Eine Immobilie aus einem GreenBuilding-Fonds der mittlerweile insolventen Wölbern Invest KG. / Foto: Unternehmen

  Anleihen / AIF, Wachhund

Insolvente Wölbern Invest seit Jahren zahlungsunfähig?

Das Skandal-Emissionshaus Wölbern Invest war offenbar schon Jahre vor dem Insolvenzantrag Ende Oktober 2013 zahlungsunfähig. Das meldet das „Handelsblatt“ in seiner aktuellen Ausgabe. Dem Blatt liegt demnach ein Bericht des Insolvenzverwalters Tjalk Thies zur Insolvenz der niederländischen Wölbern Invest B.V. vor, der dieses nahelegt.

Laut Handelsblatt steht in dem Bericht, die eigenständige Niederlande-Tochter von Wölbern Invest habe dem Zweck gedient „immer neues Geld aus den Fonds zu ziehen und damit ständig neue Löcher innerhalb des Fondshauses zu stopfen.“ So sollen 176 Millionen Euro Anlegergelder aus geschlossenen Immobilienfonds von Wölbern Invest abgezogen worden sein. 36 Millionen Euro seien wieder zurück in die Fonds geführt worden, berichtet das Handelsblatt weiter. Die Wölbern Invest KG sei schon 2010, also knapp drei Jahre vor dem offiziellen Insolvenzantrag zahlungsunfähig gewesen, so der Bericht.

Von dem Skandal sind rund 40.000 Anleger betroffen, die mehr als 700 Millionen Euro in geschlossene Fonds von Wölbern Invest investiert haben. Unter den 38 Fonds (davon 24 Publikumsfonds mit 30 Immobilien) die das Emissionshaus zuletzt verwaltete, waren auch viele Beteiligungen zu GreenBuildings. Dabei handelte es sich vornehmlich um Bürogebäude in den Niederlanden und  Deutschland.

Dem Gründer und Chef der Wölbern Invest KG wird gewerbsmäßige Untreue in großem Stil vorgeworfen. Deshalb muss er sich seit Mai 2014 vor Gericht verantworten (ECOreporter.de  berichtete). Die Staatsanwaltschaft ging bisher davon aus, dass der Beschuldigte rund 147 Millionen Euro aus geschlossenen Fonds entnommen haben soll, von denen 102 Millionen Euro nicht an die Fonds zurück geflossen sein sollen. Teile dieses Geldes sollen auf Privatkonten gelandet sein. Der Beschuldigte selbst, hat alle Vorwürfe stets deutlich zurückgewiesen. Er hat mittlerweile auch privat Insolvenz angemeldet. In diesem Verfahren ist Dietmar Penzlin als Insolvenzverwalter tätig, der auch die Insolvenz von Prokon führt. Penzlin hatte in einem ersten Bericht zur Lage erklärt, der Wölbern-Gründer habe eine „aufwendige Lebensführung“ gepflegt. Er soll demnach unter anderem eine sehr umfangreiche Gemäldesammlung renommierter Künstler gehabt haben.
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