Die Hauptverwaltung von Wacker Chemie in Mümchen. / Quelle: Unternehmen

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Hat die Solaraktie von Wacker Chemie noch Luft nach oben?

Gestern Abend ging die Aktie der Wacker Chemie AG aus München bei einem Kurs von 91,5 Euro aus dem Handel. Damit ist das Kurspotential des Unternehmens, das einer der weltweit größten Hersteller von Silizium für die Solarbranche ist, noch nicht ausgereizt. Davon geht zumindest Christian Schöndube aus, Analyst der WGZ Bank. Er rät, die Beteiligung zu halten und nennt als Kursziel 96 Euro. Der Experte sieht moderate Aufwärtspotenzial, weil Wacker nach seiner Einschätzung weiter von der positoven Marktentwicklung bei Silizium profitieren könne.

Silizium ist der wichtigste Rohstoff für die Hersteller von Solarmodulen. Nachdem in jenem Sektor eine mehrjährige Marktbereinigung mit hohen Überkapazitäten überwurnden ist, steigt die Nachfrage für den Rohstoff und damit klettern auch die Preise für Silizium. Der Konzern aus München hatte Anfang August einen Gewinn- und Umsatzsprung im zweiten Quartal gemeldet. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von Wacker kletterte von 52,5 Millionen Euro im zweiten Quartal 2013 auf 82,1 Millionen Euro im aktuellen Berichtsquartal, die EBIT-Marge von 4,6 auf 6,6 Prozent. Der Quartalsumsatz wurde gegenüber dem Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 1,242 Milliarden Euro verbessert. Dazu hatte die Silizium-Sparte mit einem Umsatzwachstum von rund 34 Prozent wesentlich beigetragen. Zudem hat der Solarzulieferer den Ausblick für 2014 bestätigt und erwartet demnach für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich und beim Gewinn sogar ein zweistelliges Plus. Die Zahlen für die ersten neun Monate sollen Ende Oktober veröffentlicht werden. 

Schöndube weist darauf hin, dass sich der Preis für Polysilizium im Spotmarkt inzwischen stabilisiert hat, nachdem er über Jahre hinweg stark eingebrochen war. Inzwischen steige der Preis sogar leicht an. Vor allem aber komme Wacker Chemie das starke Wachstum der Solarbranche zu Gute. Dies gelte insbesondere für China, wo derzeit mit Absatnd die meisten Soalranalgen neu ans Netz kommen und wichtige Kunden von Wacker Chemie Soalrtechnik produzieren. Wacker Chemie geht laut dem Analysten für 2015 weltweit von Neuinstallationen für Photovoltaikleistung im Bereich von 49 bis 65 Gigawatt (GW) aus. Bei Silizium rechnet der Konzern bis 2017 mit einem Anstieg der weltweiten Absatzmenge auf 360.000 Tonnen pro Jahr nach 213.000 Tonnen in 2013. Er gehe davon aus, dass die Nachfrage langfristig das Angebot übersteigen wird.

Dennoch rät Schöndube zur Vorsicht. Die tatsächliche Preisentwicklung bei Polysilizium sei weiterhin ungewiss. Es sei durchaus möglich, dass künftig wieder neue Überkapazitäten entstehen könnten, die den Polysiliziumpreis erneut unter Druck bringen würden. Wacker Chemie verfügte im ersten Halbjahr 2014 über eine Kapazitätsauslastung von nahezu 100 Prozent. Das Unternehmen hat die Inbetriebnahme seines neuen Polysiliziumwerks in den USA verschoben und will es nun erst Mitte 2015 in Betrieb nehmen. „Als Vorteil für Wacker Chemie sehen wir dabei, dass der Konzern als Kostenführer im Branchenvergleich weniger anfällig für sinkende Preise ist“, stellt der Analyst dazu fest. Er sieht von einer Kaufempfehlung aber ab, auch weil auf dem aktuellen Kursniveau ein Großteil der verbesserten Geschäftsperspektiven bereits eingepreist sei.

Wacker Chemie AG: ISIN DE000WCH8881 / WKN WCH888
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