Der Sitz von Suntech in Wuxi. / Quelle: Unternehmen

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Italienische Skandal-Beteiligung belastet Suntech weiterhin

Im Betrugsskandal um einen in Italien aktiven Photovoltaikfonds, der zu 88 Prozent dem chinesischen Solarkonzern Suntech aus Wuxi gehört, ist es zu einem für die Chinesen negativen Gerichtsentscheid gekommen. Das zuständige Gericht in Brindisi informierte den Konzern, dass die Einnahmen aus der Stromproduktion eines Teils der Solaranlagen beschlagnahmt werden.

Der luxemburgische Fonds, der zum Großteil Suntech gehört führt in Italien ein Portfolio aus Photovoltaik-Kraftwerken mit zusammen 144 Megawatt (MW) Leistungskapazität. Die meisten davon sollten beim Kauf durch den Fonds bereits in Betrieb sein. Allerdings hatte die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen, weil bei einem Teil der Anlagen bei den Genehmigungen falsche Angaben gemacht worden sein sollen, um bessere Stromvergütungstarife zu bekommen.  Das Gericht war schon zu einem früheren Zeitpunkt zu dem Schluss gekommen, dass fünf dieser Anlagen in diesem Sinne illegal errichtet worden seien. Es hatte daher verfügt, die Stromeinkünfte der Anlagen zu beschlagnahmen, um die Überzahlungen der Vergangenheit zu kompensieren. Der neue Beschluss des Gerichts in Brindisi weitet diese Regelung um weitere Solaranlagen im Fondsportfolio aus. Aktuell seien 37 Solaranlagen mit zusammen 30 MW  betroffen, so dass 21 Prozent der gesamten Stromeinkünfte des Fonds gerichtlich beschlagnahmt werden sollen, teilte Suntech mit.

Suntech hält nach eigenen Angaben 88 Prozent an dem Fonds Global Solar Fund, SCA, SICAR (GSF). Die übrigen zwölf Prozent gehören dem Firmengründer und Ex-Vorstandschef Zhengrong Shi. Der Fonds belastete sowohl die Bilanz als auch die Aktie von Suntech 2012 schwer und sorgte dafür, dass Zhengrong Shi  als Vorstandschef hatte zurücktreten müssen. An seine Stelle war David King getreten, der das Unternehmen kürzlich erst mit sofortiger Wirkung verlassen hat, während Zhengrong Shi weiter der Suntech-Führung angehört (ECOreporter.de berichtete).

Suntech selbst wirft dem ehemaligen Fondsgeschäftsführer und  Besitzer der Initiatorin GSF Capital, Javier Romero, vor, das Unternehmen mit dem Fonds um 560 Millionen Dollar geprellt zu haben. Allerdings hatten die Chinesen den Rechtsstreit im März 2013 in einer Unternehmensmeldung für beendet erklärt. Suntech prüft nun, inwieweit weitere rechtliche Schritte gegen den aktuellen Richterspruch möglich sind.

Suntech Power Holdings Co., Ltd.: ISIN US86800C1045 / WKN A0HL4L
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