Nachhaltige Aktien, Meldungen

In welchen Märkten will die Solar-Fabrik AG wachsen? - ECOreporter.de befragte Firmensprecher

Die ab Januar 2009 mit der Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) geltende Absenkung der Vergütung von Solarstrom stellt für die Solarbranche eine große Herausforderung dar. Das erklärte Martin Schlenk, Unternehmenssprecher der Solar-Fabrik AG aus Freiburg, im Gespräch mit ECOreporter.de. Er gab zu bedenken, dass der Preis für Silizium, den wichtigsten Rohstoff für die Produktion von Solarzellen, „noch immer sehr hoch“ sei. Diese Preisentwicklung verlaufe nun in eine andere richtung als das EEG. Schlenk sieht die Solar-Fabrik AG nur in begrenztem Rahmen von der sinkenden Vergütung in Deutschland betroffen. Denn schon in 2008 erreiche sein Unternehmen eine Exportquote von über 50 Prozent. Es sei geplant, die Abhängigkeit vom deutschen Markt in Zukunft noch weiter zu reduzieren. Zudem habe sich der Solarkonzern mit Langfristverträgen bei der Rohstoffversorgung gut aufgestellt. Ferner habe man erst vor kurzem ein neues Werk zum Recycling von Silizium eröffnet (wir berichteten darüber im ECOreporter.de-Beitrag vom 6. Juni).

Wie Schlenk gegenüber ECOreporter.de weiter ausführte, hofft die Solar-Fabrik auf weiter wachsende Geschäfte insbesondere in Europa. „Der griechische Solarmarkt kommt allmählich ins Laufen“, so der Firmensprecher. Sein Unternehmen habe da erst vor kurzem einen größeren Auftrag akquiriert. Ein „sehr interessanter Markt“ sei nun auch Frankreich, wo eine „attraktive Förderung“ laut Schlenk für eine zunehmende Nachfrage sorgen werde. Bei der Solar-Fabrik leite ein französischer Mitarbeiter den Vertrieb in das Nachbarland, der dort gut vernetzt sei. Der Firmensitz Freiburg liege zudem ja nahe an der Grenze zu Frankreich. Nach Einschätzung von Schlenk wird Spanien weiter ein wichtiger Absatzmarkt für die Solar-Fabrik bleiben. Zwar werde im Herbst auch dort die Vergütung von Solarstrom neu geregelt. Der Unternehmenssprecher rechnet aber nicht mit einem Markteinbruch. Skeptisch beurteilt Schlenk die Marktaussichten in den USA. Sich dort zu positionieren sie „beim gegenwärtigen Dollarkurs nur mit einer Produktion vor Ort darstellbar oder für Firmen wie etwa etliche aus China, die in Dollar bilanzieren“, so Schlenk.

Auf Nachfrage ging er auch auf die Übernahme der ersol Solar Energy AG durch den Bosch-Konzern ein. Ihm zufolge „war zu erwarten, dass Bosch beim Einstieg in die Photovoltaik nicht auf der grünen Wiese starten würde“. Die Übernahme einer Produzentin wie ersol sei im Vergleich zum Aufbau einer eigenen Sparte die eindeutig billigere Lösung und von daher keine Überraschung. Zudem handle es sich um eine übliche Marktentwicklung, dass es nun zu vermehrten Übernahme im Solarsektor komme. Es sei daher keineswegs auszuschließen, dass auch die Solar-Fabrik AG einmal an der Reihe sei.

Solar-Fabrik AG: WKN 661471/ ISIN DE0006614712

Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x