Die Vorstände der GLS Bank (Opitz links, Jorberg zweiter von rechts), Pressesprecher Christof Lützel (rechts) und Dr. Ha Vinh To (zweiter von Links), Gast der GLS Bank und Programmdirektor am Zentrum für Bruttonationalglück in Bhutan. / Foto: ECOreporter.de

09.06.17 Finanzdienstleister

Jahresversammlung der GLS Bank: Geld und ganz viel Glück

Bei der zweitägigen Jahreshauptversammlung der GLS Bank aus Bochum geht es nicht nur um Geld, sondern auch um Glück. Zu Gast ist bei der am heutigen 9. Juni gestarteten Veranstaltung ein Glücksbeauftragter aus Bhutan, Dr. Ha Vinh Tho vom Zentrum für Bruttonationalglück (BNG). Mit dem BNG misst Bhutan das Wohl seiner Einwohner als Alternative zum Bruttonationaleinkommen, weil so die Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt stehen sollen. "Das setzt voraus, dass man Wirtschaft anders denken lernt", so Tho bei der Pressekonferenz zum Auftakt der Veranstaltung. Ziel sei der Wirtschaft es, die berechtigten Bedürfnisse der Menschen zu erfüllen. Und Geld sei dabei nur ein Mittel zum Zweck.

Ganz zur Nebensache wurde das Geld bei der Veranstaltung im Anneliese Brost Musikforum aber dann doch nicht. Neben Tho's Vortrag stellte die GLS Bank ihre Fünf-Monats-Zahlen für 2017 vor. Die Bank sieht sich gut aufgestellt, die Kosten seien stabil, die Ertragslage solide, sagte Vorstandsmitglied Christina Opitz.

Zahl der Mitglieder steigt trotz Beitrag

Es seien viele neue Mitglieder in 2017 hinzugekommen, insgesamt sind es nun rund 46.800, erläuterte die Vorständin der GLS Bank. Für die Jahreshauptversammlung hatten sich über 2.000 Genossenschaftler angemeldet. "Die Mitgliedschaftsanteile der GLS Bank haben in diesem Jahr bereits um 14 Prozent auf über 310 Millionen Euro zugenommen. Die Menschen geben uns ihr Vertrauen und ermöglichen damit den Ausbau der sozial-ökologischen Kreditvergabe", so Opitz.

Durch den von der Nachhaltigkeitsbank neu eingeführten Mitgliedsbeitrag wurden bisher 5 Millionen Euro eingenommen. Netto seien trotz des Beitrags sogar mehr neue Kunden hinzugekommen, sagte Vorstandssprecher Thomas Jorberg. Insgesamt habe die Bank aktuell 212.500 Kunden, die aber nicht automatisch auch Mitglied der Bank seien.

Bildhinweis: Vorstandssprecher Thomas Jorberg (in der Mitte) stellte fest: "Unsere 25.000 Unternehmenskunden zeigen, dass jeden Tag sozial-ökologisches Wirtschaften erfolgreich ist."

Sehr hohe Kreditnachfrage


In den ersten fünf Monaten hat die GLS Bank bereits laut Opitz 9 Prozent mehr Darlehen vergeben als zu Jahresbeginn und weist damit ein Kreditvolumen von rund 2,7 Milliarden Euro auf. "Das hat unsere Erwartungen übertroffen", so Opitz.

Deutlich steigern konnte die GLS Bank auch ihr Eigenkapital, es stieg um 9,7 Prozent auf 392 Millionen Euro. Eine Seitwärtsbewegung gab es laut Christina Opitz bei den Kundeneinlagen: Diese stiegen nur um 0,4 Prozent auf rund 3,9 Milliarden Euro.

Bildhinweis: Vorstandsmitglied Christina Opitz (Links neben Vinh Tho) erläuterte die Geschäftsentwicklung der GLS Bank in den ersten Monaten von 2017. / Foto: ECOreporter

Für die GLS Bank ist aber kein Grund zur Sorge: "Große institutionelle Anleger haben Mühe, ihre Riesenbeträge unterzubringen. Wir forcieren es aber nicht, solche Kunden zu gewinnen, damit sie ihre Gelder bei uns parken", so Opitz. Hintergrund ist die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank: Ab über einer Million Euro Einlage fallen deshalb auch Strafzinsen bei der GLS Bank von 0,4 Prozent an.

Auch auf der GLS-Crowd, der noch jungen Crowdfundingplattform der GLS Bank, wurde mittlerweile ein drittes Erneuerbare-Energie-Projekt eingestellt und voll gezeichnet. Insgesamt beträgt das bisherige Zeichnungsvolumen damit eine Million Euro.

"Nachhaltige Unternehmen investieren überdurchschnittlich. Immer mehr Privatpersonen wollen ihr Geld sinnvoll angelegt wissen. Beides verstärkt möglich zu machen und damit auch öffentlich politische Akzente zu setzen, ist die wachsende Aufgabe der GLS Bank", erklärte Vorstandssprecher Thomas Jorberg.

Politische Forderungen formuliert

Auf der Jahreshauptversammlung werden auch politische Forderungen diskutiert. Dazu gehört zum Beispiel ein bedingungsloses Grundeinkommen, oder die ausnahmslose Abgabe auf den Ausstoß von CO2. Hier will sich die GLS Bank engagieren.
"Wir sind mit Politikern im Gepräch, wir machen das nicht alleine. Wir stehen in Kontakt mit vielen Verbänden", so Jorberg. Beim Thema CO2-Abgabe gebe es derzeit eine starke Bewegung, nicht nur durch den Weltklimavertrag. "Es kommt jetzt auf die Haltung der Bürger, Unternehmen und Verbände an, damit das auch umgesetzt wird."

Mehr über die GLS Bank erfahren Sie in einem Kurzportrait (Link entfernt).
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x