Die Zahl der konventionellen Banken, die nachhaltige Investments anbieten ist seit 2011 deutlich zurück gegangen. / Bildquelle: Fotolia (Levin)

04.02.14 Finanzdienstleister

„Grüne“ Geldanlagen bei Banken und Sparkassen weiter in der Nische

Bei konventionellen Banken und Sparkassen fristen nachhaltige Geldanlagen weiterhin ein Nischendasein. Seit 2011 bieten immer weniger solche Kreditinstitute nachhaltige Geldanlagen an. Ein Hemmschuh: Es gibt nach wie vor zu wenig speziell für diesen Bereich ausgebildete Bankberater. Die konventionellen Geldhäuser, die „grüne“ Investments im Programm haben, beschränken ihre Auswahl in diesem Bereich oft auf einige wenige Produkte.


Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen unter 343 Banken und Sparkassen. Wirklich an der Befragung teilgenommen hatten 140 Geldhäuser. Immerhin: 68 Prozent dieser Studienteilnehmer haben bereits nachhaltige Geldanlagen im Angebot und 37 Prozent planen solche Produkte künftig in die Angebotspalette aufzunehmen. Allerdings waren es 2011 noch 93 Prozent, die Finanzprodukte mit Nachhaltigkeitsansätzen im Angebot hatten.


Wer bei einer konventionellen Bank den Wunsch äußert, sein Geld in ökologisch beziehungsweise ethisch-sozial nachhaltige Geldanlagen zu investieren, der bekommt meist Investmentfonds angeboten – also beispielsweise Aktien- Renten- oder Mischfonds.  Das ist laut Studie das bei konventionellen Banken und Sparkassen am weitesten verbreitete „grüne“ Finanzprodukt. Gefolgt von Spar- und Zinsangeboten, die aber nur bei 18 Prozent der Studienteilnehmer erhältlich sind.

Mangel an Vielfalt - „kaum Nachfrage“

Zwar haben die Bankkunden bei 57 Prozent der befragten Geldhäuser die Wahl zwischen zwei verschiedenen Produktformen, beispielsweise zwischen Investmentfonds und Zins- oder Sparangeboten. Aber nur jede zehnte befragte Bank oder Sparkasse bietet in mehr als  zwei verschiedenen Produktklassen auch „grüne Produkte“ an.

Auch die Kundennachfrage nach nachhaltigen Geldanlagen hält sich der Studie zufolge in Grenzen. Zwar ist die Nachfrage  auf Jahressicht leicht angestiegen. Jedoch gibt immer noch jede zweite Bank in der Studie an, „kaum eine Nachfrage“ seitens der Verbraucher registriert zu haben.

Erneuerbare-Energie-Beteiligungen oft mit Genossenschaften

Speziell Volksbanken und Sparkassen haben sich in der Vergangenheit auch Direktinvestments in Erneuerbare Enerigen geöffnet. In der Regel handelt es sich dabei um Projekte mit regionalem Bezug zu der Bank. 16 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, 2013 mindestens ein solches Grünstromprojekt mit einer Bürgerbeteiligungsmöglichkeit im Programm gehabt zu haben. Ein großer Teil davon - nämlich 41 Prozent - entfiel auf Energiegenossenschaften. 15 Prozent der konventionellen Banken und Sparkassen kündigten an, dieses Engagement auch 2014 fortsetzen zu wollen. Auch hier haben die Befragten in erster Linie genossenschaftliche Beteiligungen im Sinn.   
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