Solarthermisches Kraftwerk von Abengoa: Das Unternehmen hat grüne Anleihen /green bonds) ausgegeben, um Projekte inm Bereich der erneuerbaren Energien zu finanzieren. / Foto: Unternehmen

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Grüne Anleihen: Internationale Trends bei Green Bonds

Bonds sind Anleihen, also festverzinsliche Wertpapiere. Sie gelten als sicher und attraktiv, trotz meist bescheidener Renditen.  Begehrt sind sogenannte "Green Bonds", also grüne Anleihen.  Diese finanzieren beispielsweise umweltfreundliche Projekte oder Förderprogramme. Die Wirtschaftsberater von Ernst & Young haben untersucht, wie attraktiv Länder weltweit für solche Erneuerbaren-Anleihen sind. Laut dem neuen "Renewable energy country attractiveness" (Recai) Index liegt Deutschland global auf Rang fünf.


Insgesamt hätten die europäischen Länder im Vergleich zum Mai wieder deutlich an Boden gewonnen, teilte Ernst & Young mit. Damals war Europa in dem halbjährlich erscheinenden Index sogar hinter die Schwellenländer zurückgefallen. In der Attraktivitätsskala von Oktober rangiert Deutschland unverändert hinter den USA, China, Indien und Chile auf Platz fünf. Frankreich konnte einen Platz gut machen und liegt nun an siebter Stelle. Dies sei vor allem auf die angekündigten neuen Ausschreibungen für drei Gigawatt Photovoltaik sowie den Bau einer Fabrik für die Solarstraßen zurückzuführen.

Wachsendes Potential für Green Bonds sieht auch die Climate Bonds Initiative (CBI), eine Organisation mit Sitz in London, die den grünen Anleihen-Markt vorantreiben will. Dazu entwickelt sie Nachhaltigkeitsstandards zur Zertifizierung grüner Anleihen. In Deutschland hätten DKB und  Nordex  Anleihen für Solar- und Wind-Projekte in diesem Jahr zertifizieren lassen, teilte CBI in ihrem Newsletter mit. In den USA, in Australien und in Indien wurden zwischen Januar und September sogar jeweils drei zertifizierte Climate Bonds (Klima-Bonds) ausgegeben.

Viele neue Green Bonds in Europa – Erneuerbaren-Ausbau muss flexibler werden

Nicht überall hat es laut Recai-Index aber Fortschritte gegeben: So rutschte Großbritannien nach dem Brexit-Votum weiter ab und steht mit Platz 14 so schlecht wie noch nie in dem Index da. Dazu beigetragen habe auch die Genehmigung für das britische Atomkraftwerk Hinkley Point C, hieß es. Mit Belgien (18.), Schweden (20.), Irland (30.), Norwegen (32.) und Finnland (35.) finden sich weitere europäische Länder in der Liste der 40 attraktivsten Länder für grüne Anleihen.


Betrachtet man die Verteilung bei Green Bonds weltweit, habe Europa nach dem Recai-Report weiterhin mit Abstand den größten Anteil an solchen Anleihen. Insgesamt seien seit 2007 Erneuerbaren-Anleihen mit insgesamt 54,9 Milliarden US-Dollar ausgegeben worden, hieß es. Gefolgt wird Europa von Nordamerika mit 19,8 Milliarden US-Dollar und Asien mit 4,5 Milliarden US-Dollar an Green Bonds.

Größte Hürde für Europa sei es, die Erneuerbaren in ihre historisch gewachsene zentralisierte konventionelle Stromerzeugung zu integrieren. Daher hätten einige europäische Länder ihre Ambitionen beim Ausbau der regenarativen Energien wieder zurückgeschraubt. Jedoch es gebe in den letzten Monaten auch wieder neue vielversprechende Programme auf dem Kontinent, so das Urteil von Ernst & Young.


Mehr über Green Bonds erfahren Sie in unserer mehrteiligen Serie.  Teil 1: "Green Bonds: Wie nachhaltig und sicher sind sie?"
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