21.06.08 Erneuerbare Energie

Großbritannien schludert beim Ausbau der Erneuerbaren Energien - Schottische Windparks ohne Anschluss

Großbritannien läuft Gefahr, das EU-Abkommen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien zu verfehlen. Das behauptet einem Bericht des ‚Guardian’ zufolge das Renewables Advisory Board (RAB), eine Art Nachhaltigkeitsrat der britischen Regierung.

Das Abkommen mit der EU sieht vor, dass im Jahr 2020 Erneuerbare Energien 15 Prozent des britischen Stromverbrauchs decken.  Dieses Ziel sei auch mit einer Investition vom 100 Milliarden Pfund nicht erreichbar, so der RAB. 14 Prozent Anteil aus Erneuerbaren Energien seien die höchste machbare Quote. Aber auch dafür seien radikale Veränderungen in politischen, ökonomischen und sozialen Bereichen erforderlich. Setze die Regierung die aktuelle Energiepolitik unverändert fort, erreiche Großbritannien damit höchstens 6 Prozent sauberen Strom.

Um 14 Prozent Anteil an Erneuerbaren Energien zu erreichen, müssten die Kapazitäten der Onshore Windkraftanlagen von aktuell 1850 Megawatt auf 13000 Megawatt ansteigen, so das RAB. Die Offshore Kapazitäten wären von 394 Megawatt auf 18000 Megawatt zu steigern. Zusätzlich bräuchte es auf jedem 20. Dach Solarmodule zur Warmwassererzeugung und auf jedem 38. Dach Photovoltaikanlagen für die Stromproduktion. In Deutschland habe man 2007 rund 130000 Solaranlagen gebaut, während Großbritannien im Vergleich dazu gerade mal 270 neue Anlagen aufgestellt habe, kritisiert das RAB.

Außerdem ist nach Ansicht des RAB die britisch Infrastruktur noch nicht auf den Ausbau Erneuerbarer Energien eingestellt. Es bräuchte zusätzliche 34000 Megawatt Umwandlungskapazitäten, um den grünen Strom ins Netz zu speisen. Schon jetzt stünden komplette Windparks in Schottland still, da man sie nicht an das Netz anschließen könne.

Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x