Viele Institutionelle Investoren rechnen damit, dass der weltweite Klimschutz sich auf Energieversorger auswirken wird und sie dies bei Anlageentscheidungen berücksichtigen müssen. / Quelle: Fotolia

12.07.16 Fonds / ETF

Großinvestoren mit Nachholbedarf bei Nachhaltigem Investment

Nachhaltigkeit gewinnt für Großinvestoren in Europa immer mehr an Bedeutung. Das geht aus einer Umfrage bei institutionellen Investoren hervor, deren Ergebnisse Union Investment nun veröffentlicht hat.

Demnach berücksichtigen 63 Prozent der befragten Großanleger aus Europa Nachhaltigkeitskriterien. Das ergab die Studie des Hamburger Marktforschungsinstituts Elbe 19 im Auftrag von Union Investment, bei der 803 institutionelle Investoren aus zehn ausgewählten europäischen Ländern befragt wurden.

Allerdings zeigten sich viele Großinvestoren unzufrieden mit den Angeboten für nachhaltige Investments. Die im Markt angebotenen nachhaltigen Anlagelösungen bezeichneten nur 37 Prozent der Investoren als hilfreich. Fast jeder Fünfte der Großanleger (19 Prozent) beurteilte sie als nicht hilfreich. Die meisten Befragten (44 Prozent) gelangten zu einer neutralen Bewertung. Als besonders kritisch zeigten sich die institutionellen Anleger in der Schweiz und in Deutschland, wo das Produktangebot bei nur 25 Prozent bzw. 30 Prozent der Befragten auf positive Resonanz stieß. Länderübergreifend bemängeln die Kritiker vor allem eine ungenügende Transparenz der Produkte, 42 Prozent nennen diesen Punkt – deutlich mehr sind es wiederum in der Schweiz mit 51 Prozent und in Deutschland mit 50 Prozent.

Klimaschutzfaktoren werden wichtiger

Mehr als zwei Drittel der Investoren (67 Prozent) sind der Meinung, dass sich die von der Politik angestrebte Reduktion von Treibhausgasen auf die Kapitalmärkte auswirken wird. Beim Weltklimagipfel in Paris hatte sich die internationale Staatengemeinschaft das Ziel gesetzt, die globale Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Auswirkungen erwarten die institutionellen Anleger vor allem auf die Öl- und Gasindustrie (72 Prozent) sowie Energieversorger (53 Prozent) und Automobilhersteller (37 Prozent).  

Aber nur ein knappes Drittel der Befragten (31 Prozent) bezieht bereits Klimaverbesserungsstrategien in Anlageentscheidungen ein. Am wenigsten verbreitet ist dies in Italien und Deutschland, wo bislang nicht einmal jeder fünfte Großinvestor angab, Klimaaspekte zu berücksichtigen (17 Prozent bzw. 18 Prozent). „Die meisten Investoren in Europa glauben zwar, dass sich die Reduktion von Treibhausgasen auf die Kapitalmärkte auswirken wird, doch nur eine Minderheit will Konsequenzen ziehen. Im Risikomanagement führt daran aber kein Weg vorbei“, stellt dazu Alexander Schindler fest, Vorstand von Union Investment mit Zuständigkeit für institutionelle Kunden.
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