In Japan eröffnen sich neue Geschäftsmöglichkeiten für Hersteller von Windkraftanlagen wie Vestas. / Quelle: Unternehmen

30.01.14 Erneuerbare Energie

Japan plant starken Ausbau der Windkraftkapazitäten

Nach der Atomkatastrophe von Fukushima hat in Japan ein starker Ausbau der Erneuerbaren Energien eingestezt, der sich aber bislang vor allem auf die Photovoltaik erstreckte. Die Einführung attraktiver fester Einspeisetarife im Sommer 2012 löste in dem Inselstaat einen wahren Solarboom aus. Nach Berechnungen von Bloomberg New Energy Finance (BNEF) wurde in Japan im vergangenen Jahr eine neue Solarstromkapazität vpon rund acht Gigawatt (GW) neu installiert. Zum Vergleich: Deutschland erreichte nach den starken Einschnitten bei den festen Solarstromtarifen nur 3,3 GW und hat auch in den besten Jahren niemals die Marke von acht GW erreicht, sondern nur bis zu 7,5 GW.

Nun will Japan auch die Windkraftkapazitäten deutlich ausbauen. Das Land spielt im weltweiten Windmarkt bislang nur eine Nebenrolle. Laut dem  Weltwindkraftverband World Wind Energy Association (WWEA) waren Mitte 2013 in Japan Windräder mit einer Gesamtkapazität von 2,6 GW am Netz. Zum Vergleich: Deutschland kam auf 31 GW und Spanien mit 22,8 GW, nicht zu reden von den weltweit größten Windmärkten USA und China mit 60 bzw. 75 GW. Mit diesen beiden Ländern und ihren riesigen zur Verfügung stehenden Flächen lässt sich Japan aber auch nicht vergleichen, das sehr gebirgig und dicht besiedelt ist, aber über lange Küstenlinien verfügt.

Auf Windkraftanlagen auf See – offshore – will die Regierung in Tokio nun einen neuen Schwerpunkt legen. Mitte 2013 rangierte Japan bei den Märkten für Offshore-Windkraft mit 0,025 GW weltweit auf Rang 9. Hier sieht die Regierung aber großes Ausbaupotential. Sie will nun die Anschlussmöglichkeiten für Windparks vor der Küste verbessern und erwägt auch eine Aufsplittung der festen Einspeisetarife für Windstrom. Denn im Gegensatz etwa zu Deutschland erhalten Windkraftprojekte in Japan einen gleich hohen Einspeisetarif von umgerechnet rund 0,16 Euro je Kilowattstunde (kWh). Und dies obwohl die Risiken und der planerische Aufwand für Projekte auf See weitaus höher ist. Das japanische Ministerium für Wirtschaft, Industrie und Handel geht davon aus, dass das Land seine Widkraftkapazität bis 2013 auf zehn GW steigern kann. Dazu aber müpsste das Offshore-Potential besser genutzt werden.
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