Windpark der portugiesischen EDP Renovavais. Der Kepler Öko Energien ist stark in deren Aktie investiert. / Foto: Unternehmen

13.01.16 Fonds / ETF , Fonds des Monats

In 2015 bis zu 15 Prozent Wertzuwachs für die besten Erneuerbare-Energien-Aktienfonds – jeder zweite legte zweistellig zu

Bei der Jahresauswertung der Erneuerbare-Energien-Aktienfonds auf dem deutschen Markt springt ins Auge, wie groß die Kluft zwischen den besten und den schwächsten Produkten ist. Sie umfasst rund 20 Prozent. Der beste Fonds dieser Kategorie legte im Jahresverlauf 15 Prozent zu, während das Schlusslicht knapp fünf Prozent Wertverlust einfuhr. Aber die Hälfte der zwölf Erneuerbare-Energien-Aktienfonds legte zweistellig zu. Das geht aus unserer Fondsdatenbank ECOfondsreporter hervor.

Fonds des Jahres wurde der Kepler Öko Energien der österreichischen Kepler-Fonds KAG mit einem Plus von 15,5 Prozent. Sie hat diesen Erneuerbare-Energien-Aktienfonds in 2008 aufgelegt und erhebt für ihn pro Jahr eine Verwaltungsgebühr von 1,65 Prozent. Der Kepler Öko Energien hat ein Volumen von rund 5,5 Millionen Euro, das zur Hälfte in Unternehmen aus dem Euro-Raum investiert ist und zu etwa einem Drittel in den USA. Zu den größten Beteiligungen gehören die Windradhersteller Gamesa, Vestas und Nordex, deren Anteilsscheine alle in 2015 über 100 Prozent an Wert gewonnen haben (lesen Sie dazu auch unseren  Jahresrückblick Windaktien). Weitere Top-Positionen im Portfolio sind Photovoltaikkonzerne wie First Solar und Canadian Canadian aus Nordamerika, die deutsche 2G Energy AG, eine Spezialistin für Kraft-Wärme-Kopplungs-(KWK-)Anlagen und der portugiesische Versorger EDP Renovavais, der im großen Umfang Windparks betreibt. Der Titelauswahl gehen Nachhaltigkeitsanalysen voraus, was bei Themenfonds wie den Erneuerbare-Energien-Aktienfonds nicht üblich ist. Für den Kepler Öko Energien kommen Aktien von Unternehmen nicht in Fragen, wenn sie gegen Ausschlusskriterien wie Atomenergieproduktion und kontroverses Umweltverhalten verstoßen. Mehr über den Anbieter des Fonds erfahren Sie in einem  Kurzportrait von Kepler (Link entfernt).  

Fünf weitere Erneuerbare-Energien-Aktienfonds haben im Jahresverlauf  über zehn Prozent an Wert gewonnen. Das Feld der Verfolger führt der 2009 aufgelegte Solar & Sustainable Energy Fund an, der bis zum Herbst 2015 als Luxembourg Selection Asian Solar&Wind A1 firmierte. Die FiNet Asset Management AG aus Marburg betreut diesen Erneuerbare-Energien-Aktienfonds, der sich in 2015 um 13,5 Prozent verbesserte. Bei ihm fällt eine jährliche Verwaltungsgebühr von 1,9 Prozent an, sowie eine Erfolgsprämie, sofern er mehr als zehn Prozent im Jahr an Wert gewinnt (High Watermark).

Bildhinweis: Produktion bei JA Solar. / Foto: Unternehmen

Der Solar & Sustainable Energy Fund hat einen klaren regionalen Schwerpunkt. Das Fondsvolumen von rund 20 Millionen Euro ist zu 75 Prozent in Aktien aus China investiert, zu weiteren neun Prozent in das von der Volksrepublik abgespaltene Taiwan und zu 15 Prozent in Unternehmen aus Nordamerika, die aber wie First Solar und Canadian Solar ebenfalls in Fernost produzieren. Auf Solaraktien wie diese oder die chinesischen JA Solar und JinkoSolar entfallen 76 Prozent des Portfolios (über die Entwicklungen im weltweiten Photovoltaikmarkt und von Solaraktien aus China und Nordamerika in 2015 erfahren Sie mehr in unserem   Jahresrückblick Solaraktien). Weitere 13 Prozent des Fondsvermögens entfallen auf Windaktien und zehn Prozent auf Anteilsschein von Unternehmen mit anderer Spezialisierung wie der chinesische Kraftwerksbetreiber Concord New Energy.

Die zehn besten Erneuerbare-Energien-Aktienfonds in 2015

*In Fremdwährungen notierende Fonds wurden umgerechnet.

Erneuerbare-Energie-Aktienfonds

Erneuerbare-Energie-Fonds investieren in Aktien. Sie unterscheiden sich von breit investierenden nachhaltigen Aktienfonds vor allem dadurch, dass es bei ihnen rein um das Thema Energie geht. Ethische, soziale oder ökologische Kriterien spielen eine geringere Rolle. Die Erneuerbare-Energie-Fonds gelten trotzdem als nachhaltig, weil sie sich auf Unternehmen konzentrieren, die Lösungen für bestimmte Umweltprobleme anbieten, etwa eine klimaschonende Energieversorgung. Dazu gehören Solar-, Windkraft und sonstige Erneuerbare-Energie-Technologien, Speicher, Elektromobilität, auch Biotreibstoffe, Stromleitungen und anderes. Gemein ist solchen Fonds, dass sie durch diese Konzentration auf Branchen mit großen Chancen auch höhere Risiken eingehen. Unsere Daten zur Wertentwicklung der Fonds stammen in der Regel von den Fondsbörsen.
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