Kalifornischer Windpark mit Anlagen von Vestas. / Quelle: Unternehmen

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Hat die Aktie von Vestas noch weiteres Kurspotential?

In den letzten sechs Monaten hat sich der Aktienkurs des Windkraftanlagenherstellers Vestas nahezu verdreifacht. In Frankfurt notiert der Anteilsschein heute Mittag mit 15,9 Euro um satte 311 Prozent über dem Vorjahreskurs. Dabei hat das Unternehmen mit Hauptsitz im dänischen Aarhus zuletzt nur rote Zahlen gemeldet. Für das Gesamtjahr 2012 hatte es fast 700 Millionen Euro Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbucht und für das erste Quartal des laufenden Jahres 122 Millionen Euro. Aber der Quartalsverlust war nur noch halb so hoch ausgefallen wie im Vorjahreszeitraum und das Unternehmen kündigte weitere Kostensenkungen an. Wie gut dies gelungen ist, wird aus der Halbjahresbilanz hervor gehen, die Vestas in drei Wochen am 21. August veröffentlichen will.

Sean McLoughlin, Analyst der Großbank HSBC, beurteilt die Aussichten des Windturbinenbauers positiv. Er verweist darauf, dass Vestas seine Aktivitäten regional weiter streut als alle Konkurrenten der Dänen. Daher werde das Unternehmen auch besonders profitieren, wenn die Nachfrage im Weltmarkt für Windräder wieder anzieht. Diese war zuletzt aufgrund von Überkapazitäten im Weltmarkt schwach ausgefallen, was zu einem starken Druck auf die Preise und damit auf die Margen der Windturbinenbauer ausübte.

Zum Hintergrund: China und die USA sind mit jeweils etwa einem Drittel der in 2012 weltweit neu aufgestellten Kapazitäten die beiden größten Windmärkte. In China müssen derzeit schon über 20 Prozent der aufgestellten Windräder auf einen Netzanschluss warten, weil der Ausbau des Leitungsnetzes in dem riesigen Land nicht so schnell voranschreitet wie der Zubau der Windkraftkapazität. In den USA wiederum stockte der Zubau über viele Monate, weil es lange unsicher war, ob ein wichtiges Förderinstrument für Investitionen in Windparks ausläuft. Erst zum Jahreswechsel war es um ein Jahr verlängert worden. Dies bremste die Nachfrage in den weltweit wichtigsten Windmärkten aus.

Für die kommenden Jahre sagen allerdings viele Experten, etwa der Weltwindkraftverband World Wind Energy Association (WWEA), wieder eine stark wachsende Nachfrage für Windkraftanlagen voraus (per Mausklick gelangen Sie zu unserem Bericht darüber). Vestas ist neben der Windsparte des US-Konzerns General Electric der weltweit größte Windturbinenbauer. Nach Ansicht von Sean McLoughlin wird er von der wieder auflebenden Nachfrage deutlich profitieren. Der Analyst von HSBC rät dazu, jetzt die Beteiligung überzugewichten. Das Kursziel hebt er an auf 17,4 Euro.

Heute Mittag meldeten die Dänen zudem einen Rekordauftrag aus Südafrika. Nach ihren Angaben sollen sie Windfarmen in Chaba, Waainek und in Grassridge mit Anlagen ausstatten. Dazu habe sie Innowind beauftragt, die mehrheitlich dem französischen Energiekonzern EDF gehört. Die wolle die Projekte gemeinsam mit lokalen Behörden und mit der Industrial Development Corporation (IDC) umsetzen. Vestas soll für die Windparks Anlagen mit einer Gesamtkapazität von 105 Megwatt (MW) liefern, was die Order zu dem bislang größten Auftrag aus Südafrika macht. Ferner wurde vereinbart, dass Vestas die Windräder nach der Errichtung im dritten Quartal 2014 auch zehn Jahre lang betreiben und warten wird.

Vestas Wind Systems: ISIN DK0010268606 / WKN 913769
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