Die EEV BioEnergie GmbH betreibt in Papenburg ein Biomassekraftwerk und ist die wichtigste Einnahmequelle der EEV AG. Beide Unternehmen sind im vorläufigen Insolvenzverfahren / Foto: EDP

30.12.15 Anleihen / AIF

Hiobsbotschaft für EEV-Anleger – warum Totalverlust droht

Knapp vier Wochen nach der Eröffnung des vorläufigen  Insolvenzverfahrens  der Erneuerbare Energie Versorgung AG (EEV AG)  zeichnet sich ab, dass die Anleger kaum darauf hoffen können, über die Insolvenz Teile des angelegten Geldes zurückzuerhalten.
Rund 26,2 Millionen Euro investierten knapp 2.500 Anleger in Genussrechte und partiarische Darlehen der EEV AG.  Das Unternehmen aus Göttingen betrieb ein Biomassekraftwerk in Papenburg und arbeitete an der Realisierung eines Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee. Beides sollte über die Kapitalanlagen finanziert werden.  Dafür stellte EEV den Investoren bis zu 9 Prozent Zinsen in Aussicht. Allerdings blieb die Zinsausschüttung für 2014 aus (ECOreporter.de  berichtete (Link entfernt)).

Die Chancen, zumindest Teile des Investments zurückzuerhalten, sind knapp einen Monat nach dem Start des vorläufigen Insolvenzverfahren weiter gesunken: „Es gibt ein Ausfallrisiko, und dieses Ausfallrisiko würde ich als sehr hoch bezeichnen“, wird sagte   Stefan Denkhaus Radiosender NDR Info. Das Problem: Sowohl das Biomassekraftwerk in Papenburg als auch das Offshore-Bauvorhaben Skua hatte die EEV AG von der von der Etanax Holding gekauft. Dem Bericht zufolge fordert der Vorbesitzer jetzt laut Denkhaus etwa 18 Millionen Euro an nicht gezahlten Raten und Zinsen. Allerdings zweifelt der Insolvenzverwalter offenbar daran, dass der Verkauf des Biomassekraftwerks und des Offshore-Windparkvorhabens genug Erlös einbringt, um die Forderung zu erfüllen. 

Sowohl das Kraftwerk in Papenburg als auch die Umsetzung des Offshore-Windparks Skua bereitete EEV in der Vergangenheit Schwierigkeiten. Bei dem Biomassekraftwerk hatte es zeitweise technische Probleme gegeben. Und die Genehmigung des Offshore-Windparks Skua ist weiter fraglich, weil die Windfarm in einem Übungsgebiet der Bundeswehr errichtet werden soll (mehr lesen Sie  hier ). ECOreporter.de hatte 2013 in diesem  ECOanlagecheck vom Investment in die Genussrechte der EEV AG abgeraten.
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