Recyclinganlage von first Solar: das Unternehmen fertigt nicht nur Solarmodule, sondern bereitet sie auch wieder auf. / Quelle: First Solar

26.06.13 Aktientipps

Im Aufwind: Umwelttechnologie-Aktien aus den USA

First Solar, Ceco Environmental und Tesla Motors sind börsennotierte Umwelttechnologieunternehmen aus den USA. Sie sind in verschiedenen Branchen tätig, und doch haben doch eines gemeinsam: Analysten trauen deren Aktien deutliche Kurszuwächse zu.

Das mag bei First Solar überraschen. Denn der Solarkonzerne aus Tempe in Arizona gehört zur stark kriselnden Branche der Solarhersteller. Das Unternehmen ist der größte Produzent von Dünnschicht-Solarmodulen. Doch weil infolge des starken Überangebotes im Markt der Preis für Solarmodule so stark eingebrochen ist, dass sie sich kaum noch mit Profit verkaufen lassen, hat First Solar sein Geschäftsmodel verlagert. Der Schwerpunkt des Konzerns liegt nun darauf, große Solarparks zu entwickeln, sie zu errichten und dabei Module aus eigener Produktion zu verbauen. Dies entweder im Dienste eines Kunden oder um das Projekt nach Fertigstellung im Gesamtpaket zu verkaufen.

Auch um solche Projekt zu finanzieren hat First Solar jetzt mit Erfolg junge Aktien im Gesamtwert von rund 430 Millionen Euro an Investoren ausgegeben. Schon jetzt ist das Unternehmen der größte Solarprojektierer der Vereinigten Staaten. Mit dem neuen Geld dürfte es ihm leichter fallen, weiteres Wachstum zu finanzieren. Davon geht etwa Paul Coster aus, Analyst von JPMorgan. Zudem verfüge der Solarkonzern damit über Kapital, um weiter an der Verbesserung der Effizienz seiner Module und deren Produktion zu forschen. Das sei ein großer Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Solarherstellern, die fast durchweg mit massiven finanziellen Problemen kämpfen.

Coster führt zudem ins Feld, dass Solarstrom vom Preis her zunehmend mit herkömmlich erzeugtem Strom konkurrieren könne. Es sei zu erwarten, dass er aufgrund weiter sinkender Modulpreise immer billiger und damit die Nachfrage für First Solar weiter groß sein werde. Der Analyst rät dazu, die Beteiligung überzugewichten. Als Kursziel für die nächsten zwölf Monate nennt er 64 US-Dollar, was umgerechnet 49,1 Euro entspricht. Heute notiert die Aktie von First Solar an der Nasdaq bei 44,5 Dollar, im Xetra bei 34,4 Euro. Zuletzt hatte der Anteilsschein, der sich auf Jahressicht um 159 Prozent verteuerte, ein wenig geschwächelt und in den letzten vier Wochen rund 20 Prozent nachgegeben. Für Coster eine Gelegenheit zum Einstieg.

Die Aktie von Ceco Environmental aus Cincinatti im US-Bundesstaat Ohio liegt auf Jahressicht um 62 Prozent im Plus. Allein in dieser Woche hat sie rund drei Prozent auf 12,5 Dollar bzw. 9,5 Euro zugelegt. Der Kurs wurde zuletzt auch durch weitere Vertriebserfolge beflügelt. Nach eigenen Angaben hat die Spezialistin für Luftreinhaltungssysteme neue Aufträge aus Nordamerika und aus Asien im Gesamtwert von 15 Millionen Dollar erhalten.

Für die Analysten von Needham & Company ist das Potential der Aktie noch längst nicht ausgereizt. Sie raten zum Kauf der Beteiligung und nennen als Kursziel für den Anteilsschein 15 Dollar, also umgerechnet 11,5 Euro. Im Mai hatte Ceco Environmental steigende Gewinne im 1. Quartal gemeldet und eine Quartalsdividende von fünf Eurocent angekündigt. Chief Executive Officer Jeff Lang hatte dies auf eine gestiegene Profitabilität zurückgeführt und auf neues Wachstumspotential durch die Übernahme der Spezialdienstleister Adwest and Aarding verwiesen.

Die kalifornische ElektroautospezialistinTesla MotorsTesla, ist seit Juni 2010 börsennotiert und vor allem durch den Elektro-Sportwagen Roadster bekannt. Nach einem Ausgabepreis von umgerechnet 13,9 Euro dümpelte der Anteilsschein des Unternehmens im Xetra lange bei Kursen um die 20 Euro vor sich hin. Doch seit März hat der Kurs kräftig angezogen. Mit knapp 80 Euro im Xetra und 102,4 Dollar an der Nasdaq liegt die Aktie auf Jahressicht um satte 192 Prozent im Plus.

Die Börsianer setzen verstärkt auf den Elektroautobauer, seit er im Frühjahr überraschend einen staatlichen Kredit in Höhe von 465 Millionen Dollar an das US-Energieministerium zurückzahlte. Die Mittel hatte Tesla für die Entwicklung alternativer Antriebe erhalten und hätte das Unternehmen erst in 2022 zurückgeben müssen. Das dies schon jetzt möglich war, bewertet etwa Trip Chowdhry, Analyst von Global Equities Research, als handfesten Beleg dafür, dass die Tritt gefasst hat. Denn lange war es ihr nicht gelungen, die Produktion so stark wie angestrebt auszubauen. Nun aber ist es dem Unternehmen im ersten Quartal gelungen, den allerersten Quartalsgewinn seiner zehnjährigen Firmengeschichte zu erzielen. Langfristig strebt es nun eine Absatz von 500.000 Fahrzeugen an. Zudem konnte Tesla bei Investoren über die Ausgabe von neuen Aktien und von Anleihen etwa eine Milliarde Dollar frisches Kapital einsammeln, um das angestrebte Wachstum zu finanzieren.

Chowdhry traut dem Unternehmen nun den ganz großen Sprung zu. Der Elektroautobauer spielt nach seiner Einschätzung eine zentrale Rolle im Aufbau einer ganz neuen Industriebranche. In 2013 werde der Nettogewinn je Aktie mit voraussichtlich sechs Dollarcents wohl noch gering ausfallen. Für 2014 erwartet der Analyst aber einen Gewinnsprung auf 92 Dollarcents je Aktie. Er empfiehlt den Kauf des Anteilsscheins und nennt als Kursziel 150 Dollar. Das sind umgerechnet 115 Euro.

Ceco Environmental: ISIN US1251411013 / WKN 906379
First Solar Inc: ISIN US3364331070 / WKN A0LEKM
Tesla Motors Inc.: ISIN US88160R1014 / WKN A1CX3T
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