Werden die Monteure von First Solar künftig verstärkt in Indien aktiv? Marktbeobachter sehen den US-Konzern im Vorteil, wenn Indien seine Pläne für Importzölle umsetzt. / Foto: Unternehmen

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Indien plant Photovoltaik-Importzölle – First Solar im Vorteil?

Nach den USA und Europa hat nun auch Indien Einfuhrbeschränkungen für Photovoltaikprodukte ausländischer Herkunft angekündigt. Wie die Amerikaner wollen die Inder Importzölle auf Solartechnik erheben, die in bestimmten Ländern hergestellt wurde. Treffen soll es Hersteller aus China, Malaysia und den USA.

Dabei sollen die Zölle für Silizium-Solarmodule aus den USA bei 0,48 Dollar pro Watt festgesetzt werden, während auf vergleichbare Produkte aus China 0,81 Dollar pro Watt fällig werden sollen. Taiwanesische Hersteller würden mit 0,59 Dollar pro Watt als Importzoll belegt. Gemessen an den aktuellen Modulpreisen in Indien - die liegen laut einer Analyse des Forbes Magazine bei 0,67 Dollar - würden US-Produkte aus kristallinem Silizium mit den neuen Zöllen um 80 Prozent teurer. Die Preise für die Produkte aus chinesischer Herstellung würden sich indes mehr als verdoppeln. Einzelne große Hersteller äußerten bereits ihren Unmut über die Ankündigung. Zu den Kritikern zählt Canadian Solar Inc. Das Unternehmen produziert zu großen Teilen in China.

Deutlich günstiger soll es für Hersteller von Dünnschicht-Solarmodulen wie First Solar Inc. aus Tempe in Arizona werden. Der geplante Zoll für US-Dünnschichtmodule wurde auf 0,11 Dollar pro Watt festgelegt. Damit würde der Preis für Produkte aus dem Hause First Solar in Indien lediglich um 20 Prozent steigen. Marktbeobachter sehen den US-Weltmarkführer deshalb klar im Vorteil gegenüber der Konkurrenz aller Hersteller kristalliner Solarmodule und speziell gegenüber den Mitbewerben aus China. Vor allem weil viele große chinesische Konzerne vor allem in den Ländern produzieren, die auf der Importzoll-Liste der Inder stehen. Zudem habe First Solar schon jetzt vergleichsweise guten Zugang zu den asiatischen Photovoltaikmärkten.

Wie sehr First Solar diesen Preisvorteil nutzen kann, ist noch fraglich. Sowohl die Einfuhrbeschränkungen in den USA als auch in Europa werden teilweise systematisch umgangen. Manche Konzerne bedienen die Nachfrage aus diesen Ländern dann eben nicht aus Fabriken in China, sondern aus Ländern für die keine Beschränkung gilt.


Schaden Zölle der Entwicklung in Indien?

Kritiker der Importzollpläne wiesen indes darauf hin, dass der Großteil der indischen Photovoltaikvorhaben stark auf Importware setzte, heißt es in dem Forbes-Report. Einerseits sei das der Fall, weil die Importware technisch besser sei als einheimische Produkte. Andererseits sei es mit dieser Technik bisher leichter, Finanzierungen zu bekommen. Deshalb laufe Indien Gefahr, den Photovoltaikausbau im eigenen Land mit Importzöllen deutlich zu bremsen.

Die Aktie von First Solar notierte heute um 9:46 an der Frankfurter Börse bei 47,29 Euro. Damit war sie 3,2 Prozent teurer als vor vier Wochen. Und im Vergleich zum Kurs von heute vor einem Jahr liegt die Aktie knapp 16 Prozent im Plus.
First Solar Inc: ISIN US3364331070 / WKN A0LEKM
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