29.06.12 Nachhaltige Aktien , Meldungen , Anleihen / AIF

Insolvente Solar Millennium verkauft den Großteil seiner US-Projekte

Die beiden größten US-Projekte der insolventen Solar Millennium AG aus Erlangen sind verkauft. Das gab Insolvenzverwalter Volker Böhm nun offiziell bekannt. Vor zwei Tagen schon war bekannt geworden, dass der Energieanlagenprojektierer NextEra aus Juno in Florida das 1.000-Megawatt- (MW)-Projekt Blythe in Kaliforniern bei einer Auktion aus der Insolvenzmasse der US-amerikanischen Solar-Millennium-Tochter Solar Trust Of America erstanden hat (ECOreporter.de Opens external link in new windowberichtete).

Insolvenzverwalter Böhm zufolge hat Bright Source Energy, eine Spezialistin für solarthermische Großkraftwerke aus Oakland, das kalifornische Projekt Palen erstanden. Dort plante Solar Millennium ursprünglich, auf 2.100 Hektar Land ein solarthermisches Großkraftwerk mit 500 MW Leistungskapazität zu errichten. Dies sollte in zwei Bauabschnitten zu je 250 MW realisiert werden. Beide Projekte, die gemessen an ihrer Kapazität mit 1.500 MW immerhin zwei Drittel des gesamten US-Geschäfts von Solar Millennium (2250 MW) ausmachten, zusammen brachten Solar Millennium nun 80 Millionen Dollar ein, so Böhm.

Die Zahlungen seien Ein Teil des Kaufpreises werde erst fällig wenn die Projekte bestimmte Entwicklungsstadien erreicht haben, so Böhm. Ob die 80 Millionen Dollar Erlös zumindest teilweise den Gläubigern der Solar Millennium AG zu Gute kommt, hänge noch davon ab, welche der in den USA anhängigen Insolvenzforderungen gerichtlich anerkannt werden, erläuterte der Insolvenzverwalter. „Die erzielten Kaufpreise dienen zunächst der Deckung der Verfahrenskosten und der Befriedigung bestimmter privilegierter Forderungen in den USA, wobei über einige hohe strittige Forderungen bislang nicht entschieden wurde“, so Böhm. Vollzogen werden sollen die Transaktionen voraussichtlich noch im Juli oder August.  Bei den Verhandlungen mit den Bietern habe Böhm allerdings erreicht, dass bislang nicht in Anspruch genommene Bürgschaften in Millionenhöhe abgelöst werden, die den Gläubigern zu Gute kommen sollen.

Solar Millennium hatte im Dezember 2011 Insolvenz angemeldet. Weil das Unternehmen seine Vorhaben Anleihen herausgegeben und Fonds initiiert hatte, sind Zehntausende Anleger von der Pleite betroffen. Wie Fachanwälte die Chancen dieser Anleger einschätzen, ihr Geld zurückzuerhalten, lesen Sie in diesem Opens external link in new windowBeitrag.

Solar Millennium AG: ISIN DE0007218406 / WKN 721840
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