Voraussichtlich zum 1. Januar 2018 wird die ABO Pionier AG als erstes Projekt den Solarpark Saidabad im Iran erwerben. Der Solarpark (im Bild) ist seit Ende November fertiggestellt und ans Stromnetz angeschlossen. ABO Wind hat den Solarpark projektiert und errichtet. / Foto: Unternehmen

11.12.17 Nachhaltige Aktien , Meldungen , Anleihen / AIF

Interview ABO Wind, Teil 2: "Gut vorstellbar, dass ABO Invest künftig auch Solarprojekte betreibt“

Mit der Ausweitung der internationalen Aktivitäten von ABO Wind gibt es auch neue Anlagemöglichkeiten für Privatanleger. Im zweiten Teil des Interviews mit Alexander Koffka von ABO Wind erfahren Sie, ab wann Anleger voraussichtlich in die neu gegründete ABO Pionier AG investieren können. Und welches Projekt die ABO Pionier als Erstes erwirbt. Zudem gibt es auch Infos zur geplanten Wandelanleihe der ABO Wind AG und einen Ausblick auf ein mögliches neues Geschäftsfeld der ABO Invest AG. 

Im ersten Teil des Interviews haben wir unter anderem gefragt, welche Veränderungen sich mit dem Erschließen neuer Märkte, zum Beispiel in Argentinien, bei ABO Wind ergeben. (Link entfernt) Weitere Themen sind: Welche Herausforderungen hat das Unternehmen in den neuen Auslandsmärkten, etwa im Iran, zu meistern? ABO Wind baut auch den Solarbereich deutlich aus: Welche Länder sind hier für das Unternehmen interessant und wie erfolgt der Markteinstieg? Und: Welches Geschäftspotential sieht ABO Wind in seinen wichtigsten Bestandsmärkten Deutschland und Frankreich in den nächsten Jahren?


Die ABO Wind AG aus dem hessischen Wiesbaden gehört zu den etablierten Projektentwicklern im Bereich Windenergie. Seit 1996 hat das Unternehmen rund 600 Windenergieanlagen mit mehr als 1.300 Megawatt Leistung ans Stromnetz gebracht, hauptsächlich in Deutschland. Bis 2016 trug das internationale Geschäft rund ein Drittel zum Umsatz von ABO Wind bei. Nach Angaben des Unternehmens steigt der Anteil in diesem Jahr voraussichtlich auf die Hälfte und mittelfristig voraussichtlich auf zwei Drittel. Im August 2017 hat ABO Wind die ABO Pionier AG gegründet. Die ABO Pionier soll erneuerbare Energieprojekte in Ländern betreiben, in denen diese noch nicht etabliert sind oder höhere politische Risiken herrschen. Vorstand der mit einem Grundkapital von 100.000 Euro ausgestatteten ABO Pionier sind Dr. Jochen Ahn, ebenfalls Vorstand der ABO Wind AG, und Alexander Koffka. Im zweiten Teil des Interviews befragen wir Alexander Koffka, Bereichsleiter für Öffentlichkeitsarbeit und Investorenbetreuung bei der ABO Wind AG, unter anderem zu den Plänen für die ABO Pionier AG.

Bildhinweis: Alexander Koffka ist Mitglied der Geschäftsleitung beim Wiesbadener Projektentwickler ABO Wind. / Foto: Unternehmen


ECOreporter.de: Herr Koffka, gibt es schon konkrete Planungen, in welche Projekte in welchen Ländern die ABO Pionier AG als Erstes investiert? Ab wann haben Anleger voraussichtlich die Möglichkeit, sich an der ABO Pionier zu beteiligen?

Alexander Koffka:  Voraussichtlich zum 1. Januar 2018 wird die ABO Pionier als erstes Projekt den Solarpark Saidabad im Iran mit einer Nennleistung von 1,3 Megawattpeak (MWp) erwerben. Der Solarpark ist seit Ende November fertiggestellt und ans Stromnetz angeschlossen. Vorgesehen ist, dass die ABO Pionier AG zunächst zwei bis drei Projekte erwirbt. Danach, voraussichtlich in ungefähr einem Jahr, wollen wir - im Zuge einer prospektfreien Privatplatzierung - bis zu 149 ausgewählten Anlegern anbieten, Aktien der ABO Pionier aus einer Kapitalerhöhung zu erwerben. Mit diesem Geld sollen dann ein bis zwei weitere Projekte erworben werden.

Im nächsten Schritt - in voraussichtlich etwa zwei Jahren - soll ein Wertpapierprospekt erstellt werden, um neue Aktien aus einer weiteren Kapitalerhöhung mit einem öffentlichen Angebot weiteren Anlegern anzubieten und zugleich die Notierung an einer Börse zu beantragen. Dann also hätte potentiell jeder Anleger die Möglichkeit, sich an der ABO Pionier zu beteiligen. Wir erwarten perspektivisch eine ähnliche Entwicklung wie bei der ABO Invest, an der mittlerweile rund 5.000 Anleger beteiligt sind. 

Die ABO Invest AG betreibt ab Anfang nächsten Jahres, wenn der Kauf des finnischen Windparks Haapajärvi II abgeschlossen sein wird, Windparks mit einer Leistung von rund 150 Megawatt. Ihre Marktkapitalisierung an der Börse beträgt mehr als 70 Millionen Euro.   

Im Gegensatz zur ABO Pionier investiert die ABO Invest in etablierte europäische Windenergiemärkte. Die Rahmenbedingungen im Bereich der Windenergie haben sich aber in einigen europäischen Märkten verschlechtert, zum Beispiel in Deutschland. Dagegen sind die Bedingungen und wirtschaftlichen Aussichten für Solarprojekte insbesondere in Frankreich und Spanien eher wieder besser geworden, auch weil dort teilweise inzwischen ein Direktverkauf des Stroms eine rentable Option ist. Ist es daher vorstellbar oder geplant, dass die ABO Invest ihre Geschäftstätigkeit auf etablierte europäische Solarmärkte ausweitet?

Es ist gut vorstellbar, dass ABO Invest künftig auch Solarprojekte betreibt. Die Satzung der Gesellschaft lässt das zu. Die Geschäftstätigkeit umfasst prinzipiell alle erneuerbaren Energien. Sobald sich geeignete und attraktive Investitionsmöglichkeiten im Solarbereich zum Beispiel in Frankreich oder Spanien ergeben, würden sich Vorstand und Aufsichtsrat damit befassen. Bislang sind diesbezüglich aber noch keine Entscheidungen getroffen worden.

Wird die für das Frühjahr 2018 geplante Wandelanleihe der ABO Wind AG auch für Privatanleger zu zeichnen sein? Haben die Aktionäre ein Bezugsrecht?

Doppeltes Ja: Auch Privatanleger werden die Wandelanleihe zeichnen können und es wird ein Bezugsrecht geben. Da die genaue Ausgestaltung der Konditionen noch offen ist, kenne ich die Mindestzeichnungssumme noch nicht. Wir werden die Anleihe aber so ausgestalten, dass sich möglichst viele Anleger beteiligen können. Ich könnte mir vorstellen, dass die Mindestzeichnungssumme bei 1.500 Euro liegt.

Herr Koffka, vielen Dank für die Informationen und Erläuterungen.


Über die geplante Emission der Wandelanleihe von ABO Wind hatten wir hier berichtet.



Bildhinweis: Der im November 2017 fertiggestellte Solarpark Saidabad im Iran. / Foto: Unternehmen
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