Plantagenarbeiter der Asian Bamboo AG im Einsatz. Arbeitskräftemangel belastet das Geschäft der Bambusspezialistin. / Quelle: Unternehmen

  Nachhaltige Aktien, Meldungen

Jahresbilanz von Asian Bamboo noch schlechter als erwartet

Einen starken Verlustanstieg musste heute die Asian Bamboo AG bekanntgeben. Das Unternehmenaus Hamburg, das in China Bambusplantagen betreibt, um Bambusstämme- und -sprossen zu verkaufen, hatte bereits im Februar auf Basis vorläufigen Berechnungen einen starken Rückgang beim Umsatz und Ergebnis angekündigt. Die heute mitgeteilten offiziellen Zahlen für das Geschäftsjahr 2013 sind aber noch schlechter ausgefallen.

Demnach ist der Umsatz der Asian Bamboo AG gegenüber dem Vorjahr um 55 Prozent auf 31,4 Millionen Euro geschrumpft. Damit lagen die Erlöse im Rahmen der Ankündigung vom Februar. Doch das Konzernergebnis lag deutlich darunter. Hier hatten die Hamburger angekündigt, der Verlust auf Konzernebene sich nach 19,8 Millionen Euro Defizit im Vorjahr auf 152,9 Millionen Euro vervielfacht. Tatsächlich gab das Unternehmen heute einen auf 199,9 Millionen Euro verzehnfachten Jahresverlust bekannt.

Die Bambusspezialistin wies darauf hin, dass Rückstellungen für belastende Plantagenpachtverträge in Höhe von 165,2 Millionen Euro in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst sind. Auch habe sich der Zeitwert der biologischen Vermögenswerte um fast 25 Millionen Euro verringert. Das Unternehmen findet aufgrund der starken Abwanderung in die Städte unter der Landbevölerung in China nicht mehr genügend Arbeitsplätze, um die Bambusplantagen ausreichend zu bewirtschaften, weshalb deren Wert sich verringerte. Laut Asian Bamboo belasteten diese beiden Posten die Jahresbilanz zusammen mit 189,9 Millionen Euro und bildeten den Hauptgrund für den hohen Konzernjahresfehlbetrag. Hierbei handle es sich allerdings um nicht zahlungswirksame Posten, die keinen Einfluss auf den Cash-Flow des Unternehmens hätten.

Das abnehmende Angebot an landwirtschaftlichen Arbeitskräften sowie steigende Löhne für Erntearbeiten bedingten laut dem Unternehmen eine deutlich gesunkene Ernte. Zudem herrschten in der Erntesaison für Wintersprossen schlechte Wetterbedingungen. Auch dies habe das Ergebnis belastet. Trotz der schwierigen operativen Bedingungen hat der Konzern einen positiven operativen Cash-Flow vor Veränderung des Working Capital in Höhe von 5,1 Millionen Euro erzielt. In 2012 war er aber mit 11,6 Millionen Euro noch doppelt so hoch gewesen. Das Eigenkapital der Asian Bamboo AG verringerte sich auf 86,7 Millionen Euro nach 288 Millionen Euro zum Ende des Vorjahres. Es ist damit noch deutlich geringer ausgefallen als im Februar angekündigt, also von einer Verringerung des Eigenkapitals auf 133,7 Millionen Euro die Rede gewesen war.

Die miserable Bilanz schickte die der Asian Bamboo AG auf Talfahrt. Kurrz nach Bekanntgabe der Zahlen stürzte ihr Kurs heute im Xetra der Deutschen Börse bis 15 Uhr um 13 Prozent auf nur noch 1,1 Euro. Ende Juli 2013 war der Anteilsschein noch bei 3,5 Euro gehandelt worden. Danach setzte eine talfahrt ein, deren Ende noch nicht absehbar erscheint.

Asian Bamboo AG: ISIN DE000A0M6M79 / WKN A0M6M
Aktuell, seriös und kostenlos: Der ECOreporter-Newsletter. Seit 1999.
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x