Speichertechnik von IBM: Nicht alle glauben an die erfolgreiche Wandlung des US-Konzerns zum modernen Technologieunternehmen. / Foto: Jared Lazarus, IBM

08.05.17 Aktientipps , Aktien-Favoriten

IBM-Umsatz schrumpft: Großinvestor zieht sich zurück

Zum mittlerweile 20. Mal in Folge ist der Umsatz des Computerspezialisten IBM geschrumpft. Der Konzern aus Armonk im US-Bundestaat New York leidet nach wie vor unter der Schwäche im traditionellen Computergeschäft. Hinzu kommt der massive Verkauf von IBM-Aktien durch Warren Buffetts US-Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway. Für ECOreporter.de ein Anlass, die Aktie neu zu bewerten.


Ist die IBM-Aktie überbewertet?

Obwohl IBM im wichtigen und hart umkämpften Geschäft um Cloud-Dienste stetig Zuwächse verzeichnet, hat die US-Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway etwa ein Drittel ihrer Anteile veräußert.

Die Beteiligungsgesellschaft in der Hand von Warren Buffet ist seit 2011 der größte Einzelaktionär von IBM. Buffet hält die IBM-Aktie aber aktuell für überbewertet und trennte sich deshalb von Papieren. Zudem verringerte die amerikanische Rating-Gesellschaft Standard & Poors ihr Kreditrating der IBM von "A+" ("sehr sichere Anlage") auf "A" ("sichere Anlage"). Auch die Ratingagentur glaubt langfristig nicht mehr an den Erfolg einer Restrukturierung von IBM.

Im ersten Quartal 2017 schrumpfte der Umsatz von IBM gegenüber dem Vorjahr um 3 Prozent auf 18,2 Milliarden US-Dollar, und der Gewinn ging um 13 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar zurück (lesen Sie hier unseren ausführlichen Bericht über die Quartalszahlen). Auch der bereinigte Gewinn je Aktie reduzierte sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um 11 Prozent auf 1,85 US-Dollar je Aktie. Analysten hatten zwar mit einem noch geringeren Gewinn gerechnet, aber höhere Umsätze erwartet.


Vorstandschefin Rometty setzt auf Cloud-Geschäft

Dabei bleibt das Cloud-Geschäft ein wichtiger Wachstumstreiber. Im ersten Quartal wurden hier immerhin Erlöse von 3,5 Milliarden US-Dollar (3,2 Milliarden Euro) erzielt: Ein Plus im Vergleich zur Vorjahresperiode von 33 Prozent. Auch rangiert IBM seit Jahren bei Patent-Anmeldungen auf den vorderen Plätzen.

Ginni Rometty, Vorstandschefin des Computerriesen, setzt nach wie vor auf ein anhaltendes Wachstum im Bereich Cloud-Dienste sowie auf den Supercomputer IBM-Watson. So soll die Wandlung vom traditionellen Computerhersteller zum modernen Dienstleister langfristig doch noch gelingen. In dem Fall könnte Warren Buffet sein Aktienpaket wieder aufstocken.

Dividendenrendite beträgt aktuell 3,75 Prozent

IBM hat seine Quartalsdividende erneut erhöht, und zwar um 7,1 Prozent. Das ist die 22. Dividendenerhöhung in Folge. Das Unternehmen schüttet seit 1916 jedes Jahr eine Dividende aus. Die Ausschüttung je Aktie liegt bei 1,50 US-Dollar je Aktie, das sind 1,40 Euro.

Auf das Jahr gerechnet erhalten Aktionäre eine Gesamtdividende von rund 6 US-Dollar (5,5 Euro). Bei einem Aktienkurs von aktuell 152,8 US-Dollar bzw. 139,6 Euro beträgt die Dividendenrendite 3,75 Prozent bei einer Payout-Ratio von 46 Prozent (Stand 8.5.). Platz für weitere Dividendensteigerungen ist somit gegeben.

Fazit  

IBM bleibt vorerst ein  Dividendenkönig (Link entfernt)  aus der Reihe der  nachhaltigen ECOreporter-Favoriten-Aktien. (Link entfernt)  Wir beobachten weiterhin die Entwicklung der Computer-Aktie. Sollte die langfristig angelegte Wandlung zum modernen Dienstleister gelingen, könnte der Aktienkurs einen Turn-around erfahren.

Mutige Neu-Einsteiger, die nach US-Unternehmen mit einer hohen Dividendenrendite suchen, sollten eine kleine Position aufbauen. Bereits investierte Anleger sollten die Aktie (noch) halten und weiterhin an der quartalsweise ausgeschütteten Dividende teilhaben.


IBM Corp.: ISIN US4592001014 / WKN 851399
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