Mehr Sonnenstrom - weniger Geld. Ein Solarpark von Enel Green Power im italienischen Istia. / Foto: Unternehmen

  Erneuerbare Energie

Italiens Photovoltaik auf Rekordkurs – auch in Zukunft?

Die Sonne erweist sich für Italien als ertragreiche Energiequelle. Dennoch haben die Betreiber von Photovoltaik-Anlagen nach den jüngsten rückwirkenden Gesetzesreformen wenig Freude an ihren Anlagen und Italiens  Branchenverband der Photovoltaikindustrie zieht vor Gericht.

In den ersten acht Monaten des laufenden Jahres war die Photovoltaik Italiens zweitwichtigste Erneuerbare Energiequelle: Nach offiziellen Angaben deckten Solaranlagen in dieser Zeit zehn Prozent des gesamten Strombedarfs der Italiener. Nur Wasserkraftwerke lagen mit 23,4 Prozent vor der Solarenergie. Andere regenerative Energien wie Windkraft und Geothermie lagen mit 5,8 Prozent beziehungsweise zwei Prozent deutlich hinter der Photovoltaik. Dabei brachten die drei Sommermonate Juni, Juli und August die Photovoltaik-Stromerträge auf neue Rekordwerte: Im August 2014 sei so viel Solarstrom in Italien erzeugt worden wie nie zuvor, teilte der Übertragungsnetzbetreiber Terna mit. Zudem habe die Photovoltaik im Juli knapp 12 Prozent des Gesamtstrombedarf gedeckt und im August sogar 12,7 Prozent.

Trotz dieser starken Werte brodelt es in der italienischen Solarindustrie und auch internationale Investoren können sich nicht recht freuen über ihre teils sehr gut laufenden Solarparks. Hintergrund ist die rückwirkende Reform des Conto Energia, dass die Vergütung von Stromerträgen in Italien regelt (wie deutsche Fondsgesellschaften mit den Folgen der Reform umgehen und was das für die Anleger bedeutet, lesen Sie  hier). Nun hat der italienische Verband der Erneuerbare-Energie-Unternehmen ANIE angekündigt, rechtliche Schritte dagegen zu prüfen, dass die Reform des Conto Energia rückwirkend eingeführt wurde. Das erklärte ein Funktionär des Verbandes gegenüber Medienvertretern.
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