Die Konzernzentrale von Wacker Chemie AG in München. / Quelle: Unternehmen

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Hat die Aktie von Wacker Chemie noch Potential?

In den letzten Monaten ging es für die Aktie der Wacker Chemie AG aus München deutlich aufwärts. Heute setzte sie diesen positiven Trend fort und sprang bis zum Mittag im Xetra gleich um vier Prozent auf 92,2 Euro. Sie hat sich damit auf Jahressicht um fast 30 Prozent verteuert.

Der heutige Kurssprung wurde dadurch ausgelöst, dass Wacker die Jahresprognose für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöht hat. Der Chemiekonzern, gehört zu den weltweit größten Herstellern von Silizium, dem wichtigsten Rohstoff für die Produktion von Solarmodulen. Die Unternehmensführung rechnet nun mit einem Gewinnanstieg „um mindestens ein Drittel.“ In 2013 hatte sich das EBITDA auf 678,7 Millionen Euro belaufen. Bislang hatte Wacker einen Gewinnsprung um zehn Prozent in Aussicht gestellt.

Dass die Prognose so deutlich angehoben wurde, begründet die Wacker Chemie AG mit gesunken Kosten, vor allem aber mit der verbesserten Nachfrage nach Silizium. Weltweit boomt das Geschäft mit Solartechnik und damit steigt auch die Nachfrage nach diesem Rohstoff. Zugleich müssen sich einige Kunden aus alten Aufträgen herauskaufen, weil sie etwa durch Umstrukturierungen gezwungen waren, ihre Produktion zu drosseln. Wacker hat nach eigenen Angaben jetzt einige Verträge mit Kunden aus der Solarbranche „beendet beziehungsweise neu strukturiert“. Aus einbehaltenen Anzahlungen und Schadenersatzleistungen würden dem Konzern daher im dritten Quartal 2014 Sondererträge zufließen, so dass sich allein dadurch der Gewinn um rund 90 Millionen Euro erhöhe. Im Gesamtjahr werde das EBITDA durch Zusatzeinnahmen um etwa 210 Millionen Euro verbessert.

Bildhinweis: Aus dem Rohstoff Silizium werden Ingots gebrannt und diese in Wafer zerlegt, aus denen Solarhersteller dann Zellen fertigen und sie zu Solarmodulen bündeln. / Quelle: Unternehmen

Inzwischen hat die Aktie von Wacker wieder das Niveau erreicht, auf dem sie vor dem Ausbruch der Kirse in der weltweiten Solarbranche gehandelt wurde. Die langjährige Talsohle ist damit durchschritten. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 39 auf Basis der Prognose für das laufende Geschäftsjahr erscheint die Aktie jetzt hoch bewertet. Anleger sollten die Beteiligung an der Siliziumproduzentin nach Einschätzung von ECOreporter.de jetzt abstoßen und Kursgewinne zu Geld machen. Das Risiko von Kursrückschlägen erscheint nun größer als die Aussicht auf weitere deutliche Wertzuwächse.

Weniger skeptisch beurteilt Christian Schöndube, Analyst der WGZ bank, die Aktie von Wacker Chemie. Er rät, die Beteiligung zu halten. Allerdings rechnet auch er nicht mit weiteren Kurszuwächsen und erklärt dies unter anderem mit dem anhaltenden Preisdruck bei Silizium.

Wacker Chemie AG: ISIN DE000WCH8881 / WKN WCH888
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