Britisches Photovoltaik-Projekt von Conergy, die dort laut IHS zu den führenden Marktakteueren zählt. / Quelle: Unternehmen

  Erneuerbare Energie

Großbritannien ist die Lokomotive unter Europas Solarmärkten

Großbritannien dürfte in 2014 den größten Zubau aller Photovoltaikmärkte in Europa ausweisen. Das stellt ein Report der US-amerikanischen Marktforschungsgesellschaft NPD Solarbuzz fest. Sie sagen für das Vereinigte Königreich die Neusinstalation von Solaranlagen mit einer gesamten Leistungskapazität von 2,9 GW in 2014 voraus. Dazu trage vor allem das Segment großer Freiflächen-Projekte bei. Derzeit lägen für dieses Segment Genehmigungen für über 120 Großprojekte vor, von dnen die Mehrzahl noch in diesem Jahr ans Netz gebracht werden sollen. Zum Vergleich: für den bislang in Europa führenden deutschen Solarmarkt erwarten die Experten in 2014 nur noch einen Zubau von 2,6 GW nach rund 3,3 GW in 2013.

Mit der ebenfalls US-amerikanischen IHS prognostiziert ein weiteres auf die Photovoltaikbranche spezialisiertes Marktforschungsunternehmen, dass bis 2018 in Großbritannien in jedem Jahr einen Solarstromkapazität von 2,5 bis 3,0 GW neu ans Netz kommen wird. Die Gesamtkapazität von von rund drei GW Ende 2013 werde bis Ende 2018 auf 18 GW anwachsen. Die Regierung in London hat für 2012 das Zeil ausgegeben, eine Solarstromkapazität von 20 GW zu erreichen. Deutschland dürfte bereits im kommenden Jahr über eine doppelt so hohe Solarstromleistung verfügen.

Das britische Ministerium für Energie und Klimawandel setzt bei seiner Solarstrategie auf  Umweltzertifikate (Renewable Obligations) als Förderinstrument. Die gesetzliche Regelung dafür läuft nach 2017 aus. Die Parlamentswahlen im Mai 2015 könnten zu einem Politikwechsel wechsel führen. Vor allem aber gehen sowohl IHS als auch NPD Solarbuzz davon aus, dass sich der Ausbau derbritsichen Solarstromkapazität zunehmend auf Photovoltaikanlagen auf Dachflächen verlagern wird. Denn der starke Zubau von Freiflächenanlagen stoße zunehmend auf Kritik. Auch werde der Solarstrom auf Dächern näher an den Stromverbrauchern produziert und erfordere daher keine größeren Investitionen in Netzkapazitäten. Auf diese Marktverschiebungen müssten sich Solarprojektierer und Solarhersteller frühzeitig einstellen.

Die deutsche Hanwha Q Cells, Tochter des koreanisch-chinesischen Solarkonzerns Hanwha SolarOne, hat jetzt die Module für einen 15 MW großen Solarpark nahe der britischen Ostküste bekannt gegeben. Bestelt wurden sie demnach vom britischen Projekteirer Lark Energy, die das "Ellough"-Kraftwerk in der Grafschaft Suffolk entwickelt hat.
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