Der Firmensitz der S.A.G. Solarstrom AG in Freiburg. / Foto: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Meldungen, Anleihen / AIF

Insolvenzverwalter rechnet mit Rettung von S.A.G Solarstrom

Fortschritte im Insolvenzverfahren meldet die S.A.G. Solarstrom AG. Der Verkauf der drei letzten Solaranlagen, die noch zum Deutschland-Portfolio des Unternehmens gehörten, werde der S.A.G. Solarstrom AG einen mittleren einstelligen Millionenbetrag einbringen, hieß es. Dazu habe die Führung des Freiburger Unternehmens einen Vertrag mit Investoren unterzeichnet. Darin sei die Veräußerung einer Photovoltaikanlage in Daßlitz und zwei weiterer Anlagen in Sondershausen vereinbart, die zusammen auf 5 Megawatt Leistungskapazität kommen.

S.A.G. Solarstrom AG erwartet weitere Mittelzuflüsse

Außerdem geht die Führung der S.A.G. Solarstrom AG davon aus, „in den nächsten Wochen“ weiteres Geld einzunehmen. Zum einen stünden noch Erlöse aus Verkäufen von Solaranlagen in Italien sowie der Rückfluss eines Darlehens aus. „Diese drei deutlich verspäteten Zahlungsmittelzuflüsse in Höhe von insgesamt rund 20 Millionen Euro hatten im Dezember 2013 zu dem Liquiditätsengpass und letztlich zur Insolvenzanmeldung geführt“, erklärt der Vorstandsvorsitzende Dr. Karl Kuhlmann.

Mehrere Kaufinteressenten für S.A.G. Solarstrom AG als Ganzes

Laut Insolvenzverwalter Dr. Jörg Nerlich von der Kölner Kanzlei Görg gibt es derzeit mehrere potenzielle Käufer, die daran interessiert sind, die S.A.G. Solarstrom AG als Gesamtpaket zu übernehmen: „Bei den am Gesamtunternehmen mit allen Geschäftsbereichen interessierten strategischen Investoren handelt es sich um international tätige Unternehmen aus dem asiatischen, nordamerikanischen und europäischen Raum“, teilt der Insolvenzverwalter mit. „Deshalb hat auch die Due Diligence seitens der Investoren bislang mehr Zeit in Anspruch genommen als ursprünglich gedacht, da es hier für multinational tätige Unternehmen komplexe rechtliche und steuerliche Fragestellungen zu klären gilt“, so Insolvenzverwalter weiter. „Nach dem aktuellen Stand gehe ich aber nun davon aus, dass wir den Investorenprozess absehbar abschließen können und damit eine Fortführung der Unternehmensgruppe und eine im Vergleich zu anderen Insolvenzverfahren respektable Quote für die Gläubiger erreichen werden“, fährt Nehrlich fort.

Über Anleihen mit Laufzeiten bis 2015 (ISIN DE000A1E84A4) beziehungsweise bis 2017 (ISIN DE000A1K0K53) hatte das Unternehmen 16,9 Millionen bzw 25 Millionen Euro eingesammelt. Der Insolvenzverwalter hatte den Investoren im Mai 2014 eine Insolvenzquote von annähernd 50 Prozent in Aussicht gestellt. Ob die Aktionäre der S.A.G. Solarstrom AG ebenfalls darauf hoffen dürfen, etwas von ihrem eingesetzten Kapital zurückzuerhalten, ist weiterhin offen. Das hänge davon ab wie die Transaktion abgewickelt werde, so Nehrlich heute.

S.A.G. Solarstrom AG: ISIN DE0007021008 / WKN 702100
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x