Der Solarhersteller Canadian Solar setzt stark auf die Planung und den Bau großer Photovoltaikanlagen. In Japan könnte es nun zu Verzögerungen kommen. / Foto: Unternehmen

07.10.14 Nachhaltige Aktien , Meldungen

Japans Stromnetzbetreiber bringen Canadian Solar unter Druck

In Japan haben zahlreiche Stromnetzbetreiber offenbar Probleme mit dem Anschluss der wachsenden Zahl an Solaranlagen. Davon ist auch der Solarkonzern Canadian Solar betroffen. Mehr als ein Viertel der Projekte, die der Konzern mit Sitz in Ontario und Fabriken in China aktuell in Japan bearbeitet, könnten verzögert werden.

Als einen vom Kapazitätsengpass betroffenen Stromnetzbetreiber nennt Canadian Solar sechs Versorger: Kyushu Electric Power, Hokkaido Electric Power, Okinawa Electric Power, Tohoku Electric Power und Shikoku Electric Power. Alle diese Unternehmen hätten die Genehmigungen für neue Stromnetzanbindungen für Solaranlagen vorrübergehend ausgesetzt, so die Kanadier. Man rechne erst 2015 wieder mit der Wiederaufnahme der regulären Genehmigungsverfahren. Dies nahm Canadian Solar zum Anlass, eine Wasserstandsmeldung zum Projektgeschäft in Japan abzugeben.
Demnach verfügt Canadian Solar in Japan über Photovoltaikvorhaben mit 490 Megawatt (MW) Leistungskapazität. Diese seien in verschiedenen Entwicklungsstufen. 150 MW davon seien vollständig genehmigt. Für die Genehmigung und den Anschluss von knapp 98 MW davon sei Kyushu Electric Power verantwortlich. Für 95,6 MW dieser Anlagen lägen alle Genehmigungen vor. Deshalb seien hier keine Verzögerungen zu erwarten. Anders sieht es Canadian Solar zufolge für Solarparkvorhaben in der Region Tohoku aus. Dort seien 135 MW geplante Solartstromleistung von betroffen. Ob diese Anlagen wie geplant „Ende 2016 oder 2017“ ans Stromnetz angeschlossen werden können sei offen.
Die aktuelle Lage veranlasse Canadian Solar aber nicht dazu, das Engagement in Japan generell zurückzuschrauben, betonte der Vorstand. So verhandle der Konzern über die Übernahme weiterer Photovoltaik-Bauprojekte mit bis zu 200 MW Gesamtkapazität.  Auch am Ziel das Projektgeschäft in Japan weiter auszubauen halte Canadian unverändert fest. Das bedeutet, dass die Kanadier die Pipeline an in der Realisierung befindlichen Solaranlagen bis zum Jahresende auf 550 bis 600 MW steigern wollen.

Die Canadian-Solar-Aktie setzt heute den Abwärtstrend der vergangenen Wochen fort. Bis 10:15 Uhr verbuchte sie heute an der Deutschen Börse knapp ein Prozent Kursverlust.  Damit hat sie sich in den vergangenen vier Wochen um 11,2 Prozent verbilligt. Im Vergleich zum Kursstand von vor einem Jahr liegt die Aktie noch 83 Prozent im Plus.
Canadian Solar Inc.: ISIN CA1366351098 / WKN A0LCUY
Nach oben scrollen
ECOreporter Journalistenpreise
Anmelden
x