Dieselloks von Voith wie diese vom Tyü Geavita sollten das Investitionsziel des GSI Lokomotovenfonds 1 werden. / Quelle: Voith

03.02.14 Anleihen / AIF

GSI stoppt Lokfonds endgültig - Solarfonds verkauft Anlage

Bislang war der Stopp nur vorrübergehend, nun wird er endgültig: Ein Eisenbahnfonds, der seit September 2013 ausgesetzt war, wird nun rückabgewickelt. Es handelt sich um das Beteiligungsangebot GSI Lokomotivenfonds 1 von GSI Fonds aus Düsseldorf. Der Fonds sollte Diesellocks verleihen, die er aus einer Fabrik des Herstellers Voith GmbH in Kiel hätte beziehen sollen. Die Voith GmbH erwägt  jedoch, sich von der Sparte Lokomotivenbau zu trennen und sucht seit Monaten einen Käufer für die Fabrik (ECOreporter.de  berichtete).Zum Zeitpunkt der ersten, noch vorübergehenden Schließung war der Fonds erst knapp zwei Monate auf dem Markt gewesen.

GSI hatte ursprünglich damit gerechnet, den Fonds im ersten Quartal 2014 wieder öffnen zu können, weil das Emissionshaus davon ausgegangen war, dann Klarheit zu haben. Nun entschloss sich GSI Fonds jedoch, die Reißleine zu ziehen, alle Verträge „einvernehmlich“ zu lösen und den Anlegern die Investments zurückzuerstatten. Gegenüber ECOreporter.de betonte das Unternehmen, dass den Anlegern für die kurze Zeit des Investments keinerlei Kosten oder Gebühren in Rechnung gestellt würden. Der Fonds habe von seinen Investoren zum Einstieg keinen Ausgabeaufschlag (Agio) verlangt.

Voith sei offenbar immer noch auf der Suche nach einem Abnehmer für die Fabrik, teilte die Fondsinitiatorin dazu mit. „Diese Situation, die mit einer großen Unsicherheit bezüglich eines wesentlichen Partners verbunden wäre, ist nicht mehr dazu geeignet, den Anlegern ein verlässliches Investitionsszenario -wie ursprünglich angedacht - vermitteln zu können“, erklärte GSI-Geschäftsführer Gerhard Krall. „Wir bitten insbesondere bereits beigetretene Anleger um ihr Verständnis, glauben aber mit dieser Maßnahme die richtige Entscheidung im Sinne eines vernünftigen Anlegerschutzes getroffen zu haben“, sagte Krall.

Solarfonds Deutschland 3 von GSI versilbert Photovoltaikanlage

Außerdem verkleinerte ein in Deutschland investierter geschlossener Solarfonds von GSI sein Portfolio. Durch den vorzeitigen Verkauf des Solarparks Barth in Mecklenburg-Vorpommern an einen institutionellen Investor schrumpft das Fondsportfolio des Solarfonds Deutschland 3 nach Angaben des Unternehmens um 10 Megawatt (MW) auf sieben Solaranlagen mit knapp 21 MW Leistungskapazität.

Der Verkauf des Sonnenstromkraftwerks nach nur einem Jahr in Betrieb sei mit „deutlichem Gewinn“ realisiert worden, der die Gesamtausschüttung des Fonds über seine 20-jährige Laufzeit voraussichtlich um 19,2 Prozent auf 240 Prozent anheben werde, hieß es dazu. Die ursprüngliche Fondskalkulation ging von 220,8 Prozent Gesamtmittelrückfluss nach Ende 2032 aus. Das hätte bedeutet, dass die Anleger über die zurückerstattete Einlage hinaus 120,8 Prozent Ertrag erhalten. Nach der Transaktion stellt GSI nun 140 Prozent zuzüglich zum eingesetzten Kapital in Aussicht. Aufgrund des Mehrerlöses solle bereits im laufenden Jahr eine erste Sonderausschüttung in Höhe von 7 Prozent  geleistet werden, kündigte GSI an. Die Anleger hätten dem vorzeitigen Verkauf mit einer überwiegenden Mehrheit von rund 90 Prozent zugestimmt. ECOreporter.de hat den Fonds einem  ECOanlagecheck unterzogen.  

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