06.07.11 Anleihen / AIF , Fonds / ETF

Interesse an nachhaltigen Investments nach Fukushima gewachsen

Nach der Atomkatastrophe in Japan legen deutsche Privatanleger mehr Wert auf ökologische, ethische und soziale Aspekte bei ihren Geldanlagen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Marktforschungsinstituts Forsa, die im Auftrag der Frankfurter Union Investment erstellt wurde. Dies gilt demnach besonders für Investoren zwischen 20 und 29 beziehungsweise 40 und 49 Jahren.


Insgesamt bewerten 31 Prozent aller für die Studie Befragten nachhaltige Geldanlagen als attraktiv. Zum selben Zeitpunkt des Vorjahres hatten nahezu ebenso viele Studienteilnehmer nachhaltige Geldanlagen als attraktiv bewertet. Die Zahl derer, die „grünen Investments“ für uninteressant befinden, sank jedoch auf Jahressicht um 4 Prozent auf 23 Prozent.


Die Reaktorkatastrophe in Fukushima hat die Sichtweise der Befragten, die ihr Vermögen in eine nachhaltige Geldanlage investieren würden, verändert: 45 Prozent schätzen seither ökologische Aspekte wichtiger ein als soziale, drei Prozentpunkte mehr als im ersten Quartal 2011. Im Gegenzug ist der Anteil der Befragten, für die soziale Aspekte höchste Priorität haben, um fünf Prozentpunkte auf 49 Prozent gegenüber dem Vorquartal gesunken. In der Gruppe der 20- bis 29-Jährigen halten 49 Prozent ökologische Aspekte für bedeutsamer. Sie übertreffen den Durchschnittswert aller Befragten damit um vier Prozentpunkte. Bei den 40- bis 49-Jährigen sind es 51 Prozent.


„Das Ergebnis der Studie zeigt, dass das Bewusstsein für nachhaltige Geldanlagen vorhanden ist und Katastrophen wie jüngst in Japan den Blick dafür schärfen“, kommentierte Daniel Günnewig, Geschäftsführer der Union Investment Privatfonds GmbH die Umfrageergebnisse. Allerdings seien nachhaltige Geldanlagen noch nicht in der Breite bekannt. „Die aktuellen politischen Diskussionen über die zukünftige staatliche Förderung alternativer Energien trägt zur Verunsicherung und Zurückhaltung der Anleger bei“, so Günnewig weiter. Erst mit der Zeit werde sich zeigen, welche Unternehmen langfristig vom Atomausstieg profitieren würden.
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