25.06.12 Anleihen / AIF , Fonds / ETF

Grünes Geld Stuttgart – gelungene Premiere – auch Dank einer Podiumsdiskussion mit dem Umweltminister und mit Zündstoff

Nicht nur aus Stuttgart und der umliegenden Region, sondern sogar aus dem Saarland, aus Bayern und selbst aus Niedersachsen waren Besucherinnen und Besucher zur Messe Grünes Geld Stuttgart am Samstag angereist. Das Ziel der meisten: Im persönlichen Gespräch mit den Ausstellern konkrete Möglichkeiten für eine nachhaltige Geldanlage zu erkunden. Oft ging es dabei um sechs-oder sogar siebenstellige Anlagesummen. Die ganzseitige Werbung in den Stuttgarter Tageszeitungen, Radioberichte im SWR, Plakat-Kampagnen, weitere Medienarbeit und eine intensive Kooperation mit den regionalen Verbänden hatte trotz schönsten Sommerwetters vor allem die Altersgruppe der 45 bis 65jährigen in das „Haus der Wirtschaft“ gezogen.

37 Aussteller stellten sich und ihr Angebot dem interessierten Publikum vor: ethische und ökologische Banken, Kirchenbanken, Mikrofinanzspezialisten, Forstinvestmentanbieter, grüne Immobilienfonds, nachhaltige Investmentfonds und nicht zuletzt Initiatoren von Solar- Wind- und Biogasfonds.

Die Mehrzahl der über 800 Besucher wollte es sehr genau wissen. „Alle unsere Kollegen waren permanent in tollen, inhaltlich sehr anspruchsvollen Gesprächen“, resümierte Mario Hein vom Vermögensmanagement der GLS Bank Stuttgart. Ein Großteil derer, die das Gespräch mit der GLS-Bank gesucht hätten, seien gekommen, um konkret zu erfahren wofür die Bank stehe, so Hein weiter. „Es ist sinnvoll, die Messe grünes Geld als Plattform für nachhaltiges Investment in Stuttgart zu positionieren. Wir sind absolut zufrieden“, so Heins Gesamturteil über die Messe.


Ähnlich waren die Eindrücke des dreiköpfigen Messeteams des Windkraftprojektierer ABO Wind aus Wiesbaden. „Unsere Kundengespräche waren selten so lang und intensiv wie hier in Stuttgart“, so Unternehmenssprecher Alexander Koffka. „Vielen der potenziellen neuen Kunden war ABO Wind zwar ein Begriff, aber sie wollten uns näher kennen lernen. Beeindruckt hat uns vor allem das Fachwissen, das das Stuttgarter Messepublikum mitgebracht hat,“ so Koffka weiter. „Die Menschen kamen mit viel Vorwissen und dem entsprechend sehr konkreten Fragen. Das Interesse an Windenergiebeteiligungen ist konkret und sehr hoch“, erklärte Marcel Schöller vom Vorstand der Schöller Wind GmbH.

Bildhinweis: Blick auf die stark beschte Messe Grünes Geld in Stuttgart. / Quelle: Andreas Rosar, Fotoagentur-Stuttgart.de


Groß war offenbar auch das Interesse der Stuttgarter Messebesucher an „grünen“ Immobilienbeteiligungen. „Wir hatten nicht genügend Unterlagen dabei“, sagte Christoph Marloh, geschäftsführender Gesellschafter des Emissionshauses Grundbesitz 24 aus Seevental bei Hamburg. „Weil wir bereits einige Kunden und Vertriebspartner in Baden-Württemberg haben, sind wir mit schon mit einem guten Gefühl angereist. Wir hatten zwar weniger Laufkundschaft als auf der Messe Grünes Geld Berlin im März, dafür aber noch mehr qualifizierte Gespräche“, erläuterte Marloh. „Sehr positiv“ lautet auch das Fazit von Sven Moormann, Sprecher des Erneuerbare-Energien-Projektierers juwi aus Wörrstadt. Sein Unternehmen realisiert weltweit vor allem Wind- und Solarprojekte. „Für uns war es eine gelungene Premiere mit vielen guten Gesprächen“, sagte Moormann.

Auf besonderes Interesse stießen die 33 Vorträge. Immer wieder waren die Sitzplätze in Vortragsräumen belegt. Auch bei der Podiumsdiskussion „Saubere Energie fürs Ländle:Wer hat die richtige Strategie?“. Dabei waren Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller, die BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender, Sylvia Pilarsky-Grosch, Vizepräsidentin des Bundesverbandes WindEnergie, Gordon Hoch vom Windradhersteller Enercon und Dr. Bernd-Michael Zinow vom Energiekonzern EnBW. ECOreporter.de-Chefredakteur Jörg Weber fragte, wer bei der Energiewende in Baden-Württemberg auf der Bremse stehe. Dr. Zinow von EnBW versicherte, seine Unternehmen bremse nicht, sondern schiebe an. Auch Brigitte Dahlbender vom BUND versicherte, der Naturschutz stehe in den allermeisten Fällen nicht im Weg, höchstens in Einzelfällen. Allgemeine Meinung auf dem Podium: Im Moment seien es eher die Ämter vor Ort, die nun umfangreiche Planungen für Windenergie anstellen müssten und dafür teilweise recht viel Zeit bräuchten. Erst 0,9 Prozent des baden-württtembergischen Strombedarfs stammt aus der Windkraft im Land – und schon mit 400 neuen Windkraftanlagen wäre rechnerisch ein mittelstarkes Atomkraftwerk zu ersetzen. Zum Vergleich: In ganz Deutschland gibt es über 25.000 Windkraftanlagen.

Bildhinweis: Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion (von links): Gordon Hoch vom Windradhersteller Enercon, Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller, ECOreporter.de-Chefredakteur Jörg Weber, die BUND-Landesvorsitzende Dr. Brigitte Dahlbender, Dr. Bernd-Michael Zinow vom Energiekonzern EnBW und Sylvia Pilarsky-Grosch, Vizepräsidentin des Bundesverbandes WindEnergie. / Quelle: Andreas Rosar, Fotoagentur-Stuttgart.de

Streit gab es beim Thema Stromnetzausbau: Während Minister Untersteller und Windenergieverteter auf die Notwendigkeit hinwiesen, Stromtrassen für den Transport des Windstroms von Norden nach Süden zu bauen, verwiesen Beiträge aus dem Publikum auf die dezentrale Energieerzeugung.

Beim Solarbasteln, einem kostenlosen Angebot der Messe Grünes Geld für Kinder, zeigte sich das Interesse der Kleinen an Erneuerbarer Energie. Die Eltern konnten intensive Gespräche führen, die Kinder – und manchmal auch die Mütter und Väter - stellten in bemerkenswerter Konzentration Solarmodelle her. 2012 gibt es noch zwei weitere Messe-Termine: 29. September gastiert Grünes Geld erneut in Hamburg und am 10. November kommt die Messe wieder nach Freiburg. Näheres erfahren Sie Opens external link in new windowhier.

Bildhinweis: Eingang zur Messe Grünes Geld im ‚Haus der Wirtschaft‘ in Stuttgart. / Quelle: Andreas Rosar, Fotoagentur-Stuttgart.de
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