bis 10 Prozent belaufen. In Aussicht gestellt hatte das Unternehmen eine Marge von 13 bis 15 Prozent.

Das 4. Quartal des Geschäftsjahres 2008 dürfte für die Canadian Solar Inc. schlechter ausfallen als bislang angekündigt. Im November hatte der Solarzellenhersteller mit Hauptsitz in Toronto und Produktionsstätten in China seine Umsatzprognose deutlich gekürzt. Nun gab das Unternehmen bekannt, dass die Kosten im letzten Quartal durch die Einnahmen wohl nicht gedeckt wurden. Es rechnet nur noch mit einem Umsatz von 66 Millionen bis 71 Millionen Euro. Im November war die Umsatzprognose auf 70 bis 85 Millionen Dollar verringert worden. Pessimistisch äußerte sich der Solarzellenhersteller auch für das Jahr 2009. Er geht davon aus, dass er weniger Solarzellen ausliefern kann als bislang in Aussicht gestellt. Das Unternehmen kappte seine Prognose hier von 500 bis 550 Megawatt auf nur noch 300 bis 350 Megawatt.

Im italienischen Tolentino soll die Sunpower Corporation eine Solaranlage mit 2,2 MW Leistung errichten. Laut dem Solarunternehmen aus dem kalifornischen San Jose stammt die Order von der zur Api Nova Energia gehörenden Sunshine. Die Anlage sei die erste in dem Solarpark, der eine Gesamtleistung von 7,1 MW erreichen soll.
Bioenergieaktien

Die zur Hamburger Conergy AG gehörende Epuron GmbH hat zwei Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von 1,25 MW verkauft. Abnehmer ist die Finanzholding CEE Bioenergie Holding, ebenfalls aus Hamburg. Sie gehört zum Beteiligungsportfolio der CEE Conetwork Erneuerbare Energien Holding GmbH & Co. KGaA, Hamburg, laut Epuron „einem der renommiertesten deutschen Investoren im Bereich der Erneuerbaren Energien“. Die verkauften Anlagen liegen in Gröna und Schwanebeck in Sachsen-Anhalt und erzeugen jährlich rund 9,4 Millionen Kilowattstunden Energie.

Der Schweizer Biodieselhersteller Biopetrol Industries AG muss nach vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2008 einen zweistelligen Millionenverlust ausweisen. Wie das Unternehmen aus Zug bekannt gab, rechnet es beim EBIT mit einem Fehlbetrag in Höhe von 11,5 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 5,4 Millionen Euro Gewinn gemacht. Weiter meldete Biopetrol Industries einen von 218,1 Millionen auf 300 Millionen Euro angewachsenen Jahresumsatz. Die Bilanzsumme sei von 171 Millionen auf Millionen Euro geschrumpft. Die liquiden Mittel abzüglich kurzfristiger Finanzverbindlichkeiten bezifferte der Biodieselhersteller mit minus 15,2 Millionen Euro. Zurzeit liege aber keine Überschuldung der Biopetrol Industries AG vor.   
Die Schweizer verfügen über Tochtergesellschaften in Deutschland, in der Schweiz und den Niederlanden. Ihre mittelbare Tochtergesellschaft Biopetrol Industries B.V. hatte 2007 eine Wandelanleihe in Höhe von 75,0 Millionen Euro mit einem jährlichen Zins von 4 Prozent und einer Laufzeit bis 21. Februar 2012 begeben. Laut der Muttergesellschaft ist sie derzeit nicht in der Lage, die Anleihezinsen für das Jahr 2008/9 in Höhe von 3,0 Millionen Euro zu zahlen. Auch die Biopetrol Industries AG als Garantin der Anleihe könne in ihrer derzeitigen Situation die Mittel für die Bezahlung der Zinsen nicht bereitstellen.
Der Biodieselhersteller kündigte eine finanzielle Restrukturierung an. Deren Kernstück sei die Anpassung der Anleihebedingungen vom 21. Februar 2007 an die aktuelle und mittelfristige wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Gruppe. Den Anleihegläubigern soll angeboten werden, die Anleihe vorzeitig in Aktienkapital zu wandeln. Das Unternehmen kündigte ferner an, „mit der Kredit gebenden Bank sowie einer Reihe von potentiellen Investoren“ unverzüglich Gespräche aufzunehmen, „um auf der Basis des Fortführungskonzepts die Weiterführung der Geschäftstätigkeit der Biopetrol-Gruppe als Alternative zu einem Insolvenzszenario zu erreichen“.

Andere Aktien
Die chinesische Zhongzhu Pulp and Paper, Produzentin von Papier und Zellstoff aus Bambus, hat mit der Hamburger Asian Bamboo AG eine strategische Partnerschaft vereinbart. Die Hamburger sind auf die Produktion von Bambusstämmen und organischen Bambussprossen spezialisiert. Sie sollen für Shaowu Zhongzhu zum Hauptlieferanten von Bambusstämmen als Einsatzmaterial bei der Produktion von Papier und Zellstoff werden. Der Konzern benötigt in 2009 schätzungsweise 300.000 Tonnen Bambusstämme. Die Produktion von Asian Bamboo befindet sich in der chinesischen Provinz Fujian, einem der Hauptanbaugebiete für Bambus in der Volksrepublik. Der Unternehmenssitz von Shaowu Zhongzhu liegt dort unweit zahlreicher Plantagen von Asian Bamboo.

Die norwegische Tomra Systems hat im 4. Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Wie der Rücknahmeautomatenhersteller bekannt gab, schrumpfte der Vorsteuergewinn von 140 Millionen NOK auf 130 Millionen NOK. Das sind umgerechnet 14,87 Millionen Euro. Die Marge schrumpfte von 37 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 35 Prozent. Der Umsatz wuchs dagegen von 947 Millionen auf 1,07 Milliarden NOK (123,2 Millionen Euro). Tomra führte das schwache Ergebnis auf die weltweite Rezession zurück. Aufgrund von Währungseffekten sei der Gewinnrückgang aber geringer ausgefallen als zuvor erwartet. Das Unternehmen rechnet damit, dass Gewinn und Umsatz dadurch auch im 1. Halbjahr 2009  belastet werden.

Aufträge im Gesamtwert von über sieben Millionen Euro hat die Klagenfurter SW Umwelttechnik Stoiser & Wolschner AG bislang im Februar gewonnen. Wie das Unternehmen bekannt gab, erhielt die rumänische Tochter OMS Romania srl zwei Aufträge zur Abwasserreinigung in Transsylvanien. Für Sangeorgiu de Padure werde eine Trinkwasseranlage errichtet, das Auftragsvolumen betrage 4,5 Millionen Euro. Für Sancraiu de Mures erweitere das Unternehmen im Bezirk Zalau für 1,7 Millionen Euro das Abwassernetz und erneuere bestehende Pumpwerke. Beide Projekte sollen im zweiten Quartal 2010 abgeschlossen werden.
In Österreich soll die SW Umwelttechnik Österreich GmbH die Gewässerschutzanlagen für neun Pump,- Entlastungs- und Entleerstationen der transalpinen Ölleitung in Österreich (TAL) und in Norditalien (SIOT) liefern. Den Gesamtwert dieses Auftrags beziffert das Unternehmen mit 500.000 Euro. Mit den Anlagen werden Ölaustritte aufgefangen und Verschmutzungen des Grundwassers verhindert. In Ungarn erhielt die SW Umwelttechnik einen Auftrag für Brückenträger im Gesamtwert von 400.000 Euro. Er soll bis August 2009 realisiert werden.

Informationen zur aktuellen Kursentwicklung der Umweltaktien finden Sie auf unserer Informationsseite „Opens external link in new windowAktien: Kurse“.

Dieser Umweltaktien-Wochenrückblick erscheint mit freundlicher Unterstützung der  Opens external link in new windowUmweltBank.
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Bildhinweis: Aufbau eines Offshore-Windrades von REpower; Solarmodul von Suntech / Quelle jeweils: Unternehmen; Biogasanlage / Quelle: UDI

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