Wechselrichter von SMA Solar. Das Unternehmen ist Weltmarktführer für diese Steuertechnologie von Solaranlagen. / Foto: Unternehmen

26.03.15 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Horrorjahr 2014: SMA Solar mit dreistelligem Millionenverlust

Preisdruck und Sondereffekte haben der SMA Solar Technology AG einen dreistelligen Millionenverlust beschert. Der Aktienkurs des Weltmarktführers unter der Wechselrichterhersteller ist eingebrochen.

7,7 Prozent Kursverlust verbuchte die Deutsche Börse heute bis 13:18 Uhr für die Aktie von SMA Solar. Sie kostete zu diesem Zeitpunkt 11,73 Euro. Damit ist das Wertpapier noch 3,8 Prozent teurer als vor vier Wochen, aber 70 Prozent billiger als vor einem Jahr.

SMA Solar steckt in einer der schwersten Krisen der Unternehmensgeschichte. Das ist in der Bilanz für 2014 deutlich abzulesen. Demnach beendete der Konzern aus Niestetal bei Kassel 2014 mit 164,9 Millionen Euro Verlust vor Steuern und Zinsen (EBIT) bei 805,4 Millionen Euro Jahresumsatz. Gemessen am Vorjahrsergebnis fiel der EBIT-Verlust damit 54 Prozent höher aus als 2013. Damals schlug noch 89,1 Millionen Euro Verlust vor Steuern und Zinsen zu Buche. Der Gesamtumsatz der SMA Solar Technology ging auf Jahressicht um 13,6 Prozent zurück. 2013 hatte SMA noch 932,5 Millionen Euro Umsatz ausgewiesen. Der Vorstand betont, dass sowohl die Nettoliquidität mit 225,4 Millionen Euro als auch die Eigenkapitalquote mit 46 Prozent weiterhin auf hohem Niveau lägen.

Speziell in Europa aber auch in China sei die Nachfrage eingebrochen, teilt der Vorstand mit. Die guten Geschäfte in den USA hätten dies nicht kompensieren können, so die SMA-Führung weiter. Die globale Gesamtnachfrage habe 2014 zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen. Zudem beklagen die Verantwortlichen anhaltenden Preisdruck. Neben Nordamerika und Australien seien Japan und Großbritannien 2014 die wichtigsten Auslandsmärkte für SMA Solar gewesen.

Unterm Strich verbucht SMA Solar für das vergangene Geschäftsjahr 179,3 Millionen Euro Konzernverlust. Dieser hohe Verlust hänge unter anderem mit Sondereffekten durch den laufenden Stellenabbau zusammen. Allerdings brachte die chinesische Tochter Zevensolar SMA Solar einmal mehr Abschreibungen und Verluste. Für 2014 schlugen 129,7 Millionen Euro Miese aus dem Chinageschäft zu Buche, teilt SMA mit.
 
Vorstandschef Pierre-Pascal Urbon: „Mit der Geschäftsentwicklung 2014 sind wir nicht zufrieden. Durch unsere hohen Fixkosten konnten wir nicht schnell genug auf den starken Nachfragerückgang in Europa reagieren. Allein die Nachfrage in Deutschland hat sich im letzten Jahr durch politische Entscheidungen erneut nahezu halbiert.“

Aussichten bleiben finster - Prognose bestätigt

Auch für die nächste Zukunft zeichnet der Vorstandsvorsitzende ein eher düsteres Bild: „Für das laufende Geschäftsjahr rechnen wir in Deutschland mit einem weiteren Rückgang der Neuinstallationen von Solarstromanlagen.“ Daher sei der Abbau von weltweit 1.600 Vollzeitstellen „leider unumgänglich“, betont der Vorstandssprecher (mehr zur laufenden Restrukturierung lesen Sie  hier).  Er rechnet für das erste Quartal 2015 weiter mit roten Zahlen. Bei einem Quartalsumsatz zwischen 210 und 230 Millionen Euro sei mit EBIT-Verlusten zwischen 5 und 10 Millionen Euro zu rechnen. Die Gesamtjahresprognose behält SMA Solar unverändert bei. Demnach wird der Umsatz 2015 auf ein Niveau zwischen 730 und 770 Millionen Euro fallen während der EBIT-Verlust voraussichtlich zwischen 30 und 60 Millionen Euro liegen wird. Für 2016 hofft die SMA-Führung allerdings auf die Rückkehr in die Gewinnzone.

SMA Solar Technology AG: ISIN DE000A0DJ6J9 /WKN A0DJ6J
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