Wird German Pellets schon bald aus der Insolvenz heraus von einem Investor gekauft? Im Bild: Die Produktion in Deutschland. / Foto: Unternehmen

26.04.16 Anleihen / AIF

Investor für insolvente German Pellets GmbH gefunden?

Die insolvente German Pellets GmbH aus Wismar steht offenbar unmittelbar vor dem Verkauf. Die Mitarbeiter des Pelletherstellers sollen inzwischen darüber informiert worden sein, dass sich die Insolvenzverwaltung in Kürze für ein Übernahmeangebot entscheiden werde.

Das geht aus übereinstimmenden Medienberichten hervor. Demnach ist es das Ziel der Insolvenzverwaltung, die Unternehmensgruppe als Ganzes zu erhalten. Das Handelsblatt schreibt, es gäbe zwei  Kandidaten, die als Favoriten auf die Übernahme gehandelt werden: ein Rohstoffverarbeiter aus Baden-Württemberg und ein Papierhersteller aus Thüringen.

Aussichten für Anleger der Anleihen von German Pellets bleiben düster

Für die rund 650 Mitarbeiter von German Pellets bedeutet das eine Hoffnung darauf, dass ihre Arbeitsplätze erhalten bleiben könnten. Ohne dies endet die Frist für die Übergangszahlungen an die Belegschaft zum Monatsende. Für die zahlreichen Anleger, die in German Pellets über Anleihen und Genussrechte  mehr als 240 Millionen Euro investiert haben, sind die Aussichten dennoch nach wie vor eher düster. Grund ist unter anderem die komplizierte Unternehmensstruktur von German Pellets mit 27 Tochtergesellschaften von denen mittlerweile acht wie German Pellets selbst insolvent sind. Viele erhebliche Werke, wie beispielsweise die US-Werke in Texas und Louisiana oder ein von E.on Ende 2015 gekauftes Kohlekraftwerk, gehören nicht zur Insolvenzmasse. Berichte darüber, dass das Barkapital von German Pellets zum Zeitpunkt der Insolvenz im Februar 2016 nahezu aufgebraucht gewesen sein soll, hatte das Unternehmen nicht kommentiert.

Reguläres Insolvenzverfahren soll in Kürze starten

Die schlechten Aussichten der Anleger spiegeln sich auch in den Börsenkursen der German-Pellets-Anleihen wider. Sie liegen heute am Vormittag bei knapp zwei Prozent. Das würde rund 98 Prozent Verlust für die Anleger bedeuten. Wie viel Geld die Anleger zurückerhalten können ist nach wie vor vollkommen unklar. Erst mit der Eröffnung des regulären Insolvenzverfahrens können die Gläubiger ihre Forderungen an der sogenannten Insolvenztabelle anmelden. Die Eröffnung erwartet die Insolvenzverwaltung nach eigenen Angaben Anfang Mai, also in wenigen Tagen. Was Fachanwälte im Fall German Pellets raten, lesen Sie  hier (Link entfernt)
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