Auslieferung von Windkraftrotoren für ein Offshore-Projekt in der Nordsee. / Quelle: Senvion

18.09.15 Erneuerbare Energie

Gute Wachstumschancen für die Windkraft in der EU?

Gegenwärtig trägt die Windkraft in der EU rund zehn Prozent zur Stromversorgung bei. Das meldet der europäische Windkraftverband, die European Wind Energy Association (EWEA). Die Gesamtkapazität der in der Union aufgestellten Windkraftanlagen beziffert er mit knapp 129 Gigawatt (GW). Nach seinen Angaben könnte sich diese Kapazität in den kommenden 15 Jahren vervielfachen, auf 320 GW. Nach den Berechnungen des Verbandes würde die Windkraft in der EU dann etwa ein Viertel der europäischen Stromversorgung abdecken.

Die EWEA schätzt, dass zu den prognostizierten 320 GW in 2030 Windkraftanlagen auf See – offshore – rund 66 GW beitragen könnten. Zum Vergleich: Mitte 2015 drehten sich über den europäischen Gewässern erst Windräder mit zusammen 10,4 GW. Folglich hält der Verband für die kommenden 15 Jahre eine Versechsfachung der Offshore-Kapazität für möglich. Für die Windkraftleistung stellt er mehr als eine Verdopplung in Aussicht, von rund 119 auf 254 GW.

Das klingt nach guten Nachrichten für die Unternehmen der europäischen Windkraftbranche. Allerdings müssen der EWEA zufolge durch die Politik auch mehrere Voraussetzungen erfüllt werden, um dieses Prognoseziel auch zu erreichen. So seien auf EU-Ebene Zielvorgaben nebst klarer rechtlicher Rahmenbedingungen für den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien in der Union erforderlich. Weiter bedürfe man einer Reform des Strommarktes in der EU, der die Integration von Windstrom erleichtert, und müsse der Emissionshandel neu belebt werden, der aufgrund des enormen Preisverfalls bei Emissionsrechten derzeit kaum Anreize gebe für Investitionen in die klimaschonende Stromproduktion.

Hier  gelangen Sie zu der in englischer Sprache verfassten Studie der EWEA zum Wachstumspotential der europäischen Windkraft.
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