Wacker Chemie ist einer der weltweit größten Hersteller von Solarsilizium. Dieser wird zu Solaringots gebrannt, auf denen man Wafer schneidet, um daraus Soalrzellen zu fertigen und diese in Solarmodulen zu bündeln. / Quelle: Unternehmen

03.08.15 Aktientipps

Ist die Aktie der Wacker Chemie AG unterbewertet?

Obwohl der Solarzulieferer heute gute Zahlen für das zweite Quartal gemeldet hat, hat sich die Aktie der Wacker Chemie AG aus München weiter verbilligt. Der Anteilsschein verlor heute bis 11 Uhr im Xetra 1,5 Prozent auf 89,9 Euro. In den letzten drei Monaten gab die Aktie damit über 18 Prozent nach und notiert nur noch knapp fünf Prozent über dem Vorjahreskurs.

Christoph Schöndube ist Analyst der WGZ Bank. Er hält die jüngsten Kursverluste „für nicht gerechtfertigt“. Er rät daher zum Kauf der Aktie mit Kursziel von 125,00 Euro. Schöndube verweist darauf, dass Wacker Chemie heute „solide Zahlen“ für das zweite Quartal veröffentlicht hat (hier  gelangen Sie zu der Unternehmensmeldung). Der Umsatzsprung um 10,3 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro sei „erwartungsgemäß“ ausgefallen. „Vor allem höhere Absatzmengen und positive Währungseffekte begünstigten das dynamische Wachstum“, stellt der Analyst dazu fest. Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) habe mit 329 Millionen Euro den Erwartungen entsprochen. Das Nettoergebnis sei - vor allem auf Grund einer deutlich niedrigeren Steuerquote – sogar „stärker als von uns erwartet“ ausgefallen.  Und dies trotz der Rückgänge im Geschäft mit Solarsilizium.

Die Konzern-Sparte Wacker Polysilizium verzeichnete im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Umsatzrückgang um rund vier Prozent auf 261,3 Millionen Euro, weil die Preise für Silizium, den wichtigsten Rohstoff für die Produktion von Solarmodulen, gesunken sind. Laut dem Konzern haben viele Kunden im Zeitraum April bis Juni Lagerbestände abgebaut und weniger Polysilizium geordert. Bereinigt um Sondereffekte ist das EBITDA von Wacker Polysilizium im Berichtsquartal um 15 Prozent niedriger ausgefallen als vor einem Jahr. Dazu trugen neben dem Preisverfall  Anlaufkosten für den neuen Standort Charleston im US-Bundesstaat Tennessee bei.

Schöndube unterstreicht, dass Wacker Chemie den Ausblick für 2015 bestätigt hat, wonach der Umsatz um zehn Prozent ansteigen und das EBITDA den Vorjahreswert leicht übertreffen soll. Der Experte der WGZ Bank hat seine Prognose für den Gewinn je Aktie in 2015 angehoben, von 3,54 auf 3,90 Euro. In 2014 hatte der Solarzulieferer hier noch 4,10 Euro erreicht. Schöndube erwartet in 2016 dann wieder einen Anstieg, auf dann 4,54 Euro je Aktie.

Wacker Chemie AG: ISIN DE000WCH8881 / WKN WCH888
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